Bachelorarbeit, 2021
47 Seiten, Note: 2,3
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1 Einleitung
2 (Literarischer) Antisemitismus
2.1 Definition allgemeiner Antisemitismus
2.2 Definition literarischer Antisemitismus
2.3 Geschichte des Antisemitismus
2.4 Stereotype und Vorurteile gegen Juden und Jüdinnen
2.5 Kriterien zur Überprüfung antisemitischer Äußerungen in der Literatur
3 Alfred Andersch: „Die Rote“
3.1 Inhaltsangabe
3.2 Informationen zum Autor
3.3 Rezensionen zu „Die Rote“
3.4 Analyse der Werke hinsichtlich antisemitischer Äußerungen
4 Rainer Werner Fassbinder: „Der Müll, die Stadt und der Tod“
4.1 Inhaltsangabe
4.2 Informationen zum Autor
4.3 Rezensionen zu „Der Müll, die Stadt und der Tod“
4.4 Analyse der Werke hinsichtlich antisemitischer Äußerungen
5 Martin Walser: „Tod eines Kritikers“
5.1 Inhaltsangabe
5.2 Informationen zum Autor
5.3 Rezensionen zu „Tod eines Kritikers“
5.4 Analyse der Werke hinsichtlich antisemitischer Äußerungen
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Antisemitismus in der literarischen Darstellung anhand ausgewählter Werke der Nachkriegsliteratur. Ziel ist es, zu analysieren, ob und unter welchen Kriterien den Autoren Antisemitismus-Vorwürfe berechtigt sind und inwiefern diese Werke antisemitische Stereotype reproduzieren oder kritisch hinterfragen.
2.1 Definition allgemeiner Antisemitismus
Der Begriff des Antisemitismus kann als Oberbegriff für alle Formen von Feindschaften gegen Juden gesehen werden, ist dabei allerdings nicht zu verwechseln mit dem Judenhass, der eine Unterkategorie des Antisemitismus darstellt. Eine allgemein gültige Definition von ‚Antisemitismus‘ gibt es jedoch nicht.
Im Lexikon des Bundesministeriums des Inneren für Bau und Heimat wird Antisemitismus wie folgt definiert:
„Antisemitismus gilt als Sammelbezeichnung für alle Einstellungen und Verhaltensweisen, die den Juden geltenden Einzelpersonen oder Gruppen aufgrund dieser Zugehörigkeit Einstellungen unterstellen, um damit eine Abwertung, Benachteiligung, Verfolgung oder Vernichtung ideologisch zu rechtfertigen.“
Dementsprechend lässt sich festhalten, dass der Antisemitismus eine Abneigung gegen Juden darstellt, die in offenen Beleidigungen, verbalen und brachialen Angriffen gegen einzelne Juden und durch eine falsche Aufklärung von Nicht-Juden über Juden geäußert wird. Nach Wolfgang Benz lassen sich vier Grundphänomene im Antisemitismus ausmachen. Dabei unterschieden zwischen dem ‚christlichen Antijudaismus‘, der eine religiös motivierte und kulturell, sozial und ökonomisch determinierte Form darstellt, die vom Mittelalter bis in die Neuzeit existiert, dem ‚scheinbar wissenschaftlichen Antisemitismus‘, der im 19. Jahrhundert entstand und der einen wissenschaftlichen, anthropologischen und biologischen Rassenantisemitismus darstellt, den ‚sekundären Antisemitismus‘, der sich nach der Zeit des Nationalsozialismus gebildet hat und sich mit der Erinnerungs- und Schuldabwehr beschäftigt und den ‚Antizionismus‘, der ‚als politische Feindschaft gegen Israel, die dem Staat das Existenzrecht abspricht‘ gesehen werden kann.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Antisemitismus-Diskurses ein und erläutert die Forschungsfrage sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 (Literarischer) Antisemitismus: Hier werden theoretische Grundlagen geschaffen, indem der Begriff des Antisemitismus definiert und seine historische Entwicklung sowie literarische Typisierungen erarbeitet werden.
3 Alfred Andersch: „Die Rote“: In diesem Kapitel wird das Werk hinsichtlich antisemitischer Vorwürfe untersucht, wobei der Fokus auf den Charakterisierungen und der Rezeptionsgeschichte liegt.
4 Rainer Werner Fassbinder: „Der Müll, die Stadt und der Tod“: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Stereotype und der diskursiven Auseinandersetzung um dieses umstrittene Theaterstück.
5 Martin Walser: „Tod eines Kritikers“: Das Werk wird unter Berücksichtigung der realbiografischen Bezüge und des Vorwurfs der Täter-Opfer-Umkehr analysiert.
6 Fazit: Die Ergebnisse der Einzelanalysen werden zusammengeführt und reflektiert, um die Forschungsfrage abschließend zu beantworten.
Antisemitismus, Literatur, NS-Zeit, Stereotype, Täter-Opfer-Umkehr, Nationalismus, Judenhass, Romananalyse, Diskurs, Vorurteile, Kulturwissenschaft, literarischer Antisemitismus, Erinnerungskultur.
Die Arbeit untersucht, wie Antisemitismus in drei ausgewählten literarischen Werken der Nachkriegszeit dargestellt wird und ob die gegen diese Werke erhobenen Antisemitismus-Vorwürfe haltbar sind.
Zentral sind die theoretische Definition von Antisemitismus, die Analyse von Stereotypen in der Literatur sowie die Untersuchung der Korrelation zwischen literarischer Fiktion und dem realen Antisemitismus-Diskurs.
Ziel ist es, durch die Entwicklung und Anwendung wissenschaftlicher Kriterien zur Identifikation antisemitischer Äußerungen eine objektive Einordnung der behandelten Romane und Stücke vorzunehmen.
Es wird eine kriteriengeleitete Textanalyse angewandt, die sowohl textinterne Indikatoren als auch den historischen und rezeptionsgeschichtlichen Kontext einbezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung und die anschließende Einzelanalyse der Werke von Alfred Andersch, Rainer Werner Fassbinder und Martin Walser.
Wichtige Begriffe sind Antisemitismus, literarische Stereotype, Erinnerungsabwehr, Täter-Opfer-Umkehr sowie spezifisch der literaturwissenschaftliche Kontext der Nachkriegsprosa.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass Fassbinder das Klischee des „reichen, machtgierigen Juden“ bedient, wobei er durch die Radikalität der Sprache und Kontextualisierung eine Provokation beabsichtigt.
Die Debatte dient als rezeptionsgeschichtlicher Hintergrund, der verdeutlicht, wie Walsers Werk als Täter-Opfer-Umkehr interpretiert wurde und warum die öffentliche Kritik an Walser so massiv ausfiel.
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