Bachelorarbeit, 2022
45 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Autor und Forschungsstand
2.1 Wirnt von Grafenberg
2.2 Forschungsstand – Der Wigalois im literaturhistorischen Kontext
3 Zur Bedeutung und Funktion von Dingen in Texten
3.1 Systematische und historische Aspekte
3.2 Zur narratologischen Funktion von Dingen im Mittelalter
3.2.1 Allgemeine Überlegungen
3.2.2 Terminologische Abgrenzung und Versuch von Analysekriterien
4 Methodik
5 Die magischen Requisiten im Wigalois-Roman
5.1 Überlegungen zur Legitimierung der Reihenfolge
5.2 Kontextualisierung und Funktion
5.2.1 Gürtel
5.2.2 Schwertbrief
5.2.3 Brot
5.2.4 Blüte
5.2.5 Lanze
5.2.6 Rüstung
5.3 Die magischen Requisiten in ihrer Gesamtheit
5.3.1 Integration oder Distanz?
5.3.2 Funktion(sfähigkeit)und Wirkungsursprung der Requisiten
5.3.3 Welche Auswirkungen hat das Auftreten der Requisiten auf das Heldenbild?
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle, Funktion und Bedeutung magischer Requisiten im Wigalois-Roman von Wirnt von Grafenberg sowie deren Auswirkungen auf die Konstruktion des Heldenbildes im Kontext mittelalterlicher Erzähltraditionen.
5.2.1 Gürtel
Das erste und komplexeste magische Requisit, das in der Handlung auftaucht, ist Jorams magischer Gürtel. Dieses hebt sich von den anderen ab, da es besonders am Beginn der Handlung vorkommt und nicht nur, wie die anderen Requisiten, in der Hauptaventiûre, der Befreiung des Reiches Korntin vom unrechtmäßigen Herrscher Roaz, eine Rolle spielt. Im Gegensatz zu einem Teil der anderen Requisiten erfährt man bei dem Gürtel nichts über einen christlichen Ursprung. Der Gürtel zeichnet sich stattdessen durch seine Multifunktionalität und -symbolik aus. Als Basis für das Verständnis der Analyse werden zunächst die Passagen, in denen der Gürtel präsent ist, aufbereitet.
Der Wigalois-Roman beginnt mit einer ausführlichen Erzählung über die Vorgeschichte der Eltern des Wigalois, Florie und Gawein. Am Tisch wartet man auf aventiûren, da König Artus nicht speisen möchte. Die Königin Ginover geht daraufhin zurück in ihre Gemächer, und, ohne das Wissen der Ritterschaft, erscheint ein unbekannter Ritter bei ihr. Es stellt sich heraus, dass es sich um König Joram handelt, der ihr einen prachtvollen Gürtel anbietet. Er stellt sie sogleich vor folgende Wahl: Sie solle sich überlegen, den Gürtel zu behalten; sollte sie das Angebot ablehnen, fordere er jeden Artusritter zum Kampf heraus (vgl. V. 281–294).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz magischer Requisiten im Wigalois-Roman ein und umreißt die wissenschaftliche Fragestellung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Autor und Forschungsstand: Dieses Kapitel behandelt das Leben des Wirnt von Grafenberg und verortet den Wigalois im zeitgenössischen literaturhistorischen Kontext der Artusepik.
3 Zur Bedeutung und Funktion von Dingen in Texten: Hier werden systematische sowie narratologische Aspekte der Objektdarstellung im Mittelalter beleuchtet und terminologische Kriterien für die Analyse eingeführt.
4 Methodik: Der methodische Ansatz zur Untersuchung der Requisiten wird definiert, insbesondere die Unterteilung in Einzelanalysen der Gegenstände und deren Gesamtbetrachtung.
5 Die magischen Requisiten im Wigalois-Roman: Dies ist das Hauptkapitel, das die einzelnen Requisiten (Gürtel, Schwertbrief, Brot, Blüte, Lanze, Rüstung) sowie deren Gesamtwirkung und Einfluss auf das Heldenbild detailliert analysiert.
6 Fazit: Die Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse der Analyse verdeutlicht die Integration der magischen Requisiten in die Handlung und deren wesentliche Rolle für das Heldenbild des Wigalois.
Wigalois, Wirnt von Grafenberg, mittelalterliches Erzählen, Artusroman, magische Requisiten, Funktion von Dingen, Narratologie, christlich-magische Verschränkung, Heldenbild, Gürtel, Schwertbrief, Wunderkraft, Mittelalter, ritterliche Literatur, symbolische Funktion.
Die Arbeit untersucht die Rolle, Bedeutung und Funktion der magischen Gegenstände, die der Protagonist im Wigalois-Roman zur Bewältigung seiner Abenteuer erhält.
Im Zentrum stehen die narratologische Funktion von Dingen, die Verknüpfung von Magie und christlichen Motiven sowie der Einfluss dieser Objekte auf die Charakterentwicklung der Hauptfigur.
Ziel ist es zu ergründen, ob und wie diese Requisiten das Heldenbild des Wigalois maßgeblich mitkonstruieren und in welchem Verhältnis sie zur Handlung stehen.
Die Arbeit nutzt narratologische Analyseansätze, insbesondere das Modell von Christoph Schanze, um die Funktion und den Wirkungsursprung der Requisiten systematisch zu untersuchen.
Dort werden die einzelnen magischen Requisiten – vom Gürtel bis zur Rüstung – kontextualisiert sowie deren Integration in das Gesamtereignisgefüge des Romans kritisch hinterfragt.
Dazu zählen Begriffe wie Wigalois, Artusroman, magische Requisiten, Narratologie, christlich-magische Verschränkung und Heldenbild.
Der Gürtel dient laut Analyse nicht nur als magisches Hilfsmittel, sondern fungiert oft als Ankerpunkt für die Vorgeschichte und als Symbol des Übergangs zwischen verschiedenen Lebensphasen des Helden.
Sie zeichnet sich im Gegensatz zu anderen Requisiten durch ein besonders langes Herkunftsnarrativ aus und wird im Verlauf der Handlung mehr zu einem Teil des ritterlichen Habitus, als rein als magisches Hilfsinstrument zu fungieren.
Die Arbeit argumentiert, dass das Interesse des Erzählers primär auf den Tugenden des Protagonisten liegt; zu ausführliche Beschreibungen der magischen Wirkung könnten das Bild des „perfekten Helden“ in den Schatten stellen.
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