Masterarbeit, 2022
80 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Terminologien, Theorien und Determinanten fremdenfeindlicher Einstellungen
2.1 Terminologie und Begriffe der Migration
2.2 Determinanten fremdenfeindlicher Einstellungen
2.2.1 Globalisierung als Determinante für fremdenfeindliche Einstellungen
2.2.2 (Defizitärer) Kontakt als Determinante fremdenfeindlicher Einstellungen
3. Deutsche Migrationspolitik seit den 1990er-Jahren
4. Hypothesen
5. Empirische Entwicklung der Einstellungen gegenüber Migration in Zeiten hoher Zuwanderung
5.1 Forschungsstand
5.2 Vorstellung des Datensatzes
5.3 Operationalisierung
5.4 Methodik
5.5 Korrelationsanalyse mit Spearman’s Rho
5.6 Entwicklung der Einstellungen – deskriptiv
5.7 Einfache lineare Regression
5.8 Multiple lineare Regression
6. Hypothesenüberprüfung und Interpretation
7. Diskussion und kritische Würdigung
8. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen gesellschaftlicher Ereignisse, insbesondere der Flüchtlingskrise, auf die Einstellungen der deutschen Bevölkerung gegenüber Migranten und Schutzsuchenden. Durch eine retrospektive Panelanalyse wird erforscht, ob und inwieweit hohe Zuwanderungszahlen langfristig zu einer Veränderung dieser Einstellungen führen oder ob die Haltung der Bürger von anderen sozioökonomischen Faktoren beeinflusst wird.
1. Einleitung
‚Wir schaffen das!‘ – mit diesem berühmten und vielzitierten Leitspruch ermutigte die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Bundespressekonferenz im Sommer 2015 die Bevölkerung. Zu dieser Zeit war Europa – vor allem Deutschland – von hohen Zuwanderungszahlen geprägt – die sogenannte Flüchtlingskrise brach aus. Merkel polarisierte mit ihrer pro-migrantischen Haltung und löste europaweit, aber auch national, Kontroversen aus (Fábián 2019: 77). Die offen geführte Flüchtlingspolitik zeigte auf der einen Seite einen großen Teil der Bürger, der die Zugewanderten an Bahnhöfen und Flughäfen solidarisch willkommen hieß. Auf der anderen Seite wuchsen kritische und populistische Stimmen und neue Bewegungen wie Pegida entstanden.
Auch die bereits 2013 gegründete und ursprünglich euroskeptische Partei Alternative für Deutschland (AfD) wechselte ihren Kurs mit steigender Anzahl der Zuwanderungen nach rechts (Huckebrink 2020). Auch die Proteste und Angriffe gegenüber Migranten wurden lauter, sodass die Regierung sich dazu entschloss, die sogenannte Balkanroute im März 2016 zu schließen. Die eintreffende Covid-19 Pandemie im Jahr 2019 hat die Zuwanderung von Migranten zusätzlich reduziert (Brücker/Herbert et al. 2020: 8 f.).
Obwohl die Zuwanderungszahlen seitdem rückläufig sind, steht Deutschland bis heute vor der Herausforderung, Zuwanderer, Schutzsuchende und die Bevölkerung miteinander in Einklang zu bringen. Die Integration von Migranten auf der einen Seite und die kritischen Stimmen gegenüber Zuwanderung aufseiten der Bevölkerung stellen eine Herausforderung für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik dar (ebd.). Wie Medien berichten, sind trotz rückläufiger Zuwanderung und der Covid-19-Pandemie Angriffe auf Schutzsuchende allgegenwärtig (Trimborn 2021; ZDF 2021; Speit 2021, Bundesamt für Verfassungsschutz 2021; Tagesschau 2021).
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Flüchtlingskrise in Deutschland ein, skizziert die gesellschaftliche Herausforderung durch hohe Zuwanderungszahlen und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Entwicklung der Bürgereinstellungen.
2. Terminologien, Theorien und Determinanten fremdenfeindlicher Einstellungen: Hier werden theoretische Grundlagen zu Begriffen der Migration geschaffen und soziologische sowie psychologische Erklärungsmodelle für Fremdenfeindlichkeit, wie Globalisierungseffekte und die Kontakthypothese, diskutiert.
3. Deutsche Migrationspolitik seit den 1990er-Jahren: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die migrationspolitischen Maßnahmen der Bundesrepublik seit der Wiedervereinigung und stellt den fallbezogenen Kontext für die empirische Analyse bereit.
4. Hypothesen: Basierend auf dem Theorieverständnis werden vier spezifische Hypothesen zur Einstellung von Globalisierungsverlierern und -gewinnern sowie zur allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung der Migrationseinstellungen aufgestellt.
5. Empirische Entwicklung der Einstellungen gegenüber Migration in Zeiten hoher Zuwanderung: Das Kernstück der Arbeit umfasst die Aufbereitung des GLES-Datensatzes, die methodische Vorgehensweise und die Durchführung von Korrelations- sowie Regressionsanalysen zur empirischen Untersuchung der Einstellungsverläufe.
6. Hypothesenüberprüfung und Interpretation: Hier werden die Ergebnisse der statistischen Analysen ausgewertet und den im vierten Kapitel aufgestellten Hypothesen gegenübergestellt, um zu prüfen, ob die theoretischen Annahmen empirisch gestützt werden können.
7. Diskussion und kritische Würdigung: Dieses Kapitel reflektiert die Stärken und Limitationen der gewählten empirischen Methode, diskutiert mögliche Verzerrungen bei der Datenerhebung und setzt die Ergebnisse in Bezug zu den gesellschaftlichen Realitäten.
8. Fazit und Ausblick: Abschließend werden die wichtigsten Erkenntnisse resümiert, der Beitrag der Arbeit zur Migrationsforschung unterstrichen und offene Fragestellungen für zukünftige Forschungsansätze formuliert.
Einstellungen, Migration, Flüchtlingskrise, Zuwanderung, Paneldaten, Deutschland, GLES, Globalisierung, Globalisierungsverlierer, Kontakthypothese, Integration, Regression, Politische Ökonomie, Wahlabsicht.
Die Arbeit analysiert, wie sich die Einstellungen der deutschen Bevölkerung gegenüber Migranten in Phasen hoher Zuwanderung, insbesondere während der Flüchtlingskrise 2015/2016, verändert haben.
Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen von Zuwanderungskontexten auf gesellschaftliche Einstellungen, die Rolle von Globalisierung als Determinante für fremdenfeindliche Tendenzen und der Einfluss von Integrationserfahrungen.
Das Hauptziel ist es zu untersuchen, ob hohe Zuwanderungszahlen kausale Veränderungen in den Einstellungen der Bürger bewirken und inwieweit unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, wie etwa Globalisierungsverlierer und -gewinner, verschieden auf diese Ereignisse reagieren.
Die Arbeit nutzt eine quantitative Panelanalyse. Dabei werden Daten der German Longitudinal Election Study (GLES) herangezogen, um mittels Spearman-Korrelationsanalysen sowie univariater und multivariater Regressionsmodelle Zusammenhänge empirisch zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, einen historischen Abriss der Migrationspolitik, die Formulierung von Hypothesen und den umfangreichen empirischen Teil, in dem Regressionsmodelle die Einstellungen zu Zuzugsmöglichkeiten und Integration detailliert auswerten.
Die Kernaspekte sind Einstellungsforschung, Migrationspolitik, Paneldatenanalyse, Globalisierungsfolgen und gesellschaftliche Polarisierung im deutschen Kontext.
Diese Gruppe ist zentral für die Arbeit; es wird postuliert, dass sich Individuen, die sich selbst als Verlierer der Globalisierung empfinden, durch Zuwanderung bedroht fühlen, was sich empirisch oft in einer negativeren Einstellung gegenüber Migration niederschlägt.
Entgegen der Erwartung, dass die Einstellung mit der Flüchtlingskrise generell negativer wurde, zeigt die Analyse, dass die negativen Werte bereits vor der Krise hoch waren und nach der Zuwanderungsphase tendenziell eher ein liberalisierender Effekt feststellbar ist.
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