Bachelorarbeit, 2008
32 Seiten, Note: 1.5
1. Einleitung
2. Das Verhältnis von Zeit und Ewigkeit
2.1. Zeit unter der Voraussetzung des endlichen Verstandes
2.1.1. Endlicher Verstand – anschauungsabhängiger Verstand
2.1.2. Menschliche Aussagen als wesentlich zeitliche Aussagen
2.1.3. Der endliche Verstand als Bürge für die Zeit
2.2. Ewigkeit innerhalb der Voraussetzung des endlichen Verstandes
2.2.1. Die Sinnlosigkeit der quantitativen Erweiterung
2.2.2. Zeit als Möglichkeit und Grenze des endlichen Verstandes
3. Versuch einer qualitativen Zeitbestimmung
3.1. Zeit in und durch Gott
3.1.1. Kritik und Würdigung
4. Ewigkeit als inhaltliche Korrespondenz zur Zeit
4.1. Der Tod als Grenze der existenziellen Zeit
4.1.1. Der Tod als Bedingung der Selbsterschliessung
4.1.2. Tod als Anfrage an den Menschen
4.2. Ewigkeit als Woher des Mutes
4.2.1. Epistemologische Erwägung
5. Rückblick und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht eine Möglichkeit theologisch verantworteter Rede von der Ewigkeit, indem sie die Zeit als Ausgangspunkt des Nachdenkens nimmt und die erkenntnistheoretischen Grenzen des endlichen Verstandes bei der Bestimmung von Ewigkeit analysiert.
2.1.1. Endlicher Verstand – anschauungsabhängiger Verstand
Die erste Annahme, wonach der endliche Verstand die Bedingung menschlichen Denkens und Aussagens sei, soll hier entfaltet werden. Inwiefern ist der menschliche Verstand ein endlicher Verstand? Kant stellt in seiner Transzendentalen Logik die wechselseitige Bezogenheit zwischen Verstand und Anschauung dar. Durch die Anschauung wird dem Menschen ein Anschauungsmaterial gegeben, das durch den Verstand erst gedacht werden kann. „Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.“ Weil der Verstand kein Vermögen der Anschauung ist, und die reine Anschauung ihren Gegenstand nicht verständlich machen kann, lässt sich Erkenntnis erst aus der Vereinigung beider gewinnen. Um zu verstehen, was der menschlich - endliche Verstand ist, grenzen wir ihn zunächst gegen den göttlichen Intellekt und danach gegen das „situationsbezogene Verhalten“ des Tieres ab.
Gottes Verstand ist der Anschauung fähig. Verstand und Anschauung bilden für ihn keine Bedingtheit voneinander im Bezug auf die Erkenntnis, denn der Gegenstand der Anschauung wird Gott nicht gegeben, sondern von ihm geschaffen. Im Gegensatz dazu sprechen wir vom menschlichen, endlichen Verstand, weil der darauf angewiesen ist, dass ihm sein Gegenstand sinnlich gegeben wird. Die Adjektive endlich und unendlich beziehen sich nicht auf die quantitative Begrenztheit von Erkenntnissen, etwa so als liege der Unterschied zwischen dem menschlichen und dem göttlichen Verstand darin, dass dieser Dinge erkenne, die uns verborgen sind, sondern bezeichnen die menschliche Angewiesenheit auf die sinnliche Gegebenheit des Anschauungsgegenstandes und das göttliche Ineins von Ursprung des Gegenstandes und seiner selbst.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der theologisch verantworteten Rede von der Ewigkeit ein und legt die erkenntnistheoretische Methodik der Untersuchung unter Bezugnahme auf Kant und Pannenberg dar.
2. Das Verhältnis von Zeit und Ewigkeit: Dieses Kapitel expliziert die erkenntnistheoretischen Bedingungen des endlichen Verstandes und zeigt, dass Zeit eine notwendige Voraussetzung für menschliches Erkennen ist, Ewigkeit jedoch nicht quantitativ als endlose Zeit fortgesetzt werden kann.
3. Versuch einer qualitativen Zeitbestimmung: Hier wird Wolfhart Pannenbergs Ansatz kritisch diskutiert, der versucht, die Zeit von einer proleptisch verstandenen Ewigkeit Gottes her zu bestimmen.
4. Ewigkeit als inhaltliche Korrespondenz zur Zeit: Dieses Kapitel fokussiert auf die existenzielle Zeit des Menschen, analysiert den Tod als Grenze sowie Bedingung der Selbsterschliessung und entfaltet die Ewigkeit als Grund des Mutes, der die menschliche Angst vor der Endlichkeit überwindet.
5. Rückblick und Ausblick: Diese Zusammenfassung verdeutlicht die wechselseitige Verwiesenheit von Zeit und Ewigkeit und hebt hervor, dass die Zeit des Menschen erst im Bezug auf Gott als Schöpfer qualitativ neu bestimmt werden kann.
Ewigkeit, Zeit, Systematische Theologie, Endlicher Verstand, Kant, Pannenberg, Tillich, Metaphysik, Existenzielle Zeit, Tod, Angst, Mut, Schöpfung, Ontologie, Gott.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie heute theologisch verantwortlich über Ewigkeit gesprochen werden kann, ohne in rein mythische oder metaphysisch unzugängliche Vorstellungen abzugleiten.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Zeit und Ewigkeit, die erkenntnistheoretischen Voraussetzungen des menschlichen Denkens sowie die existenzielle Bedeutung der Endlichkeit im Licht des christlichen Glaubens.
Das Ziel ist es, Ewigkeit nicht als quantitative Ausdehnung der Zeit zu verstehen, sondern als qualitative Bestimmung, die sich in der Beziehung zwischen dem zeitlichen Menschen und Gott konstituiert.
Die Arbeit nutzt eine erkenntnistheoretische und existenzanalytische Methode, die sich stark an Kant orientiert, aber auch Konzepte von Heidegger, Pannenberg und Tillich integriert, um die Zeitlichkeit des menschlichen Verstandes zu bestimmen.
Der Hauptteil analysiert erstens das menschliche Zeitverständnis (Kant) und den Gegenentwurf einer Metaphysik Gottes (Pannenberg), um anschließend die existenzielle Dimension von Tod und Mut (Heidegger/Tillich) als Sitz der Ewigkeitsfrage zu diskutieren.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ewigkeit, Zeit, Endlichkeit, Erkenntnistheorie, Ontologie, Angst, Mut, Schöpfung und das Verhältnis von Gott und Mensch charakterisiert.
Kant ist zentral, weil er zeigt, dass menschliches Erkennen an die Anschauung in Raum und Zeit gebunden ist, wodurch eine direkte objektive Erkenntnis ewiger Dinge für den endlichen Verstand grundsätzlich limitiert ist.
Pannenberg versucht, das erkenntnistheoretische Problem der Endlichkeit zu umgehen, indem er Gott und dessen Ewigkeit als den Konstitutionsgrund für die Einheit der Zeit postuliert, was der Verfasser jedoch als logischen Zirkel kritisiert.
Der Tod ist als Grenze der existenziellen Zeit die Erfahrung, die den Menschen zur Frage nach dem Sein und dem Grund des Sinnes drängt, wodurch die Ewigkeit als Antwort auf die menschliche Endlichkeit und Angst erfahrbar wird.
Dies bezieht sich auf Tillichs Theologie: Da der Mensch seine Endlichkeit und die Bedrohung durch das Nichtsein erfährt, benötigt er eine Kraft (Mut), die in der Bezogenheit auf das ewige Sein-Selbst (Gott) ihren Ursprung hat.
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