Bachelorarbeit, 2009
64 Seiten, Note: 1,0
Prolog
1. Das Wasser
1.1 Element der Ambiguität
1.1.1 Von den Wassern des Lebens
1.1.2 Von den Wassern des Todes
1.2 Das Element personifizierter Weiblichkeit
1.3 Symbol der Seele
2. Mythologische Ursprünge
2.1 Die Sirenen
2.2 Von göttlichen Mischwesen und dämonisierten Frauengestalten
3. Über die Vielgestaltigkeit der Wasserfrauen
3.1 Wandelbare Wasserfrau: Die Bedeutung der Metamorphose für weibliche Wasserwesen
3.2 Konstruierte Doppelnatur: Existenz zwischen Fischleib und Menschenfrau
4. Vom Verlust der Stimme: Die erfolglosen Sängerinnen
5. Sehnsucht und Seele: Ein fließendes Ich auf der Suche nach Identität
6. „Undine“, oder von der Kraft einer Nixenstimme
6.1 Friedrich de la Motte-Fouqué: „Undine“, Liebe über den Tod hinaus?
6.1.1 Undine, eine paracelsische Wassernymphe
6.1.2 Von der Liebe der Natur und der Seele des Menschen
6.1.3 Weder Menschenfrau noch Wasserwesen
6.1.4 Liebe über den Tod hinaus?
6.2 Ingeborg Bachmann: „Undine geht“, Liebesverrat: Ein Nixenmonolog
6.2.1 Undine geht
6.2.2 Männer mit Namen Hans: Über den Identitätsverlust
6.2.3 Undinenliebe
6.2.4 Von Sprache und Sprachlosigkeit
6.2.5 Weiblichkeit und Tod: Wasserexistenz jenseits von allem Menschlichen?
6.3 Vergleichende Betrachtungen
Epilog
Die vorliegende Arbeit untersucht den kulturhistorischen Wasserfrauenmythos und dessen Transformation in der Literatur, wobei ein besonderer Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen Weiblichkeit, Tod, Sehnsucht und dem Streben nach einer unsterblichen Seele liegt.
1.1.2 Von den Wassern des Todes
„Tiefe Stille herrscht im Wasser, ohne Regung ruht das Meer […].
Keine Luft von keiner Seite! Todesstille fürchterlich!
In der ungeheuren Weite reget keine Welle sich.“
(Johann Wolfgang von Goethe: „Meeresstille“)
Die zerstörerische Kraft des Wassers ist uns ebenso bewusst, wie die lebensspendende. In uralten manifesten Menschheitsängsten begegnet sie uns immer wieder, ob im Traum, bildender Kunst oder Literatur. Wasser ist eine destruktive Elementargewalt. Wir wissen um die großen Schäden, die Wasser durch Wolkenbrüche, Gewitter, Hagelschläge, Hochwasser und Überschwemmungen, verursachen kann. Naturkatastrophen führen uns vor Augen zu welcher Gewalt Wasser fähig ist.
Prolog: Einführung in die ambivalente Faszination der mythischen Wasserfrau und deren Verbindung zu Wasser, Sehnsucht und Identität.
1. Das Wasser: Erörterung des Wassers als Archetypus, der sowohl Leben als auch Tod verkörpert und in Mythen und Kultur tief verwurzelt ist.
2. Mythologische Ursprünge: Untersuchung der göttlichen und dämonischen Herkunft der Wasserfrauen, insbesondere durch die Figur der Sirene.
3. Über die Vielgestaltigkeit der Wasserfrauen: Analyse der Metamorphose als Mittel der Identitätsstiftung und die existenzielle Bürde der Doppelnatur zwischen Fisch und Mensch.
4. Vom Verlust der Stimme: Die erfolglosen Sängerinnen: Betrachtung der weiblichen Stimme als machtvolles, aber oft verlorenes Instrument der Verführung und Macht.
5. Sehnsucht und Seele: Ein fließendes Ich auf der Suche nach Identität: Hinterfragung, ob Wasserfrauen jemals eine eigene Identität besitzen können, oder ob sie bloße Projektionen bleiben.
6. „Undine“, oder von der Kraft einer Nixenstimme: Detaillierte literarische Analyse der Undine-Darstellungen bei Fouqué und Bachmann unter Berücksichtigung von Liebe, Verrat und Sprache.
Epilog: Ausblick auf die Beständigkeit des Wasserfrauenmythos in der modernen Kultur und Kunst.
Wasserfrau, Mythologie, Metamorphose, Weiblichkeit, Tod, Undine, Identität, Sirenen, Seele, Literaturgeschichte, Romantik, Ingeborg Bachmann, Friedrich de la Motte-Fouqué, Mahrtenehe, Elementarwesen.
Die Arbeit analysiert die symbolische Bedeutung der mythologischen Wasserfrau und wie diese Gestalt in der Literatur als Projektionsfläche für Weiblichkeit, Erlösungswünsche und existenzielle Krisen genutzt wird.
Zentral sind die Dualität des Wassers als Lebens- und Todesquelle, die Rolle der Stimme als Machtfaktor sowie die Suche der Wasserfrauen nach Identität und einer unsterblichen Seele.
Es soll erörtert werden, wie sich der Wasserfrauenmythos von antiken Ursprüngen bis zur modernen Literatur, insbesondere am Beispiel der Figur der "Undine", gewandelt hat und welche Auswirkungen dies auf das Bild der Frau hat.
Die Arbeit nutzt eine kulturwissenschaftliche und literaturwissenschaftliche Analyse, die Mythen, Sagen und klassische sowie moderne literarische Texte vergleichend betrachtet.
Der Hauptteil gliedert sich in die mythologische Herleitung, die Untersuchung der Metamorphose als zentrales Schicksal und eine vertiefte Analyse der literarischen Werke von Fouqué und Bachmann.
Wesentliche Begriffe sind Wasserfrauen, Metamorphose, Identität, Weiblichkeit, Undine, Symbolik des Wassers und literarische Transformation.
Die Stimme wird als Instrument der verführerischen Macht der Wasserfrau gedeutet; ihr Verlust oder ihr Schweigen markiert in der Literatur oft den Identitätsverlust oder die Entdämonisierung der Figur.
Während Fouqués Undine als romantisches Ideal nach einer Seele strebt, emanzipiert sich Bachmanns Undine von den Rollenzuweisungen und wählt das "Gehen" als einen selbstbestimmten, wenn auch einsamen Akt der Freiheit.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

