Magisterarbeit, 1997
77 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Das Anliegen der Ethik und begriffliche Bestimmungen
2.1 Gegenstand der allgemeinen Ethik
2.1.1 Begriffliche Eingrenzungen
2.1.2 Moral und Moralität
2.2 Gegenstand der Unternehmensethik
3. Darstellung der Kommunikationsethik zur Begründung einer Unternehmensethik
3.1 Das Moralprinzip Kants als Ausgangspunkt der Kommunikationsethik
3.2 Darstellung der Diskursethik nach Habermas und Apel
3.2.1 Grundgedanken der Diskursethik
3.2.2 Universalisierungsgrundsatz und diskursethischer Grundsatz
3.2.3 Die transzendentalpragmatische Begründung
3.2.4 Ideale und reale Diskurse
3.3 Darstellung des dialogethischen Ansatzes des Konstruktivismus
3.3.1 Zur Abgrenzung von “Frankfurter Schule” und “Erlanger Schule”
3.3.2 Grundgedanken der konstruktiven Wissenschaftstheorie
3.3.3 Konstruktive Fundierung der Dialogethik
4. Unternehmensethik im Spannungsfeld zwischen ökonomischer Rationalität und ethischer Reflexion
4.1 Zur Verhältnisbestimmung zwischen Ökonomik und Ethik
4.1.1 Ordnung von Ökonomik und Ethik
4.1.2 Das Anwendungsmodell als Paradigma “reiner Ökonomik”
4.1.3 Das Beitragsmodell als Ausdruck des “ökonomischen Imperialismus”
4.1.4 Das Integrationsmodell als Brücke zwischen Ethik und Ökonomik
4.2 Defizitäre Rahmenordnung und subsidiäre Unternehmensethik nach Homann
4.2.1 Die Rahmenordnung als der systematische Ort der Moral
4.2.2 Die defizitäre Rahmenordnung als Grund für Unternehmensethik
4.3 Ansatz der dialogorientierten Unternehmensethik nach Steinmann
4.3.1 Der republikanische Legitimationszusammenhang unternehmerischen Handelns
4.3.2 Dialogethische Fundierung der Erlanger Schule
4.3.3 Unternehmensethik als situatives Korrektiv im Konfliktfall
4.3.4 Kritische Würdigung
4.4 Die diskursethische Transformation der ökonomischen Rationalität nach Ulrich
4.4.1 Unternehmensethik als Vernunftethik: Überwindung der Zwei-Welten-Konzeption
4.4.2 Die sprachpragmatische Wende der ökonomischen Rationalitätskonzeption
4.4.3 Sozialökonomische Konzeption betriebswirtschaftlicher Rationalität - das Drei-Ebenen-Modell
4.4.4 Wesen und Elemente der kommunikativen Unternehmensethik
4.4.4.1 Kommunikative Unternehmensethik als ökonomische Leitidee
4.4.4.2 Die Leitidee des konsensorientierten Managements
4.4.4.3 Die Leitidee der offenen Unternehmensverfassung
4.4.5 Kritische Würdigung
5. Schlußbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Potenziale der Unternehmensethik als Instrument zur Vermittlung zwischen ökonomischer Rationalität und ethischer Reflexion. Ziel ist es, auf Basis kommunikationsethischer Ansätze (Diskursethik, Dialogethik) Wege aufzuzeigen, wie Unternehmen unternehmerisches Handeln legitimieren und Konflikte mit Stakeholdern in einem marktwirtschaftlichen System konsensorientiert lösen können.
4.4.1 Unternehmensethik als Vernunftethik: Überwindung der Zwei-Welten-Konzeption
Diese Feststellung ist zentraler Ausgangspunkt der Arbeiten Ulrichs. Sie impliziert die Notwendigkeit seiner unternehmensethischen Entwürfe. Ulrich versteht Wirtschafts- und Unternehmensethik als integrativen Ansatz, dessen grundlegende Bemühung in der systematischen Vermittlung zwischen ökonomischer Rationalität und ethisch-praktischer Vernunft besteht. Es geht ihm darum, die Möglichkeiten und Bedingungen des Integrations- und Vermittlungsprozesses darzustellen, somit die in vielen wirtschaftsethischen Ansätzen bestehende Zwei-Welten-Konzeption von Ökonomik und Ethik zu überwinden und schließlich die Leitideen einer integrativen Unternehmensethik zu formulieren. Das sich aus diesen Gedanken ergebende unternehmensethische Postulat der ordnungspolitischen Mitverantwortung der Führungskräfte der Wirtschaft nähert sich dem republikanischen Verständnis Steinmanns von Unternehmensethik an und stellt den realpolitischen Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Ordnungspolitik in den Mittelpunkt der Betrachtung.
Ulrich lehnt den Ansatz einer Wirtschafts- und Unternehmensethik ab, der es darum geht, die ökonomische Rationalität quasi von außen her durch moralische Forderungen zu begrenzen oder zu berichtigen (Anwendungsmodell). Im Gegensatz zu Steinmann et al spricht er sich eindeutig gegen eine Unternehmensethik aus, die als situatives Korrekturmedium nur in Konfliktfällen Anwendung findet. Vielmehr strebt er eine ethische Erweiterung der Wirtschaftstheorie von innen her durch eine systematische Versöhnung von wirtschaftlicher Rationalität und ethischer Vernunft an. Eine so verstandene Wirtschaftsethik stellt sich die Aufgabe der methodischen Rekonstruktion der normativen Basis der ökonomischen Rationalitätskonzeption mit dem Ziel, eine Vernunftethik des Wirtschaftens zu entwerfen. Im Mittelpunkt dieser Vernunftethik steht zunächst die Entfaltung einer regulativen Idee vernünftigen Wirtschaftens, die in sich den moralisch-philosophischen Ansprüchen der modernen Gesellschaft an unternehmerisches Handeln genügt.
1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich des Spannungsfeldes von Wirtschaftswachstum und gesellschaftlicher Verantwortung sowie der Zielsetzung der Arbeit.
2. Das Anliegen der Ethik und begriffliche Bestimmungen: Klärung grundlegender ethischer Begriffe wie Moral, Moralität und Gegenstandsbereiche der Sozial- und Unternehmensethik.
3. Darstellung der Kommunikationsethik zur Begründung einer Unternehmensethik: Untersuchung philosophischer Grundlagen, insbesondere Diskursethik (Habermas/Apel) und Dialogethik (Konstruktivismus).
4. Unternehmensethik im Spannungsfeld zwischen ökonomischer Rationalität und ethischer Reflexion: Analyse verschiedener Modelle (Homann, Steinmann, Ulrich) zur Verhältnisbestimmung von Ethik und Ökonomik in der modernen Marktwirtschaft.
5. Schlußbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Potenziale und Grenzen von Unternehmensethik als Instrument zur werteorientierten Unternehmensführung.
Unternehmensethik, Wirtschafts- und Unternehmensethik, Kommunikationsethik, Diskursethik, Dialogethik, ökonomische Rationalität, ethische Reflexion, Rahmenordnung, Konsensmanagement, Verantwortung, Stakeholder, Sozialökonomik, Vernunftethik, Normenbegründung, Unternehmensverfassung.
Die Arbeit thematisiert die Möglichkeiten und Grenzen einer ethisch fundierten Unternehmensführung, die ökonomische Rationalität mit ethischer Vernunft verbindet, anstatt diese als getrennte Welten zu betrachten.
Die zentralen Felder sind die kommunikative Ethik, verschiedene Integrationsmodelle zwischen Ökonomik und Ethik sowie die praktische Implementierung moralischer Prinzipien im unternehmerischen Handeln.
Das Ziel ist die Untersuchung, wie Unternehmensethik einen Beitrag zur Vermittlung zwischen ökonomischer Effizienz und ethischer Reflexion leisten kann, um gesellschaftliche Legitimation zu sichern.
Es werden methodisch-philosophische Ansätze genutzt, insbesondere die Diskursethik (Habermas) und die Dialogethik (Erlanger Schule), um unternehmensethische Konzepte kritisch zu analysieren.
Der Hauptteil erörtert philosophische Fundamente (Kants Moralprinzip, Diskursethik, Konstruktivismus) und deren Anwendung auf wirtschaftsethische Modelle von Autoren wie Homann, Steinmann und Ulrich.
Unternehmensethik, Diskursethik, Dialogethik, ökonomische Rationalität, Konsensmanagement und Sozialökonomik sind prägende Begriffe.
Der Autor ordnet Homanns Ansatz der Institutionenethik zu, bei der die Rahmenordnung die Spielregeln setzt und somit eine moralische Entlastungsfunktion übernimmt, solange diese nicht defizitär ist.
Während Steinmann Unternehmensethik als situatives Korrektiv bei Konflikten versteht, strebt Ulrich eine tiefgreifende "Transformation" des ökonomischen Rationalitätsverständnisses von innen heraus an.
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