Masterarbeit, 2022
125 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Vorgehensweise und Aufbau
2. Theorie und Forschungsstand
2.1 Doppelerwerbstätigkeit: Ein Überblick
2.1.1 Begriffliche und inhaltliche Abgrenzung
2.1.2 Doppelerwerbstätigkeit in Deutschland: Zahlen, Entwicklungen und Ländervergleiche
2.1.3 Der Weg in die Doppelerwerbstätigkeit: Motive und Auswirkungen
2.2 Von der Idee neuer Karrieren
2.2.1 Karriereverständnis im Wandel
2.2.2 New Career Konzepte im Überblick
2.3 Sozialpsychologische Einstellungsforschung: Die Beziehung zwischen Einstellungen und Verhalten
2.3.1 Inhalt, Struktur und Funktionen von Einstellungen
2.3.2 Theorie des überlegten Handelns und geplanten Verhaltens
2.4 Stand der Forschung, Forschungsfragen und Ziele dieser Arbeit
2.5 Anwendung und Praxisrelevanz
3. Methodisches Vorgehen
3.1 Forschungsfeld und Sampling
3.2 Feldzugang
3.3 Methode der Datenerhebung und -aufbereitung
3.4 Methode der Datenauswertung
4. Darstellung, Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
4.1 Erfahrung mit Doppelerwerbstätigkeit im Arbeitskontext: Eine Einordnung der Befragten
4.2 Die Organisation als Hauptarbeitgeber
4.2.1 Die Kritiker - Doppelerwerbstätigkeit als notwendiges Übel
4.2.2 Die Befürworter – Gewinnbringende Synergien durch Doppelerwerbstätigkeit
4.3 Die Organisation als Nebenarbeitgeber: Die (scheinbar) Indifferenten – Von versteckten Erwartungen und dem eigenen Profitstreben
5. Limitationen und Anregungen für weitere Forschungen
6. Fazit
Das Hauptziel dieser Masterarbeit ist es, ein besseres Verständnis dafür zu erlangen, wie Organisationen das Phänomen der Doppelerwerbstätigkeit wahrnehmen, wie diese Einstellungen begründet sind und welche Risiken sowie Chancen die Unternehmen dabei sehen. Die Forschungsfrage lautet hierbei: "Wie sind Organisationen gegenüber Doppelerwerbstätigkeit eingestellt und worin liegen diese Einstellungen begründet?"
2.2 Von der Idee neuer Karrieren
Die Pluralisierung, Flexibilisierung und Individualisierung von Arbeits- und Lebensformen wirken sich zunehmend auf die Entwicklung individueller Karriereverläufe und -vorstellungen aus (Beck 1999, S.66ff.). Damit geht auch die Idee der new careers (neue Karrieren) einher, die Karriere entgegen ihrem traditionellen Verständnis interpretiert und neu definiert (vgl. Arthur 2014; Sullivan 1999; Sullivan & Baruch 2009). Entsprechend widmet sich dieses Kapitel zunächst dem Wandel des Karriereverständnisses und geht anschließend auf einige zentrale Konzepte neuer Karrieren ein.
2.2.1 Karriereverständnis im Wandel
Das traditionelle Karriereverständnis wurde lange Zeit mit dem Hinaufklettern der Karriereleiter, also mit einem ausschließlich vertikalen, hierarchischen Berufsaufstieg, assoziiert. Im Tausch gegen Arbeitsleistung und Loyalität bieten Organisationen Arbeitnehmern einen sicheren Arbeitsplatz (Arthur & Rousseau 1996, S.4; Barney G. Glaser 1968, S.1). Darüber hinaus ist die traditionelle Auffassung damit verbunden, dass Mitarbeiter aufgrund ihrer im Unternehmen erlernten, spezifischen Fähigkeiten an dieses gebunden und damit gezwungen sind, ihre gesamte berufliche Laufbahn in diesem einen Unternehmen zu durchlaufen. Dies verdeutlicht die ausgeprägte Machtstellung der Organisation, die wesentlichen Einfluss auf die Karriere des Mitarbeiters nimmt und diese sowohl vorgibt als auch aktiv steuert (Eby et al. 2003, S. 689; Sullivan & Baruch 2009, S.1542).
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der sich wandelnden Arbeitswelt ein, erläutert die Relevanz atypischer Beschäftigungsformen und beschreibt den Aufbau der Untersuchung.
2. Theorie und Forschungsstand: Hier werden der aktuelle Forschungsstand, theoretische Grundlagen zu Karrierekonzepten sowie sozialpsychologische Einstellungsmodelle (wie TPB) dargestellt.
3. Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt das methodische Design der Arbeit, basierend auf acht problemzentrierten Leitfadeninterviews mit Organisationsvertretern.
4. Darstellung, Interpretation und Diskussion der Ergebnisse: Die empirischen Befunde zu den Einstellungen und Erfahrungen der Organisationen als Haupt- beziehungsweise Nebenarbeitgeber werden analysiert und diskutiert.
5. Limitationen und Anregungen für weitere Forschungen: Eine kritische Reflexion des methodischen Vorgehens wird geleistet und erste Ansätze für weiterführende Fragestellungen im Feld werden aufgezeigt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Forschungsergebnisse zusammen und diskutiert Implikationen für die Forschung und Unternehmenspraxis.
Doppelerwerbstätigkeit, Mehrfachbeschäftigung, Atypische Beschäftigungsformen, Organisationsperspektive, Karriereverständnis, New Career Konzepte, Einstellungsforschung, Theory of Planned Behavior, Arbeitsintensität, Mitarbeiterbindung, Human Resource Management, Qualitative Inhaltsanalyse, Problemzentriertes Interview, Personalpolitik, Arbeitgeberattraktivität.
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen und deren Entscheidungsträger dem Phänomen der Doppelerwerbstätigkeit gegenüberstehen, da bisherige Forschung sich primär auf die Arbeitnehmerseite konzentriert hat.
Die Grundlage bilden acht problemzentrierte Interviews mit Gründern, Geschäftsführern, Teamleitern und Personalverantwortlichen aus verschiedenen Branchen.
Unternehmen zeigen eine Ambivalenz: Sie erkennen zwar Chancen wie Flexibilität, besitzen aber tendenziell eine abgeneigte Grundhaltung. Als Nebenarbeitgeber sind sie oft fordernder als erwartet, während sie als Hauptarbeitgeber vor allem Interessenskonflikte und Leistungsverlust fürchten.
Die Arbeit nutzt unter anderem das Depletion-versus-Enrichment Framework, verschiedene "New Career"-Konzepte (z. B. boundaryless career) und die Theorie des geplanten Verhaltens (TPB) zur Erklärung der Einstellungsbildung.
Ja, in hohem Maße. Intrinsisch motivierte Nebentätigkeiten (z. B. Selbstverwirklichung) werden deutlich positiver bewertet als solche, die aus reiner finanzieller Not entstehen.
Sie definiert Doppelerwerbstätigkeit als das simultane Nachgehen von mindestens zwei erwerbsgenerierenden Tätigkeiten durch ein einzelnes Individuum.
Indifferent wirkend, entpuppt sich diese Rolle bei näherer Betrachtung als ebenso anspruchsvoll wie die des Hauptarbeitgebers, wobei der Fokus stark auf dem Profitstreben durch das bereits vorhandene Know-how des Mitarbeiters liegt.
Es dient dazu, den Wandel der individuellen Kontrolle über Karriereentscheidungen zu illustrieren, die in der heutigen Arbeitswelt zunehmend vom Individuum selbst und weniger von der Organisation gesteuert wird.
Die Pandemie hat Unsicherheiten bezüglich Kontrolle und Vertrauen im Home-Office verschärft, was die kritische Grundhaltung gegenüber Mitarbeitern mit Zweitjobs teilweise verstärkt hat.
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