Diplomarbeit, 2003
120 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Terminologische Begriffe und wichtige Staatsaufgaben
2.1 Kollektiv und kollektives Handeln
2.2 Zum Begriff Konflikt
2.3 Das Verhältnis von Recht, Macht, Gewalt und Herrschaft
2.4 Die Schutzaufgaben des Staates
3 Zum Begriff des Terrorismus
3.1 Definition des Terminus Terrorismus
3.2 Abgrenzung des Terrorismus zu verwandten Erscheinungsformen
3.2.1 Terrorismus, Krieg und Kriminalität
3.2.2 Terrorismus und Guerilla
3.3 Formen von Terrorismus
3.3.1 Repressiver Terrorismus
3.3.2 Revoltierender Terrorismus
3.3.3 Internationaler Terrorismus
4 Die soziale Bewegung
4.1 Definition des Terminus soziale Bewegung
4.2 Ursachen der sozialen Bewegung
4.2.1 Einführung
4.2.2 Strukturanalytischer Ansatz
4.2.3 Sozialpsychologischer Ansatz
4.2.4 Interaktionistischer Ansatz
4.3 Ziele der sozialen Bewegung
4.4 Typologisierung der sozialen Bewegung
4.4.1 Formen von sozialen Bewegungen
4.4.2 Beispiele sozialer Bewegungen
4.4.2.1 Beispiel Hattinger ArbeiterInnenbewegung
4.4.2.2 Die deutsche StudentInnenbewegung und die APO
4.5 Die Entwicklungsstadien einer sozialen Bewegung sowie ihre elementaren Begleiterscheinungen
4.5.1 Die soziale Bewegung und ihr gesellschaftlicher Kontext
4.5.2 Der Ursprung einer beginnenden Bewegung
4.5.3 Die Rekrutierung neuer Mitglieder und die Mobilisierung der Bewegung
4.5.4 Entwicklungsstadien der sozialen Bewegung
4.5.5 Soziale Bewegungen und die Rolle der Medien
5 Zur Interaktion zwischen der Dynamik kollektiver Aktionen und dem Auftreten terroristischer Vereinigungen
5.1 Das Ende der Bewegung – oder – Die Reaktion des Staates
5.2 Die soziale Bewegung auf dem Weg zur terroristischen Vereinigung?
5.2.1 Ausgangsbasis
5.2.2 Institutionalisierung von Forderungen
5.2.3 Verschiedene Erklärungsebenen für den Wandel gewaltloser BewegungsteilnehmerInnen zum gewaltbereiten Militanten
5.2.3.1 Erklärungsansatz der makro-sozialen Ebene
5.2.3.2 Erklärungsansatz der meso-sozialen Ebene
5.2.3.2.1 Theoretische Grundlagen: Begrenzte Regelverletzung, Provokation, Überreaktion und Beschleunigungsfaktoren
5.2.3.2.2 Empirie: Die Ereignisse des 2. Junis
5.2.3.2.3 Institutionalisierung des Terrorismus
5.2.3.3 Erklärungsansatz der mikro-sozialen Ebene
5.2.3.3.1 Die Theorie des Karriere-Modells
5.2.3.3.2 Empirische Belege zur politischen Gewaltbereitschaft
5.2.3.3.3 Das Karriere-Modell in empirischer Anwendung auf einzelne RAF-Gründungsmitglieder
5.2.3.3.3.1 Ausgangsbasis
5.2.3.3.3.2 Ulrike Meinhof
5.2.3.3.3.3 Gudrun Ensslin und Andreas Baader
5.2.4 Entstehungshintergründe diverser terroristischer Vereinigungen
5.2.4.1 Deutschland: Revolutionäre Zellen
5.2.4.2 Deutschland: Otte-Gruppe
5.2.4.3 Spanien: Die baskische ETA
5.2.4.4 Italien: Rote Brigaden
5.2.4.5 Korsika: Front de libération nationale de la Corse
5.2.4.6 Russland: Narodnaja Wolja
5.2.4.7 Islamismus – eine soziale Bewegung?
5.2.4.8 Kaschmir: Jammu und Kashmir Liberation Front
5.2.4.9 USA: Terrorismus und Black-Power-Movement
6 Zusammenfassung
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die komplexe Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen sozialen Bewegungen und der Entstehung von Terrorismus. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, unter welchen spezifischen Bedingungen sich friedliche Proteste radikalisieren und in terroristische Vereinigungen transformieren können, wobei insbesondere die Interaktion zwischen staatlicher Kontrolle und der Dynamik kollektiver Aktionen betrachtet wird.
3.1 Definition des Terminus Terrorismus
Das, was als Terrorismus bezeichnet wird, hängt meist vom Standpunkt des Betrachters ab. Eine allgemein verbindliche Definition des Begriffs Terrorismus existiert nicht. So definieren nicht nur verschiedene Autoren den Begriff jeweils anders, auch einzelne Institutionen innerhalb eines Landes – das Federal Bureau of Investigation (FBI), das US-Verteidigungsministerium, das US-Außenministerium oder das US-Strafrecht als Beispiel für die Vereinigten Staaten – verstehen unter Terrorismus bisweilen etwas anderes. Umso wichtiger ist es, eine Arbeitsdefinition für diese Arbeit auszuwählen, die – auch in Übereinstimmung mit Scheerer (2002) – das Phänomen Terrorismus eindeutig beschreibt, ohne es dabei jedoch zugleich als illegitim, illegal, falsch, unmoralisch oder in anderer Art und Weise negativ zu bewerten.
Im Folgenden wird daher die Definition von Waldmann (1998) zugrunde gelegt:
„Terrorismus sind planmäßig vorbereitete, schockierende Gewaltanschläge gegen eine politische Ordnung aus dem Untergrund. Sie sollen allgemeine Unsicherheit und Schrecken, daneben aber auch Sympathie und Unterstützungsbereitschaft erzeugen.“
Im Gegensatz zu Münkler (2002), Hess (1988) und Schiller (2002) ist die Definition Waldmanns um das Attribut „aus dem Untergrund“ reicher. Meiner Meinung nach ist lediglich das Attribut „gegen eine politische Ordnung“ ein wenig ungeschickt gewählt, da ein (repressiver) Staatsterrorismus gegen die eigene Bevölkerung – wie bspw. in der Definition Schillers vorhanden – darin keine explizite Berücksichtigung findet. Ungeachtet, ob man nun den repressiven Terrorismus zu Waldmanns Definition noch hinzuzählt oder nicht, oder ob man beispielsweise die Definition Münklers betrachtet – terroristische Aktionen verdienen nur dann ihren Namen, wenn sie (unter anderem) auf politischen Motiven beruhen. Auf jeden Fall muss der Terrorismus auch als eine Art Kommunikationsstrategie verstanden werden; Inhalte der Botschaften sind beispielsweise die Macht der TerroristInnen oder der Ruf nach Unterstützungswilligen. Abzusehen bleibt aber, in wie weit die so genannten sozialen Bewegungen mit dem (politischen) Terrorismus zusammenhängen können.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der Verbindung zwischen sozialen Bewegungen und Terrorismus dar und erläutert das methodische Vorgehen.
2 Terminologische Begriffe und wichtige Staatsaufgaben: Das Kapitel definiert soziologische Schlüsselbegriffe wie Kollektiv, Konflikt und Herrschaft sowie die grundlegenden Schutzfunktionen des Staates.
3 Zum Begriff des Terrorismus: Hier wird der Terrorismusbegriff hergeleitet, gegen verwandte Phänomene abgegrenzt und in verschiedene Formen (repressiv, revoltierend, international) unterteilt.
4 Die soziale Bewegung: Dieses Kapitel liefert eine soziologische Definition sozialer Bewegungen, analysiert deren Entstehungsursachen, Ziele und Entwicklungsstadien sowie deren mediale Kommunikation.
5 Zur Interaktion zwischen der Dynamik kollektiver Aktionen und dem Auftreten terroristischer Vereinigungen: Das Kernkapitel untersucht die Eskalationsspirale zwischen Protestbewegungen und staatlicher Reaktion und analysiert anhand von Fallbeispielen die Transformation zur terroristischen Vereinigung.
6 Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit und identifiziert soziale Bewegungen als potenzielle „Brutstätte“ unter spezifischen Eskalationsbedingungen.
Terrorismus, Soziale Bewegung, Politische Gewalt, Radikalisierung, Eskalationsmechanik, Ressourcenmobilisierung, Machtmonopol, Staatsterrorismus, Politische Partizipation, Identitätskrise, Protestkultur, RAF, Gesellschaftliche Konflikte, Politische Stabilität, Konfliktforschung.
Die Diplomarbeit untersucht die soziologische Verbindung zwischen sozialen Bewegungen und dem Phänomen des Terrorismus, um herauszufinden, ob und unter welchen Bedingungen friedliche Proteste in gewaltsamen Terrorismus umschlagen können.
Die Hauptthemen umfassen die Definition und Abgrenzung von Terrorismus, die soziologische Fundierung sozialer Bewegungen (Ursachen, Ziele, Mobilisierung) und die Dynamik von Konfliktprozessen zwischen dem Staat und oppositionellen Gruppen.
Die zentrale Forschungsfrage ist, ob eine soziale Bewegung als „Wurzel“ des Terrorismus angesehen werden kann und ob eine direkte kausale Verbindung zwischen dem Scheitern friedlicher Reformanliegen und terroristischer Gewalt existiert.
Der Autor führt eine theoretische Analyse auf Basis soziologischer Paradigmen (u.a. Ressourcenmobilisierung, Karriere-Modell, Eskalationsmechanik) durch und ergänzt diese durch eine empirische Untersuchung verschiedener historischer Gründungsgeschichten terroristischer Vereinigungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Entstehung von Protestbewegungen und der Analyse staatlicher Repressionsstrategien. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Eskalationsspirale zwischen „Reiz und Reaktion“ sowie der individuellen Radikalisierung (mikro-soziale Ebene).
Zu den prägenden Begriffen zählen Terrorismus, soziale Bewegung, Eskalationsmechanik, staatliches Gewaltmonopol, Radikalisierung, relative Deprivation und politische Gewalt.
Das Modell erklärt, wie sich einzelne Aktivisten innerhalb sozialer Bewegungen durch spezifische Motive, psychosoziale Belastungen und das Fehlen legaler Handlungsalternativen zunehmend radikalisieren und schließlich bewusst den Weg in die Illegalität wählen.
Die Arbeit betont, dass Medien oft als Bühne für Provokationen dienen. Eine unangemessene Berichterstattung oder ein „pro-polizeilicher“ Bias kann bei den Protestierenden das Gefühl der Ohnmacht verstärken und somit die Entscheidung für radikalere, gewaltvolle Mittel forcieren.
Der Autor ordnet das Black-Power-Movement primär als soziale Bewegung ein, die gegen staatliche Willkür protestierte. Er warnt davor, die gesamte Bewegung vorschnell als terroristisch zu stigmatisieren, räumt jedoch ein, dass aus dem Umfeld der Bewegung, wie etwa den Black Panthers, gewaltsame Splittergruppen hervorgingen.
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