Bachelorarbeit, 2018
58 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Das Drei-Säulen-Modell
2.1. Entstehungskontext des Modells
2.2. Das Konzept des Drei-Säulen-Modells
2.2.1. Die Legitimationssäule
2.2.2. Die Repressionssäule
2.2.3. Die Kooptationssäule
2.3. Der Stabilisierungsprozess
2.4. Der Destabilisierungsprozess
3. Das Fallbeispiel Saudi-Arabien
3.1. Historischer Hintergrund Saudi-Arabiens
3.2. Das politische System Saudi-Arabiens
4. Anwendung des Drei-Säulen-Modells auf Saudi-Arabien
4.1. Legitimation in Saudi-Arabien
4.2. Repression in Saudi-Arabien
4.3. Kooptation in Saudi-Arabien
4.4. Die Stabilisierungsprozesse der drei Säulen in Saudi-Arabien
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Stabilität des autokratischen Regimes in Saudi-Arabien unter Verwendung des Drei-Säulen-Modells nach Gerschewski et al., um zu analysieren, wie das Land seine autoritäre Herrschaft trotz regionaler Umbrüche bewahren konnte.
2.2. Das Konzept des Drei-Säulen-Modells
Das Drei-Säulen-Modell nach Gerschewski et al. versteht sich als ein theoretisches Konzept, das die Ursachen von Stabilität und Instabilität autokratischer Regime zu erklären versucht (Gerschewski/Merkel 2011: 24). Um das Modell grundlegend verstehen zu können, muss zunächst der Begriff Autokratie definiert werden. Dafür wird im Rahmen dieser Arbeit die in den Politikwissenschaften weitgehend anerkannte Definition von Juan Linz ([1964], 2000) verwendet.
Linz definiert autoritäre Regime als politische Systeme, die „einen begrenzten, nicht verantwortlichen politischen Pluralismus haben; die keine ausgearbeitete und leitende Ideologie, dafür aber ausgeprägte Mentalitäten besitzen und in denen keine extensive oder intensive politische Mobilisierung, von einigen Momenten in ihrer Entwicklung abgesehen, stattfindet und in denen ein Führer oder manchmal eine kleine Gruppe die Macht innerhalb formal kaum definierter, aber tatsächlich recht vorhersagbarer Grenzen ausübt“ (Linz 2000: 129).
Anders als frühere Ansätze, die sich meist nur auf einen Erklärungsfaktor autoritärer Stabilität fokussierten, ziehen Gerschewski et al. drei Säulen zur Erklärung heran: die Legitimations-, die Repressions- und die Kooptationssäule. Die Legitimationssäule zielt auf die aktive oder passive Regime-Unterstützung der breiten Bevölkerung, während die Repressionssäule potentielle Oppositionelle verdrängen soll. Schließlich sollen mithilfe der Kooptationssäule Eliten an das Regime gebunden werden. Die drei Säulen stehen zudem in kausaler Verbindung zueinander, wodurch sie nicht nur jede für sich, sondern vor allem auch im Zusammenspiel stabilisierend auf das autokratische System wirken (Gerschewski 2017: 239). Damit reduziert sich das Drei-Säulen-Modell im Gegensatz zu früheren Erklärungsansätzen nicht nur auf Mikro- oder Makrofaktoren, sondern vereint und synthetisiert beide Dimensionen zu einem umfassenden, kausalen Ansatz. Außerdem eignet sich das Modell aufgrund der Einbeziehung aller Akteure eines politischen Systems für jeden Autokratietyp und -subtyp (Gerschewski 2017: 239 f.).
1. Einleitung: Definiert das Forschungsinteresse an der Stabilität autokratischer Systeme und führt in das Drei-Säulen-Modell als analytischen Rahmen ein.
2. Das Drei-Säulen-Modell: Erläutert theoretisch die Konzepte der Legitimations-, Repressions- und Kooptationssäule sowie deren Mechanismen zur Stabilisierung und Destabilisierung.
3. Das Fallbeispiel Saudi-Arabien: Skizziert den historischen und politischen Kontext Saudi-Arabiens als absolute Monarchie mit einer engen Verbindung von Religion und Staatsführung.
4. Anwendung des Drei-Säulen-Modells auf Saudi-Arabien: Überträgt das theoretische Modell empirisch auf Saudi-Arabien und untersucht die Wirksamkeit der drei Säulen im lokalen Kontext.
5. Fazit und Ausblick: Resümiert die Ergebnisse und bewertet die künftige Stabilität des saudischen Regimes angesichts anstehender ökonomischer und gesellschaftlicher Transformationsprozesse.
Autokratie, Stabilität, Drei-Säulen-Modell, Saudi-Arabien, Legitimation, Repression, Kooptation, Rentierstaat, Politische Herrschaft, Islam, Wahhabismus, Modernisierung, Institutionen, Regimeunterstützung, Widerstand.
Die Arbeit untersucht die Mechanismen, durch die das autoritäre Regime in Saudi-Arabien seine Stabilität bewahrt. Dabei dient das theoretische Drei-Säulen-Modell nach Gerschewski et al. als Analyseraster.
Die Analyse fokussiert sich auf drei Hauptpfeiler: Legitimation durch Wohlstand und Religion, die Unterdrückung von Opposition durch harte und weiche Repression sowie die Einbindung wichtiger gesellschaftlicher Eliten durch Kooptation.
Das Hauptziel besteht darin herauszufinden, ob und wie Saudi-Arabien seine autokratische Regierungsform trotz verschiedener innerer und äußerer Herausforderungen langfristig stabil halten kann.
Die Forschungsarbeit nutzt einen qualitativen Ansatz, indem sie ein theoretisches Modell (das Drei-Säulen-Modell) auf den spezifischen Einzelfall Saudi-Arabien anwendet und hierbei durch empirische Indikatoren und Sekundärquellen untermauert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Modells, eine historische und politische Einordnung des saudischen Staates sowie eine detaillierte empirische Anwendung des Modells auf die saudi-arabischen Gegebenheiten.
Die zentralen Begriffe sind Autokratieforschung, Stabilitätsmechanismen, Rentierstaat-Dynamiken und das komplexe Zusammenspiel von Religion und machtpolitischer Kontrolle in Saudi-Arabien.
Es dient dazu, zu verdeutlichen, wie die Vergabe von Renten (Kooptation), die Einhaltung eines religiösen Gesellschaftsvertrages (Legitimation) und der Sicherheitsapparat (Repression) in Saudi-Arabien gemeinsam wirken, um das Königshaus an der Macht zu halten.
Der Autor argumentiert, dass die hohen Öleinnahmen für die Finanzierung von Subventionen und Sicherheitsmaßnahmen essenziell sind, womit die Stabilität des Regimes stark von der volatilen wirtschaftlichen Abhängigkeit und den globalen Energiemärkten beeinflusst wird.
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