Diplomarbeit, 2007
76 Seiten, Note: 3,0
1 Einleitung
2 Begriffserklärung
2.1 Migration
2.2 Erklärungsversuch der Migrationsgründe anhand des Push-Pull-Modells
2.3 Integration
3 Geschichte
3.1 Erste Migration 1870-1914
3.1.1 Ruhrpolen: Polnischsprachige Einwanderer im Ruhrgebiet
3.1.2 Die Integration polnischer Zuwanderer in Berlin
3.1.3 Zusammenfassung
3.2 Die polnischen Migrationstendenzen nach dem Jahr 1914
3.3 Die Migration während des Nationalsozialismus 1933-1939
3.4 Die Migration im Zweiten Weltkrieg 1939-1945
3.5 Die Entwicklung der polnischen Migrationsströme nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Jahr 1980
3.6 Der Migrationsboom in den 80er Jahren
3.7 Die Migration in den 90er Jahren
4 Arbeitsmigration nach Polens EU- Beitritt am 1.Mai 2004
4.1 Aktuelle Entwicklungsprozesse der Migration
4.1.1 Ursachen der heutigen Migration
4.1.2 Entstehung der transnationalen Migration und Mobilität
4.2 Charakteristika der Gruppen von heutigen Arbeitsmigranten aus Polen
4.2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen der heutigen Migranten
4.2.1.1 Saison-, Werkvertrags- und Gastarbeiter, Schaustellergehilfen
4.2.1.2 Grenzgänger
4.2.1.3 Au-pairs
4.2.1.4 Haushaltshilfen in Haushalten mit Pflegebedürftigen
4.2.1.5 Polnische Studenten
4.2.1.6 Selbstständige
4.2.1.7 Heiratsmigration
4.2.2 Illegale Migration
5 Integration
5.1 Integrationstheorie von Esser
5.2 Integrationsprozess
5.2.1 Aspekte der kognitiven Integration
5.2.1.1 Spracherwerb
5.2.2 Aspekte der strukturellen/sozialen Integration
5.2.2.1 Schulische Integration
5.2.2.2 Berufliche Integration
5.2.2.3 Konsum- und Freizeitverhalten
5.2.2.4 Wohnsituation
5.2.3 Aspekte der identifikativen Integration
5.2.3.1 Nationale Identität
5.2.3.2 Diskriminierung
5.2.3.3 Politische Präferenzen
6 Gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen der Integration
6.1 Psychosoziale Dienste
6.2 Rolle der Selbsthilfen und Selbstorganisationen
6.2.1 Selbsthilfen
6.2.2 Polonia-Selbstorganisationen
6.2.3 Polnischer Sozialrat
6.3 Rolle der Kirche
6.4 Ausländer- und Integrationspolitik
6.4.1 Zuwanderungsgesetz- Integrationskurse
6.5 Rolle der Massenmedien
6.5.1 Polnische Medien in Deutschland
6.5.2 Deutsche Medien
7 Schluss
Die Arbeit untersucht die Lebenssituation, Integrationschancen und Integrationsbarrieren polnischer Migranten in Deutschland. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für diese heterogene Gruppe zu entwickeln, die trotz ihrer Größe oft wenig von der deutschen Gesellschaft wahrgenommen wird.
4.1.2 Entstehung der transnationalen Migration und Mobilität
Im Laufe der Jahre haben sich die klassischen Forschungstheorien internationaler Migration ein bisschen geändert. Im Zeitalter von Globalisierung ist die Migration als ein in Raum und Zeit kontinuierlicher sozialer Prozess zu verstehen. Vertreter neuer Ansätze der Migrationforschung versuchen das Push-Pull-Modell zu überwinden. Sie kritisieren, dass die klassischen Ansätze die Gesellschaft als eine begrenzte Ganzheit betrachten. Die neuen Ansätze begreifen Migration als einen dauerhaften Zustand und damit als eine neue soziale Lebenswirklichkeit für eine zunehmende Zahl von Menschen. So entstehen transnationale soziale Räume. Die Migranten schaffen „soziale Felder, die das Land ihrer Herkunft und das Land ihrer Niederlassung miteinander verbinden“. Sie entwickeln und unterstützen vielfältige, grenzüberschreitende Beziehungen im familiären, ökonomischen, sozialen, religiösen und politischen Bereich und handeln in Netzwerken, die sie an zwei oder mehr Gesellschaften binden. (Miera 2001, S. 141)
Dadurch entwickelt sich ein Typus von Migranten , die sog. transnationalen Migranten und damit die transnationale Mobilität.
An dem folgenden Beispiel wird gezeigt, dass die sozialen Räume der polnischen Migration sehr komplex und heterogen zusammengesetzt sind;
„Ende der 90er Jahren kam illegal Danuta mit 28 Jahren nach Frankfurt. Nach drei Jahren illegalen Aufenthalts und Beschäftigung als Putzfrau fing sie ein Studium in Deutschland an, um ihren legalen Aufenthaltsstatus und Arbeitserlaubnis zu bekommen. In der Zwischenzeit kam ihr 5 Jahre jüngerer Bruder, der fast ohne Deutschkenntnisse eine Anerkennung als Aussiedler erhalten hatte. Er fand schnell eine Arbeit im Baugewerbe und eine Wohnung, in die er mit seiner Frau aus Polen einzog. Im Gegensatz zum Bruder, wurde die Schwester nicht als Aussiedler anerkannt. Sie wurde im Jahr 1970 geboren. Um als Aussiedlerin anerkannt zu werden, mussten ihre beiden Eltern deutschstämmig sein, jedoch hatte nur ihre Mutter deutsche Vorfahren. Der Bruder hatte alle Voraussetzungen erfüllt, da er nach dem Jahr 1975 geboren wurde, und seit dem genügte es, für die Anerkennung als Aussiedler nur einen deutschstämmiger Elternteil zu haben.
Eine andere Schwester dieser Familie hatte auch keine Anerkennung als Aussiedler bekommen. Sie arbeitet illegal in Holland als Haushaltshilfe und pendelt zwischen den Staaten.“ (Danuta 36, Germanistikstudentin)
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die Größe und Heterogenität der polnischen Zuwanderergruppe in Deutschland und benennt das Ziel, ihre Lebenssituation sowie Integrationschancen und -barrieren zu analysieren.
2 Begriffserklärung: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe Migration und Integration und erläutert das Push-Pull-Modell als wissenschaftlichen Erklärungsansatz für Wanderungsbewegungen.
3 Geschichte: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung polnischer Migration seit dem späten 19. Jahrhundert bis in die 90er Jahre und zeigt die unterschiedlichen Phasen und Bedingungen auf.
4 Arbeitsmigration nach Polens EU- Beitritt am 1.Mai 2004: Dieses Kapitel analysiert aktuelle Migrationsprozesse, die rechtlichen Rahmenbedingungen für polnische Arbeitskräfte und die verschiedenen Formen der Arbeitsmigration.
5 Integration: Hier wird der Integrationsprozess theoretisch auf Basis des Modells von Hartmut Esser fundiert und anhand verschiedener Dimensionen wie Sprache, Schule und Beruf detailliert untersucht.
6 Gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen der Integration: Dieses Kapitel erörtert externe Einflussfaktoren auf den Integrationsprozess, darunter psychosoziale Dienste, Selbsthilfeorganisationen, die Rolle der Kirche, staatliche Politik sowie die Medien.
7 Schluss: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit, Barrieren abzubauen, um das Potenzial der polnischen Migranten besser zu nutzen.
Polen, Deutschland, Migration, Integration, Arbeitsmigration, Aussiedler, Transnationale Mobilität, Identität, Soziale Netzwerke, Diskriminierung, Sprachkenntnisse, Arbeitsmarkt, Integrationspolitik, Polonia, Selbstorganisationen
Die Diplomarbeit untersucht die Integrationschancen und -barrieren von in Deutschland lebenden polnischen Migranten.
Zu den zentralen Themen gehören die Geschichte der polnischen Migration, die aktuelle Arbeitsmigration nach dem EU-Beitritt Polens, der theoretische Integrationsprozess nach Hartmut Esser sowie gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen wie Medien und Unterstützungseinrichtungen.
Ziel der Arbeit ist es, die heutige Lebenssituation polnischer Migranten in Deutschland besser zu verstehen und die Faktoren zu identifizieren, die ihre Integration fördern oder behindern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse. Ergänzt wurde dies durch eigene Beobachtungen der Autorin sowie durch Informationen aus Befragungen verschiedener Institutionen und Personen.
Der Hauptteil behandelt die historische Einordnung, die aktuelle arbeitsrechtliche Situation, die theoretische Analyse der Integration (kognitiv, strukturell, identitativ) sowie den Einfluss externer Faktoren wie Politik, Religion und Medien.
Wichtige Schlagworte sind Migration, Integration, Polen, Arbeitsmigration, Aussiedler, Transnationale Mobilität und Diskriminierung.
Die Autorin sieht in der sogenannten "Unsichtbarkeit" ein zentrales Charakteristikum, das aus dem Anpassungsdruck sowie der Tendenz der Gruppe zur Bildung von Parallelgesellschaften resultiert und den Zugang zu Unterstützung erschwert.
Die Autorin stellt fest, dass die polnischen Organisationen oft zerstritten sind und ihr Potenzial als Integrationshelfer nicht voll ausschöpfen, wobei sie jedoch eine wichtige Funktion für das Bewahren kultureller Identität haben.
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