Masterarbeit, 2021
120 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Jahrgangsübergreifendes Lernen
2.1. Begriffsbestimmung jahrgangsübergreifendes Lernen
2.2. Entwicklung und Ziele des jahrgangsübergreifenden Lernens
2.2.1. Reformpädagogische Bewegungen
2.2.2. Forschungsstand
2.2.3. Aktuelle Umsetzung und Ziele von Jahrgangsmischung
3. Helfen im jahrgangsübergreifenden Lernen
3.1. Begriffsbestimmung Helfen
3.2. Arten von Hilfestellungen unter Kindern
3.2.1. Hilfestellungen in Bezug auf den Lerninhalt
3.2.2. Hilfestellungen in Bezug auf Material
3.2.3. Hilfestellungen in Bezug auf Regeln und Rituale
3.3. Lernförderlichkeit von Hilfestellungen unter Kindern
3.3.1. Lerntheoretische Begründung
3.3.2. Qualitätsmerkmale lernförderlicher Hilfestellungen
3.3.3. Förderung von Hilfestellungen im Unterricht
4. Jahrgangsübergreifendes Lernen an der
4.1. Konzept der Schule
4.2. Etablierung und Entwicklungsgeschichte des jahrgangsübergreifenden Lernens
5. Zusammenfassung und Fragestellungen
6. Die Rolle des gegenseitigen Helfens aus Sicht von Lehrerinnen der
6.1. Untersuchungsdesign
6.1.1. Methode
6.1.2. Stichprobe
6.1.3. Datenerhebung und -auswertung
6.2. Ergebnisse
6.2.1. Rollenverteilung bei der gegenseitigen Hilfe von Kindern
6.2.2. Merkmale der gegenseitigen Hilfe von Kindern
6.2.3. Förderung von gegenseitiger Hilfe von Kindern
6.3. Diskussion
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des jahrgangsübergreifenden Lernens, insbesondere das gegenseitige Helfen unter Kindern, als förderlich für die sozial-emotionale Kompetenz und den fachlichen Lernzuwachs in der Schuleingangsphase und darüber hinaus. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der schulpraktischen Umsetzung von Rollenverteilungen in Helfende und Hilfeempfangende und deren Beitrag zu unproblematischen Hilfeprozessen.
3.3.2. Qualitätsmerkmale lernförderlicher Hilfestellungen
Auch der bisherige Forschungsstand führt insgesamt zu der Annahme, dass Kinderinteraktionen und Lernleistungen eng miteinander verschränkt sind (vgl. Krappmann/Oswald, 1995: 142) und dass, bezogen auf das jahrgangsbezogene Lernen „sowohl die jüngeren als auch die älteren Kinder, die leistungsschwächeren als auch die leistungsstärkeren Kinder durch das gegenseitige Unterstützen und Helfen von einer gemischten Lernsituation profitieren“ (vgl. Kucharz/Wagener, 2007: 21). Jedoch bergen nicht allen Hilfestellungen das gleiche Potential für einen möglichst großen Lernzuwachs der Kinder. So zeigte die Untersuchung von Krappmann und Oswald (1995), dass Interaktionen zwischen Gleichaltrigen nicht zwangsläufig „eine förderliche Wirkung auf die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten“ (Krappmann/Oswald, 1995: 155) zugeschrieben werden kann. Entscheidend für den Lernzuwachs der Kinder ist vielmehr, wie die Hilfestellungen konkret gestaltet sind, da für verschiedene Arten von Hilfestellungen unterschiedliche Qualitäten im Hinblick auf den möglichen Lernzuwachs festgestellt werden konnten.
Shell und Eisenberg (1996) unterscheiden in ihrer Untersuchung hierzu zwischen direkten und indirekten Hilfestellungen. Direkte Hilfestellungen verstehen sie als Hilfen, die Kinder nur geringfügig in der eigenständigen Weiterarbeit an einer Aufgabe unterstützen (vgl. Shell/Eisenberg, 1996: 1391). So übernimmt die helfende Person bei direkten Hilfen in erster Linie die Verantwortung für die Lösung des Problems, ohne aber Hinweise, Vorschläge oder Umschreibungen des Problems zu liefern (vgl. Wagener, 2014:101). Zu direkten Hilfestellungen kann das Vorsagen und das Aufgabenstellung vorlesen (vgl. 3.2.1.) gezählt werden. Indirekte Hilfestellungen, zu denen das Lösungsweg erklären (vgl. ebd.) zählt, ermöglichen es Hilfesuchenden hingegen, die eigene Arbeit durch Anregungen und Unterstützungen selbstständig weiterzuführen (vgl. Wagener, 2010: 75). Hier übernimmt die helfende Person eine eher partnerschaftliche Rolle gegenüber dem hilfeempfangenden Kind (vgl. Wagener 2014: 101).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Jahrgangsmischung und deren Potenziale für soziales und fachliches Lernen durch gegenseitige Hilfe ein und skizziert das Forschungsinteresse.
2. Jahrgangsübergreifendes Lernen: Dieses Kapitel definiert den Begriff des jahrgangsübergreifenden Lernens, erläutert dessen historische Entwicklung durch reformpädagogische Konzepte und stellt den aktuellen Forschungsstand sowie gesetzliche Rahmenbedingungen dar.
3. Helfen im jahrgangsübergreifenden Lernen: Dieser Theorieabschnitt definiert Helfen im schulischen Kontext, differenziert verschiedene Arten von Hilfestellungen (inhaltlich, materialorientiert, regelbezogen) und analysiert deren Lernförderlichkeit aus lerntheoretischer Sicht.
4. Jahrgangsübergreifendes Lernen an der : Hier werden das schulspezifische Konzept der Jahrgangsmischung sowie die Etablierung und Entwicklungsgeschichte der untersuchten Schule detailliert beschrieben.
5. Zusammenfassung und Fragestellungen: Dieses Kapitel fasst die theoretischen Hintergründe zusammen und leitet daraus die konkreten Forschungsfragen für die empirische Untersuchung ab.
6. Die Rolle des gegenseitigen Helfens aus Sicht von Lehrerinnen der : Dieser zentrale Teil beschreibt das Untersuchungsdesign der qualitativen Interviewstudie, präsentiert die Ergebnisse zur Rollenverteilung, zu den Merkmalen und zur Förderung von Hilfe und diskutiert diese anschließend.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Studie zusammen und reflektiert deren Bedeutung für die Schulpraxis sowie mögliche zukünftige Forschungsansätze.
Jahrgangsübergreifendes Lernen, Jahrgangsmischung, gegenseitige Hilfe, Hilfestellungen, soziale Kompetenz, Patensystem, Grundschule, Lehrkräfte, Qualitatives Interview, Lernförderlichkeit, Rollenverteilung, Kooperation, Schulentwicklung, soziale Interaktion, Unterrichtsgestaltung.
Die Arbeit untersucht das gegenseitige Helfen unter Kindern in einer jahrgangsgemischten Grundschulumgebung und beleuchtet dabei, wie sich dieses Helfen auf das soziale und fachliche Lernen auswirkt.
Die zentralen Themen sind das jahrgangsübergreifende Lernen, die Definition und Klassifizierung von Hilfestellungen unter Kindern sowie die Rolle der Lehrkräfte bei der Gestaltung und Förderung dieser Hilfeprozesse.
Das primäre Ziel ist es, in einer qualitativen Studie mit Lehrkräften herauszufinden, inwiefern die spezifische Jahrgangsmischung der untersuchten Schule zu klaren Rollenverteilungen zwischen helfenden und hilfeempfangenden Kindern führt und wie dies das Entstehen lernförderlicher Hilfesituationen beeinflusst.
Die Autorin verwendet eine qualitative methodische Herangehensweise, konkret Leitfadeninterviews mit fünf Lehrerinnen, um Expertenwissen über die Schulpraxis zu generieren.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zu den verschiedenen Formen und der Lernförderlichkeit von Hilfestellungen sowie einen empirischen Teil, in dem die Interviews ausgewertet und diskutiert werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Jahrgangsmischung, gegenseitige Hilfe, soziale Kompetenz, Patensystem und Lernförderlichkeit charakterisieren.
Das Patensystem ist das zentrale Element, um eine klare Rollenverteilung in Helfende (älter) und Hilfeempfangende (jünger) zu schaffen, was besonders zu Schulbeginn Sicherheit bietet und organisatorische Abläufe erleichtert.
Ja, in einigen Fällen kann es zu Überforderung bei den Helfenden kommen, zu einer "Helikopter"-Rolle, oder dazu, dass jüngere Kinder stigmatisiert werden, weshalb die Lehrkräfte aktiv daran arbeiten, diese Rollen im Verlauf der Schulzeit aufzulockern.
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