Bachelorarbeit, 2008
60 Seiten, Note: 2,7
I. Themenschwerpunkt und Methode
II. Karikaturen in der Betrachtung interkultureller Wahrnehmungsvorgänge
1. Zur Spezifik der Pressekarikatur
2. Karikaturen und Erinnerungsorte in der Gedächtnistheorie
III. Die Rezeption der deutschen Wiedervereinigung in der französischen Pressekarikatur
1. Historische Erinnerungsorte im neuen Kontext
1.1 Ein internationaler Lieu de mémoire: „Ich bin ein Berliner!“
1.2 Ein deutsch-französischer Lieu de mémoire: Die Bruderhand
2. Die Bedrohung durch „la grosse Allemagne“
2.1 Die alte Angst vor Preußen
2.2 Die Symbolik des Brandenburger Tors im Wandel?
2.3 Die Bedrohung durch Großdeutschland
2.4 Fazit: Die französische Angst vor der deutschen Wiedervereinigung
3. Frankreichs Zögern nach der Angst
3.1 Deutschland im Alleingang?
3.2 Frankreich wartet weiter ab
3.3 Politische Hintergründe für Frankreichs Zögern
4. Innerdeutsches aus französischer Sicht betrachtet
4.1 Problemlos vom Sozialismus zum Kapitalismus?
4.2 Die Banane als Symptom für innerdeutsche Kluften
5. Die Wiedervereinigung in der Tradition europäischer Geschichte
5.1 Die Revolutionen 1789 und 1989
5.2 Eine historische europäische Brücke
6. Die Wiedervereinigung im Rückblick
6.1 Ein nüchternes erstes Jubiläum
6.2 Fünf Jahre nach dem Mauerfall
6.3 Fazit: Das deutsch-französische Tandem fasst wieder Tritt
IV. Resümee und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie die Zeit des deutschen Einigungsprozesses zwischen dem Mauerfall 1989 und der deutschen Einheit 1990 in der französischen Pressekarikatur rezipiert und dargestellt wurde, wobei der Fokus insbesondere auf kulturwissenschaftlich relevanten Stereotypen und Erinnerungsorten liegt.
Die Bedrohung durch Großdeutschland
Escaro stellt zeigt in seiner Karikatur einen kleinen Mitterrand, der einer gigantischen Germania gegenüber steht. Sie wird dargestellt als eine kräftige, vollbusige, mächtige, ja beinahe beängstigende Frau mit dem typischen germanischen Zopfkranz. Des Weiteren trägt sie eine Brille, was für Germaniadarstellungen eher untypisch ist. Germania hält außerdem ein Papier mit dem Datum des 3. Oktobers 1990 in der Hand.
Ihr gegenüber postiert sich François Mitterrand, der französische Staatspräsident. Mit seiner steifen Miene, dem entschiedenen Gesichtsausdruck, der strammen Haltung und seiner geschwellten Brust steht er zwar verhältnismäßig winzig, aber dennoch widerstandsfähig und nicht ohnmächtig der übermächtigen Germania entgegen. Er hält nichts in seinen Händen, denn diese hat er in seine Hosentaschen gesteckt.
Als Bildunterschrift ist zu lesen: „Plus fort que la Tontonmania… la Germania!“.
Zur Begriffsklärung ist zunächst zu sagen, dass die oftmals bezopfte Germania schlechthin als Verkörperung für Deutschland gilt. Escaro bedient sich hier also einer typischen Allegorie, die durch ihre charakteristischen Zöpfe auch für Nicht-Deutsche die deutsche Germania erkennen lassen.
I. Themenschwerpunkt und Methode: Einleitung in die Thematik der deutsch-französischen Beziehungen anhand von Karikaturen und Definition der methodischen Vorgehensweise.
II. Karikaturen in der Betrachtung interkultureller Wahrnehmungsvorgänge: Theoretische Auseinandersetzung mit der Spezifik von Pressekarikaturen und ihrer Rolle im kollektiven Gedächtnis.
III. Die Rezeption der deutschen Wiedervereinigung in der französischen Pressekarikatur: Hauptteil der Arbeit, der anhand konkreter Fallbeispiele die französische Sicht auf die deutsche Einheit und das daraus resultierende Zögern analysiert.
IV. Resümee und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und ein Ausblick auf die Entwicklung der deutsch-französischen Freundschaft bis 2008.
Wiedervereinigung, Frankreich, Karikatur, Deutschlandbild, Presse, Stereotype, Erinnerungsorte, Kollektives Gedächtnis, Mitterrand, Kohl, deutsch-französische Beziehungen, Mauerfall, Bildsatire, Symbolik, Erbfreunde.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der französischen Pressekarikatur zur Zeit des deutschen Wiedervereinigungsprozesses zwischen 1989 und 1990.
Zentral sind die Wahrnehmung des deutschen Nachbarn in Frankreich, der Rückgriff auf historische Feindbilder sowie die Analyse politischer Satire als Spiegel gesellschaftlicher Ängste.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie französische Medien die Ängste vor einem vereinten Deutschland durch den gezielten Einsatz von Symbolen und Stereotypen verarbeiteten.
Es wird eine kulturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die bildliche Darstellungen und Symbole im Kontext des kollektiven Gedächtnisses interpretiert.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Interpretation ausgewählter Karikaturen, unterteilt in Themenbereiche wie historische Erinnerungsorte, die Angst vor der deutschen Vorherrschaft und den innerdeutschen Einigungsprozess.
Wichtige Begriffe sind Wiedervereinigung, deutsch-französische Beziehungen, Karikaturen, Nationalstereotype und das kollektive Gedächtnis.
Marianne repräsentiert das französische Selbstbild, oft in Kontrast zur deutschen "Germania" gesetzt, um die unterschiedlichen nationalen Positionen und historischen Selbstverständnisse zu verdeutlichen.
Der Begriff dient als ironische Anspielung auf den Personenkult um Mitterrand und wird vom Karikaturisten genutzt, um ein familiäres, aber despektierliches Verhältnis zur politischen Führung auszudrücken.
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