Examensarbeit, 1998
121 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Zeit der Unmündigkeit
3. Johann und Otto im deutsch-dänischen Konflikt
4. Die Markgrafen als Gegner des Kaisers im welfischen Erbgüterstreit
5. Die Belehnung mit der Markgrafschaft
6. Auswirkungen der Fürstenprivilegien Friedrichs II. auf die Mark
7. Die Verfolgung der Häretiker
8. Der welfisch-staufische Ausgleich
9. Vollstreckung der Reichsacht gegen den Herzog von Österreich
10. Johann und Otto als Parteigänger des Kaisers
11. Die Anerkennung des Gegenkönigs Wilhelm von Holland
12. Der Kampf um die Reichsstadt Lübeck
13. Markgraf Ottos Bewerbung um den Königsthron
14. Die letzten Regierungsjahre
15. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der askanischen Markgrafen Johann I. und Otto III. von Brandenburg in der Reichspolitik zwischen 1220 und 1266/67, um ihre Beziehungen zum römisch-deutschen König sowie ihren veränderten rechtlichen Status innerhalb des Reiches zu analysieren.
1. Einleitung
Am Ende des 20.Jahrhunderts ist es selten geworden, dass sich die Mediävistik an die Erforschung von Einzelgestalten heranwagt, wo doch die Politikgeschichte in den letzten Jahrzehnten immer mehr zugunsten einer Herausarbeitung von Strukturen, Mentalitäten sowie Sozial- und Wirtschaftsgefügen zurückgetreten ist. Sicherlich ist dem Vorwurf zuzustimmen, dass der Blickwinkel der älteren Forschung etwas einseitig auf den sogenannten „Gestaltern von Geschichte“ gelegen hat, wofür allerdings neben gewissen gesellschaftlichen Intentionen auch die Quellensituation mitverantwortlich zu machen ist. Klerus und Adel sind Mittelpunkt der schriftlichen Überlieferungen, Bürger dagegen weniger und Bettler und Bauern fast gar nicht. Zudem ist die Regional- als auch die Reichsgeschichte jener Zeit weniger Landesgeschichte (im geographischen Sinne), denn Personengeschichte - schließlich definieren wir das hochmittelalterliche Verfassungsgebilde ja immer noch als „Personenverbandsstaat“.
Wenn sich die folgende Arbeit auf die Regierungszeit der Markgrafen Johann I. und Otto III. von Brandenburg (1220-1266/67) festlegt, so soll damit nicht neue „Heldengeschichte“ geschrieben werden. Es geschieht dies lediglich zu dem Zweck, eine zeitliche Begrenzung zu haben, die eine möglichst detailgenaue Betrachtung des Themas erlaubt, ohne jedoch den vorgegebenen Rahmen der Arbeit zu sprengen. Die gewonnenen Ergebnisse ihrerseits können dann einen Mosaikstein größerer Strukturgeschichte darstellen, Zusammenhänge erhellen und zu allgemeineren Aussagen über das Verhältnis von Fürsten zu König und Reich führen.
1. Einleitung: Die Einleitung diskutiert den Stellenwert der Politikgeschichte in der Mediävistik und legt den zeitlichen sowie methodischen Rahmen für die Untersuchung der Reichspolitik der Markgrafen fest.
2. Die Zeit der Unmündigkeit: Dieses Kapitel behandelt die Vormundschaft über die minderjährigen Markgrafen nach dem Tod Albrechts II. und die schwierigen lehnsrechtlichen Verhältnisse zur Zeit ihrer frühen Regierung.
3. Johann und Otto im deutsch-dänischen Konflikt: Es werden die Einflüsse der dänischen Machtpolitik auf die Mark und die Rolle der Markgrafen im Kontext norddeutscher Machtkämpfe beleuchtet.
4. Die Markgrafen als Gegner des Kaisers im welfischen Erbgüterstreit: Das Kapitel analysiert das tatkräftige Eingreifen der Markgrafen im Konflikt um das welfische Erbe und ihre Unterstützung ihres Schwagers Otto des Kindes gegen kaiserliche Interessen.
5. Die Belehnung mit der Markgrafschaft: Hier wird der erste bedeutende formelle Akt der Belehnung Johanns I. und Ottos III. durch Kaiser Friedrich II. und dessen reichsrechtliche Bedeutung untersucht.
6. Auswirkungen der Fürstenprivilegien Friedrichs II. auf die Mark: Es wird geprüft, inwiefern die kaiserlichen Statuten die landesherrliche Macht der Brandenburger Markgrafen in der Praxis beeinflussten.
7. Die Verfolgung der Häretiker: Das Kapitel beleuchtet die Haltung der Markgrafen zur Inquisition und ihre Teilnahme an Hoftagen, die sich mit Ketzerverfolgungen befassten.
8. Der welfisch-staufische Ausgleich: Hier wird die Rolle der Markgrafen als Vermittler im Ausgleich zwischen Staufern und Welfen sowie die Erhebung Ottos des Kindes zum Reichsfürsten thematisiert.
9. Vollstreckung der Reichsacht gegen den Herzog von Österreich: Die Beteiligung der Markgrafen an den Plänen zur Vollstreckung der Reichsacht gegen den österreichischen Herzog Friedrich den Streitbaren steht im Fokus.
10. Johann und Otto als Parteigänger des Kaisers: Dieses Kapitel untersucht die stärkere Einbindung der Markgrafen in die staufische Reichspolitik und ihr Verhältnis zu König Konrad IV.
11. Die Anerkennung des Gegenkönigs Wilhelm von Holland: Die diplomatischen Bemühungen um die Anerkennung Wilhelms von Holland und die politische Rolle der Askanier dabei werden dargelegt.
12. Der Kampf um die Reichsstadt Lübeck: Die Versuche der Markgrafen, ihre Stadtherrschaft über das umstrittene Lübeck zu etablieren, bilden den Kern dieses Abschnitts.
13. Markgraf Ottos Bewerbung um den Königsthron: Das Kapitel analysiert den Höhepunkt der askanischen Reichspolitik: die Kandidatur Ottos III. für den Königsthron und ihr Scheitern.
14. Die letzten Regierungsjahre: Den Abschluss bilden die territorialpolitischen Aktivitäten Johanns und Ottos sowie die Regelung der Nachfolge durch die Landesteilung.
15. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse bezüglich der Ereignisfelder und bewertet den tatsächlichen Einfluss der Markgrafen auf die Reichspolitik.
Markgrafen von Brandenburg, Johann I., Otto III., Reichspolitik, Friedrich II., Askanier, Lehnshoheit, Statutum in favorem principum, Landfrieden, Doppelwahl 1257, Lübeck, Reichsfürsten, Territorialherrschaft, Landesausbau, Mittelalter
Die Arbeit untersucht die Reichspolitik der brandenburgischen Markgrafen Johann I. und Otto III. im 13. Jahrhundert und beleuchtet ihr Verhältnis zum römisch-deutschen König sowie die Entwicklung ihrer landesherrlichen Stellung.
Zentrale Themen sind die askanischen Ansprüche auf Gebiete wie Pommern, das rechtliche Verhältnis der Markgrafen zum Reich, ihr Agieren in dynastischen Konflikten und ihre Rolle bei Königswahlen.
Ziel ist es, die Rolle der askanischen Markgrafen im Reichssystem des Hochmittelalters auf Basis des aktuellen Forschungsstandes neu zu bewerten und zu klären, wie aktiv sie tatsächlich in die überregionale Politik eingriffen.
Der Autor wählt eine chronologisch-ereignisgeschichtliche Darstellung, die er mit verfassungs- und rechtsgeschichtlichen Analysen kombiniert, um die komplexe Rolle der Markgrafen als Reichsfürsten und Landesherren zu erfassen.
Der Hauptteil analysiert spezifische Ereignisfelder, darunter Kontakte zu römisch-deutschen Königen (z.B. bei Hoftagen, Belehnungen) sowie Veränderungen ihres rechtlichen Status, wie durch die Fürstenprivilegien oder die Erlangung der Kurfürstenwürde.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Reichspolitik, Askanier, Belehnung, Landesherrschaft, Kurfürstenkolleg und das mittelalterliche Verfassungsgefüge geprägt.
Mechthild war eine politisch agierende Witwe, die während der Unmündigkeit ihrer Söhne maßgeblichen Einfluss auf die Lehnsverhältnisse und die Sicherung des askanischen Besitzes ausübte.
Obwohl der König den Markgrafen Lübeck formell verlieh, stieß dies auf erbitterten Widerstand der Stadt, die ihre Autonomie verteidigte, sowie auf konkurrierende Ansprüche welfischer Schirmvögte und diplomatisches Eingreifen des Papstes.
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