Bachelorarbeit, 2021
67 Seiten, Note: 1,18
1 Einleitung
2 Die frühkindliche Entwicklung
2.1 Das Urvertrauen nach Sigmund Freud
2.2 Die psychische Geburt nach Margret S. Mahler
3 Mythos Narziss
3.1 Narziss und Echo
3.2 Deutungen des Mythos
4 Von der Selbstakzeptanz zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung
5 Subtypen narzisstischer Verhaltensweisen
5.1 Hoch funktionaler (exhibitionistischer) Typus
5.2 Grandios-maligner - und vulnerabler Typus
5.2.1 Grandios-maligner (offener) Typus
5.2.2 Vulnerabler (verdeckter) Typus
5.2.3 Zusammenfassung
5.3 Kommunaler Narzissmus
6 Merkmale der narzisstischen Persönlichkeitsstörung
7 Erklärungsansätze
7.1 Narzissmus als individuell-genetischer Aspekt nach Sigmund Freud
7.2 Alfred Adler - Minderwertigkeitsgefühl und Geltungsstreben
7.3 Karen Horney - Sicherheit und Selbstvertrauen
7.4 Narzissmus nach Otto F. Kernberg
7.5 Narzissmus nach Heinz Kohut
7.6 Beziehungsstörungen nach Michael Winterhoff
7.6.1 Beziehungsstörung der gleichberechtigten Partnerschaft
7.6.2 Narzisstische Bedürfnisse der Eltern
7.6.3 Symbiotische Beziehungsstörung
7.7 Narzisstisches Verhalten durch operante Konditionierung
7.7.1 Zuviel des Lobes
7.7.2 Ablehnende Eltern
7.7.3 Soziale Medien
8 Kindlicher Narzissmus vs. pathologisch narzisstische Störung
9 Gruppendynamische Bedeutung für die Pädagogik
9.1 Lern- und Leistungsbereich
9.2 Probleme im Sozialverhalten
9.2.1 Probleme gegenüber pädagogischen Bezugspersonen
9.2.2 Probleme mit anderen Gruppenmitgliedern
9.2.3 Auseinandersetzung mit den Generationen „Z“ und „Alpha“
9.3 Pädagogisches Handeln
9.3.1 Empathie
9.3.2 Containing und Holding
9.3.3 Pädagogischer Umgang mit projektiven Identifizierungen
9.3.4 Pädagogischer Umgang mit Medien
10 Fazit
Die Bachelorarbeit setzt sich zum Ziel, den pädagogischen Umgang mit Narzissmus in der stationären Kinder- und Jugendhilfe sowie im schulischen Kontext zu untersuchen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche Handlungsmöglichkeiten Pädagogen haben, um narzisstische Persönlichkeitsstrukturen zu verstehen und professionell zu begleiten, ohne dabei ihre eigene professionelle Rolle zu verlieren.
Die psychische Geburt nach Margret S. Mahler
Der Zustand des Neugeborenen als völlig hilfloses Wesen begründet die mehrere Jahre andauernde Abhängigkeit zur Mutter und zu weiteren Bezugspersonen. Der Wachstumsprozess ist somit vor allem gekennzeichnet durch eine sukzessive Loslösung aus der symbiotischen Mutter-Kind-Beziehung, in der sich das Kind als eigenständiges Wesen, abgegrenzt von anderen Personen, erlebt. Das 6 Phasen-Modell wird nun im Folgenden näher beschrieben, beginnend mit zwei Vorläufern symbiotischer Phasen (Punkte 1-2) um dann zu den Phasen des Loslösungsprozesses (Punkte 3-6) zu gelangen:
1. Normale autistische Phase: Der Säugling zeigt sich gegenüber Außenreizen scheinbar unbeeindruckt. Ist er hungrig, äußert er dies durch Schreien und Weinen, die der unmittelbaren Bedürfnisbefriedigung dienen. Er ist jedoch noch unfähig, die Mutter als Vermittlerin seiner Bedürfnisbefriedigung zu erkennen, da er noch nicht zwischen ihr und sich selbst unterscheiden kann. Der Säugling befindet sich in einem Zustand halluzinatorischer Desorientierung in der ausschließlich seine Bedürfnisbefriedigung relevant ist. Es folgt die zweite Vorläuferphase:
2. Symbiotische Phase: Diese Phase ist geprägt von der „Fusion mit der Mutter“ und insbesondere der illusorischen Vorstellung „einer gemeinsamen Grenze der beiden in Wirklichkeit physisch getrennten Individuen.“ Von einer optimalen Symbiose ist dann auszugehen, wenn die Mutter beispielsweise beim Stillen das Kind anschaut, mit ihm spricht oder ihm etwas vorsingt. Die kindlichen Bedürfnisse werden von der Mutter erkannt und befriedigt. (Entwicklung von kindlichem Urvertrauen). Es folgt nun die erste der vier Hauptphasen des Loslösungsprozesses:
3. Differenzierung und Entwicklung des Körperschemas: Mit 4-5 Monaten erreicht die symbiotische Beziehung ihren Zenit. Hiernach beginnen die ersten Versuche des Kindes sich zu lösen. Es zieht die Mutter an den Haaren oder an den Ohren, steckt ihr Essen in den Mund oder „stemmt“ die Mutter von sich weg, um sie besser sehen zu können. Vom 7.-8. Monat beginnt das Baby zwischen sich und der Mutter zu unterscheiden und zeigt Interesse an Gegenständen, die nicht zur Mutter gehören wie die getragene Brille oder die glänzende Kette. Zudem vergleicht es unbekannte mit bekannten Gesichtern. Diese Phase entwickelt sich kontinuierlich und differenzierter weiter.
1 Einleitung: Stellt das Thema Narzissmus in der Pädagogik vor und betont die Notwendigkeit, zwischen gesunden und krankhaften Ausprägungen zu unterscheiden.
2 Die frühkindliche Entwicklung: Erläutert die Grundlagen (Urvertrauen, psychische Geburt nach Mahler) als Basis für eine gelingende Entwicklung.
3 Mythos Narziss: Analysiert die mythologische Vorlage hinsichtlich der problematischen Nähe-Distanz-Regulation.
4 Von der Selbstakzeptanz zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung: Zeichnet den Weg von einem gesunden Selbstwertgefühl hin zu einer Störung nach.
5 Subtypen narzisstischer Verhaltensweisen: Differenziert zwischen verschiedenen Typen (hochfunktional, grandios-maligner, vulnerabel, kommunal).
6 Merkmale der narzisstischen Persönlichkeitsstörung: Listet die klinischen Kriterien zur Diagnose nach dem DSM-5 auf.
7 Erklärungsansätze: Versammelt tiefenpsychologische Ansätze (Freud, Adler, Horney, Kernberg, Kohut) sowie lerntheoretische Konzepte (Winterhoff, operante Konditionierung).
8 Kindlicher Narzissmus vs. pathologisch narzisstische Störung: Grenzt normales jugendliches Verhalten von pathologischen Störungen ab.
9 Gruppendynamische Bedeutung für die Pädagogik: Reflektiert pädagogische Herausforderungen und Handlungsmodelle im stationären und schulischen Setting.
10 Fazit: Fasst die Kernergebnisse zusammen und bietet Handlungsempfehlungen für pädagogische Mitarbeiter an.
Narzissmus, Pädagogik, stationäre Jugendhilfe, Psychodynamik, Persönlichkeitsstörung, Bindung, Spiegelübertragung, projektive Identifizierung, operante Konditionierung, Selbstwertgefühl, Pathologie, Frustrationstoleranz, Sozialverhalten, Mediennutzung, Erziehungsstile.
Die Arbeit untersucht den pädagogischen Umgang mit narzisstischen Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen in Schulen und stationären Einrichtungen der Jugendhilfe.
Schwerpunkte sind die Unterscheidung von gesundem und pathologischem Narzissmus, entwicklungspsychologische Grundlagen, klinische Merkmale, verschiedene Subtypen sowie die Auswirkungen auf das Sozialverhalten und die pädagogische Interaktion.
Ziel ist es, Pädagogen ein tieferes Verständnis für das Verhalten narzisstischer Klienten zu vermitteln, um professionelle Handlungssicherheit im Umgang mit diesen oft herausfordernden Verhaltensmustern zu gewinnen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch tiefenpsychologische Modelle (u.a. von Freud, Mahler, Kernberg, Kohut) und lerntheoretische Ansätze (insb. Operante Konditionierung) zur Analyse pädagogischer Interaktionsprobleme.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung (Entwicklungsphasen, Erklärungsansätze) und die praxisorientierte Anwendung (gruppendynamische Probleme, pädagogische Handlungskonzepte wie Empathie, Containing und Holding).
Die zentralen Begriffe umfassen Narzissmus, Pädagogik, Persönlichkeitsstörung, Spiegelübertragung, projektive Identifizierung, Bindung und Selbstwertregulierung.
Die Arbeit empfiehlt, den Jugendlichen einen „emotionalen Resonanzraum“ zu bieten, in dem feste Bezugspersonen eine verlässliche Beziehung ermöglichen, während sie gleichzeitig durch gezielte, dosierte „optimale Frustrationen“ beim Aufbau einer realistischen Selbstsicht unterstützt werden.
Soziale Medien wirken häufig als Verstärker narzisstischer Tendenzen, da sie durch Feedback-Mechanismen (Likes, quantitative Reichweite) ein Forum bieten, um Allmachtsphantasien und das Bedürfnis nach externer Bewunderung unkritisch zu befriedigen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

