Bachelorarbeit, 2022
35 Seiten, Note: 1,0
1 Szenario
2 Was sind psychische Störungen?
2.1 Definition
3 Angststörungen
3.1 Unterscheidung von entwicklungsangemessener und klinisch relevanter Angst
3.2 Welche Angststörungen gibt es im Kindesalter?
3.3 Epidemiologie
3.4 Faktoren der Entstehung von Angststörungen im Kindes- und Jugendalter
3.5 Modelle der Entwicklung von Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen
4 Ansatzpunkte anhand der Modelle zur Entwicklung von Angststörungen
5 Szenario
6 Ganztagsschulen
6.1 Definition Ganztagsschule
6.2 Gesetzliche Grundlagen
6.3 Trägerlandschaft an Ganztagsschulen
6.4 Personalstruktur an Ganztagsschulen
6.5 Angebotsstruktur an Ganztagsschulen
6.6 Elternarbeit an Ganztagsschulen
6.7 Kooperation an Ganztagsschulen
7 Strukturelle Implikationen
7.1 Implikationen im Bereich Personal
7.2 Implikationen im Bereich Angebotsstruktur
7.3 Implikationen im Bereich Elternarbeit
7.4 Implikationen im Bereich Kooperation
8 Szenario
9 Chancen und Grenzen der Implikationen und weitere Denkanstöße
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie strukturelle Rahmenbedingungen in offenen Ganztagsgrundschulen in Nordrhein-Westfalen (NRW) angepasst werden können, um Kinder mit diagnostizierten Angststörungen gezielt zu unterstützen und präventiv zu begleiten.
1 Szenario
Nehmen Sie sich einen kurzen Moment und kommen Sie mit auf eine kleine Reise in die Welt Ihrer Vorstellungskraft. Stellen Sie sich folgendes Szenario vor. Sie leiten als eine studierte und /oder ausgebildete pädagogische Fachkraft eine offene Ganztagsschule (OGS) im Primarbereich. Mit Ihrem Team, anteilig bestehend aus ungelernten Kräften, versuchen Sie ein qualitativ hochwertiges, pädagogisches Umfeld für die Kinder zu erschaffen. Sie sehen es als Ihre Aufgabe an, alle Kinder individuell auf ihrem Lebensweg unterstützend zu begleiten, damit diese sich zu gesellschaftsfähigen und eigenverantwortlichen Personen entwickeln können. Überraschenderweise bekommen Sie von einer Klassenlehrerin mitgeteilt, dass ein Kind, wir nennen es Paul, für die nächsten sechs Wochen nicht in die OGS kommen wird. Die Mutter hat der Klassenlehrerin lediglich Auskunft darüber gegeben, dass Paul psychisch momentan nicht „ganz auf der Höhe“ wäre und er etwas Pause bräuchte. Als Paul wieder zur Schule kommt stellte sich heraus, dass er die Diagnose Angststörung erhalten hat.
Ihnen fällt auf, dass Paul sich nicht mehr so extrovertiert, kontaktfreudig und neugierig verhält, wie Sie ihn kennen gelernt haben. Es macht den Anschein, dass der Mutter die Erkrankung ihres Sohnes unangenehm ist und nur sehr wenige Informationen, bezüglich Paul und der Umstände preisgibt. Die Situation überfordert Sie als Fachkraft und das gesamte Team. Im Leitungsteam mit anderen OGS Leitungen des Trägers stellt sich heraus, dass an anderen Standorten ähnliche Situationen aufgetreten sind. Nun stellen Sie sich gemeinsam die Frage wie Sie Paul strukturell am besten dabei helfen können, dass er zu einem glücklichen und gesunden Erwachsenen aufwachsen kann.
1 Szenario: Einführung in die Problematik anhand eines Praxisbeispiels und Darstellung der epidemiologischen Relevanz von Angststörungen im Kindes- und Jugendalter.
2 Was sind psychische Störungen?: Definition psychischer Störungen und Erläuterung der Bedeutung diagnostischer Klassifikationssysteme.
3 Angststörungen: Differenzierung zwischen entwicklungsangemessener und klinisch relevanter Angst, Beschreibung der Symptomatik sowie Darstellung von Entstehungs- und Entwicklungsmodellen.
4 Ansatzpunkte anhand der Modelle zur Entwicklung von Angststörungen: Zusammenfassung der aus den theoretischen Modellen abgeleiteten pädagogischen Interventionsmöglichkeiten.
5 Szenario: Rückbezug auf das Eingangsbeispiel und Überleitung zur strukturellen Analyse der Ganztagsschule.
6 Ganztagsschulen: Umfassende Analyse der Struktur, der rechtlichen Grundlagen, des Personals, der Angebotsstruktur, der Elternarbeit und der Kooperationen in der OGS in NRW.
7 Strukturelle Implikationen: Konkrete Ableitung von strukturellen Maßnahmen für die Bereiche Personal, Angebotsgestaltung, Elternarbeit und Kooperation auf Basis der zuvor identifizierten Ansatzpunkte.
8 Szenario: Fazit des Fallbeispiels unter Einbeziehung des erarbeiteten Fachwissens und Bewertung des Handlungsspielraums.
9 Chancen und Grenzen der Implikationen und weitere Denkanstöße: Kritische Reflexion der Ausarbeitung, Diskussion politischer Rahmenbedingungen und Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Angststörung, Ganztagsgrundschule, OGS, Kindesentwicklung, Pädagogik, psychische Störungen, Sozialisation, Prävention, Elternarbeit, Strukturelle Implikationen, Verhaltenshemmung, psychische Gesundheit, Bildungsarbeit, Bewältigungsstrategien, Modelllernen.
Die Arbeit untersucht, wie offene Ganztagsgrundschulen in NRW ihre strukturellen Rahmenbedingungen anpassen können, um Kinder mit Angststörungen besser pädagogisch zu unterstützen.
Die zentralen Felder sind die pädagogische Praxis in der OGS, die psychologischen Grundlagen von Angststörungen sowie das Zusammenspiel von Schule, Elternhaus und externen Kooperationspartnern.
Ziel ist es, handlungsorientierte, strukturelle Implikationen abzuleiten, die pädagogischen Fachkräften helfen, professioneller auf Kinder mit diagnostizierten Ängsten einzugehen.
Die Arbeit nutzt unter anderem das integrative Bedingungsmodell von Rapee, das Modell der dreifachen Vulnerabilität von Barlow, das Three-Pathway-Modell von Rachmann sowie bindungstheoretische Ansätze nach Bowlby.
Der Hauptteil behandelt theoretische Konzepte zu Angststörungen, die Analyse der rechtlichen und strukturellen Bedingungen von Ganztagsschulen in NRW sowie die Verknüpfung beider Bereiche zur Entwicklung konkreter Handlungsoptionen.
Angststörung, Ganztagsgrundschule, pädagogische Prävention, Eltern-Kind-Beziehung, psychische Gesundheit und strukturelle Anpassung.
Die Arbeit schlägt unter anderem die Installation einer erfahrenen Fachkraftstelle für Rückfragen, gezielte Fortbildungen zur Thematik sowie eine Senkung des Betreuungsschlüssels vor.
Eltern fungieren als entscheidende Bezugspersonen, und Ängste können transgenerational übertragen werden; eine vertrauensvolle Bildungspartnerschaft stabilisiert das kindliche Umfeld und fördert die Wirksamkeit pädagogischer Ansätze.
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