Bachelorarbeit, 2017
34 Seiten, Note: 3,0
1.Einleitung
2.Überblick: Chinas Schulbildung
2.1Schulbildung vor der Kulturrevolution
2.2Schulbildung nach der Kulturrevolution
3.Bildungspolitik in der Autonomen Region Tibet
3.1Erstes Tibet-Arbeitsforum
3.2Zweites Tibet-Arbeitsforum
3.3Drittes Tibet-Arbeitsforum
4.Einfluss der chinesischen Politik auf das tibetische Bildungssystem
5.Vergleich: Innere Mongolei – AR Tibet
6.Fazit
Die Bachelorarbeit untersucht das chinesische Bildungssystem und dessen Umsetzung in den Autonomen Regionen Chinas, wobei der Fokus auf einem möglichen Sinisierungsprozess im Beispiel Tibets liegt. Dabei soll analysiert werden, inwiefern staatliche Reformen die kulturelle Identität der Minderheiten beeinflussen.
3.3 Drittes Tibet-Arbeitsforum
Die Modernisierung im Bildungsapparat kam, aufgrund von Widerständen in Tibet, zwischen 1987 und 1990 zum Stillstand. Erst in den 1990ern konnten die Verhandlungen über den Bildungsauftrag in Tibet wieder aufgenommen werden. Anlässlich des Dritten Tibet-Arbeitsforums (中央第三次西藏工作会议 Zhōngyāng dì sān cì xìzàng gōngzuò huìyì) wurden die Leitlinien der Tibetpolitik neu diskutiert. Durch ideologische, politische und wirtschaftliche Programme sollte mit Unterstützung aus Innerchina eine soziale und politische Stabilität in den Regionen herbeigeführt werden. Um dieses Vorhaben besser durchsetzen zu können, wurde zeitgleich eine Anti-Dalai-Lama-Bewegung initiiert. Ab 1996 war der Besitz und die Einfuhr von gesegneten Objekten, Bildern und Fotos des tibetischen Exiloberhauptes verboten. Im selben Zeitraum veröffentlichte der Staatsrat eine weitere Kampagne „Bestimmung zur Arbeit im Kampf gegen den Analphabetismus“ (扫除文盲工作条例 Sǎochú wénmáng gōngzuò tiáolì). In diesem Dokument wurden die erforderlichen sprachlichen Kriterien festgelegt, die ein Tibeter zu erfüllen hatte, um nicht als ungebildet eingestuft zu werden. Hierfür mussten Tibeter, die am häufigsten gebrauchten Zeichen und Wörter lesen und transkribieren, einfache Bücher und Artikel lesen und verstehen und alltägliche Schreiben verfassen können. Dieses Dokument galt zudem auch für Han-Chinesen, diese mussten mindestens 1.500 Zeichen lesen und schreiben können.
In diesem Kapitel wurden die Reformen seitens der Volksrepublik China vorgstellt. Diese theoretischen Ansätze sollen im nächsten Abschnitt anhand der Autonomen Region Tibet betrachtet und bewertet werden. Im Vordergrund steht dabei ein möglicher Sinisierungsprozess in der tibetischen Bevölkerung.
1.Einleitung: Dieses Kapitel verortet das Thema der Schulbildung in den chinesischen Autonomen Regionen und definiert die Fragestellung nach einem möglichen Sinisierungsprozess am Beispiel Tibets.
2.Überblick: Chinas Schulbildung: Hier wird der historische Kontext des chinesischen Bildungswesens von der Antike bis zu den Bildungsreformen nach der Kulturrevolution dargelegt.
3.Bildungspolitik in der Autonomen Region Tibet: Das Kapitel analysiert die bildungspolitischen Leitlinien der chinesischen Regierung für Tibet, strukturiert durch die drei Tibet-Arbeitsforen.
4.Einfluss der chinesischen Politik auf das tibetische Bildungssystem: Hier wird untersucht, wie sich die zentralstaatlichen Vorgaben konkret auf die Schulpraxis, Sprachförderung und Lehrerentsendung in Tibet auswirken.
5.Vergleich: Innere Mongolei – AR Tibet: Diese Region wird herangezogen, um durch einen komparativen Ansatz ein tieferes Verständnis für die Wirksamkeit der Sinisierungsbestrebungen zu erlangen.
6.Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass eine gezielte Sinisierung durch den Bildungsapparat stattgefunden hat, die jedoch in Tibet noch immer ein laufender, teils widerständiger Prozess ist.
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Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Schulbildung in den chinesischen Autonomen Regionen, mit einem spezifischen Fokus auf die Region Tibet im Hinblick auf einen möglichen Sinisierungsprozess.
Die Arbeit beleuchtet die historische Entwicklung des chinesischen Bildungswesens, die gesetzlichen Reformen seit 1978, das Ausmaß der staatlichen Bildungssteuerung sowie die linguistischen und kulturellen Auswirkungen für ethnische Minderheiten.
Das Ziel ist es, die chinesische Bildungspolitik umfassend darzustellen und anhand der Beispiele Tibet und Innere Mongolei zu untersuchen, ob eine bewusste staatliche Einflussnahme erkennbar ist, die die Minderheiten an das chinesische System anpassen soll.
Es handelt sich um eine theoretische Bachelorarbeit, die auf der Analyse und Interpretation von Literatur sowie erlassenen Dokumenten und Reformgesetzen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Aufarbeitung der bildungspolitischen Foren (Tibet-Arbeitsforen), eine Untersuchung der Auswirkung auf das tibetische System sowie einen Vergleich mit der Situation in der Inneren Mongolei.
Zentrale Begriffe sind neben Tibet und Innere Mongolei vor allem Sinisierung, Minderheitenbildung, Bildungsreformen und staatliche Sprachpolitik.
Diese Sortierung nach intellektuellen Fähigkeiten führte laut Autor zu einer ethnischen Trennung verbunden mit erheblichen Benachteiligungen für Schüler ohne Chinesischkenntnisse, was deren berufliche Perspektiven massiv einschränkt.
Der Autor stellt fest, dass die Sinisierung in der Inneren Mongolei erfolgreicher und schneller verlief als in Tibet, wo der Prozess aufgrund lokaler Widerstände stagniert und noch nicht vollständig abgeschlossen ist.
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