Bachelorarbeit, 2021
55 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Überblick zu den Begriffen Rasse, Ethnizität, Diskriminierung und Rassismus
2.1 Definition des Begriffes „Rasse“
2.2 Definition des Begriffes Ethnizität
2.3 Definition der Begriffe Rassismus, Diskriminierung und Rassendiskriminierung
2.4 Definition des Begriffes Institutioneller Rassismus
3. Rassismus in der Polizeiarbeit
3.1 Verhältnismäßigkeitsgrundsatz des polizeilichen Handelns
3.2 Polizeiliche Standardmaßnahme – Identitätsfeststellung
3.3 Racial Profiling – Definitionen und Auftretungsformen
3.3.1 Profiling im Allgemeinen
3.3.2 Profiling in der Polizeiarbeit
3.3.3 Racial Profiling und dessen Auftretungsformen
3.4 Ereignisunabhängige Identitätskontrollen
3.5 Rechtsmaßstab für Racial Profiling
3.5.1 Grundgesetz
3.5.2 Europäische Menschenrechtskonvention
3.6 Fallbeispiel zum Racial Profiling – Urt. v. 10.11.2020, Az.: 20 K 1515/17
3.7 Fallbeispiel zur Polizeigewalt und Racial Profiling - Navid Wali
4. Umgang staatlicher Institutionen mit Rassismus Vorwürfen gegen Polizeibeamte
5. Öffentliche Institutionen im Bereich des Racial Profiling
6. Schlussfolgerung
Die Arbeit untersucht die Vereinbarkeit von ereignisunabhängigen Polizeikontrollen von People of Color (BPoC) mit dem deutschen Grundgesetz sowie der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK). Dabei wird analysiert, inwiefern die polizeiliche Praxis des Racial Profiling Grundrechte verletzt und welche strukturellen Probleme diesen Kontrollen zugrunde liegen.
3.3.1 Profiling im Allgemeinen
Unter dem Profiling wird in einem allgemeinen Sinn die Kategorisierung von Personen nach bestimmten Eigenschaften verstanden. Dabei handelt es sich beispielsweise um unveränderliche Eigenschaften, wie etwa die ethnische Herkunft aber auch um veränderliche Eigenschaften, wie Gewohnheiten oder Vorlieben. Profiling kommt unter anderem in der Marktforschung zum Einsatz. Dort werden die Eigenschaften der Konsumenten systematisch kategorisiert, um auf ihr Kaufverhalten schließen zu können. Dabei werden zum Beispiel unveränderliche Eigenschaften wie das Geschlecht, das Alter, die ethnische Herkunft oder Körpergröße, aber auch die veränderlichen Eigenschaften, wie Gewohnheiten, Vorlieben und andere Verhaltensweisen berücksichtigt. Dadurch lassen sich gewisse Verhaltensmuster erkennen, die dem Unternehmen Aufschluss über die Wünsche der Kunden geben. Obwohl viele Informationen über verschiedene Kunden gesammelt werden, sind Ergebnisse solcher Analysen nicht vollständig generalisierbarer, da hinter jedem Kunden ein Individuum steht. Doch nicht jeder Person, die eine bestimmte Eigenschaft aufweist, kann dieselbe Verhaltensweise zugeschrieben werden. Profiling kann demnach eine gute Methode zur Verhaltensanalyse sein und mag gewisse Muster, welche der Regel entsprechen, ableiten, dennoch können Fehler durch falsche Korrelationen von Eigenschaften und Verhalten unterlaufen, was wiederum zur Stereotypisierung führt.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Racial Profiling im polizeilichen Kontext ein und umreißt die Relevanz der Thematik vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Debatten.
2. Überblick zu den Begriffen Rasse, Ethnizität, Diskriminierung und Rassismus: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe, um ein wissenschaftliches Verständnis für die gesellschaftlichen Strukturen und Diskriminierungsformen zu schaffen.
3. Rassismus in der Polizeiarbeit: Dieses Hauptkapitel analysiert das polizeiliche Handeln, rechtliche Grundlagen wie das Grundgesetz und die EMRK sowie spezifische Fallbeispiele zur Problematik.
4. Umgang staatlicher Institutionen mit Rassismus Vorwürfen gegen Polizeibeamte: Hier wird untersucht, wie staatliche Stellen auf Rassismusvorwürfe reagieren und welche Defizite in der Aufarbeitung sowie strukturelle Probleme existieren.
5. Öffentliche Institutionen im Bereich des Racial Profiling: Das Kapitel erörtert die Rolle zivilgesellschaftlicher Kampagnen und Beschwerdestellen bei der Sensibilisierung und Kontrolle der polizeilichen Praxis.
6. Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine intensivere Ausbildung sowie klare politische Positionierungen gegen diskriminierende Praktiken.
Racial Profiling, Polizei, Grundgesetz, EMRK, Identitätsfeststellung, Institutioneller Rassismus, Diskriminierung, Menschenrechte, BPoC, Verhältnismäßigkeit, Polizeirecht, Rassismus, Staatsrecht, Grundrechte, Polizeigewalt
Die Arbeit analysiert kritisch die Praxis polizeilicher Identitätskontrollen an People of Color und prüft deren rechtliche Zulässigkeit unter Berücksichtigung von Grundrechten.
Die zentralen Felder sind die Begriffe des Rassismus und der Diskriminierung, das Polizeirecht, der verfassungsrechtliche Rahmen sowie die gesellschaftliche Aufarbeitung von Rassismusvorwürfen.
Das Ziel ist es, zu klären, ob ereignisunabhängige Kontrollen von BPoC mit den in Deutschland geltenden Diskriminierungsverboten und Menschenrechtsstandards vereinbar sind.
Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Arbeit, die Begriffe theoretisch herleitet, gesetzliche Grundlagen analysiert und diese anhand von realen Fallbeispielen kritisch reflektiert.
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Racial Profiling, den Befugnissen der Polizei (§ 22 BPolG etc.) und setzt diese in den Kontext der verfassungsrechtlichen Gleichheitssätze.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Racial Profiling, Grundgesetz-Konformität, Polizeipraxis und institutioneller Rassismus charakterisieren.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass Rassismus nicht nur individuelles Fehlverhalten ist, sondern oft tief in bürokratischen Prozessen und der Cop Culture verwurzelt ist.
Fallbeispiele wie Navid Wali veranschaulichen die konkrete Auswirkung der polizeilichen Praxis auf die Betroffenen und zeigen die Grenzen des Rechtsschutzes auf.
Eine notwendige Forderung ist die Integration reflexiver anti-rassistischer Bildungsarbeit, um das Bewusstsein für Diskriminierung in der Polizeiausbildung nachhaltig zu verankern.
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