Examensarbeit, 2009
92 Seiten, Note: 2,7
1 EINLEITUNG
2 SENSATION SEEKING
2.1 Definition
2.2 Historischer Kontext
2.3 Aktuelle Entwürfe des Konzepts
2.4 Biopsychologische Fundierung des SS - Konzepts
2.4.1 Die psychophysiologische Ebene:
2.4.2 Die Neurochemische Ebene:
2.4.2.1 Monoaminooxidase (MAO):
2.4.2.2 Dopamin:
2.4.2.3 Serotonin:
2.4.2.4 Noradrenalin:
2.4.2.5 Sexualhormone:
2.4.2.6 Endorphine:
2.4.3 Die genetische Ebene:
2.5 Beziehungen zu anderen Persönlichkeitskonstrukten
2.5.1 Impulsivität
2.5.2 Hypomanie
2.5.3 Psychotizismus, Delinquenz, Hostilität
2.5.4 Psychopathy
2.5.5 Novelty Seeking
2.5.6 Weitere Zusammenhänge
2.6 Zusammenfassung und Kritik
3 STRESS
3.1 Das Allgemeine Adaptionssyndrom
3.2 Stressverarbeitung (Coping)
4 ANLAGE DER UNTERSUCHUNG
4.1 Ableitung der Hypothesen
4.1.1 Forschungsstand zum Sensation Seeking im Kontext (Risiko-) Sport
4.1.1.1 Zusammenhänge von Sensation Seeking und sportlicher Aktivität
4.1.1.2 Sensation Seeking, gesundheitsbezogene Kognitionen und Parizipation am Risikosport
4.1.2 Hypothesen zum Senssation Seeking (SS)
4.1.2.1 Hypothese 1
4.1.2.2 Hypothese 2
4.1.2.3 Hypothese 3
4.1.3 Forschungsstand zu Stress im Kontext Höhenbergsteigen
4.1.3.1 Untersuchungen zu Stresserleben und Stressverarbeitungsstilen bei Bergsteigern
4.1.4 Hypothesen zu Stressverarbeitungsstilen (SVS)
4.1.4.1 Hypothese 4
4.1.4.2 Hypothese 5
4.1.4.3 Hypothese 6
4.1.4.4 Hypothese 7
4.2 Durchführung der empirischen Analyse
4.2.1 Erhebungsinstrumente
4.2.1.1 SSS - V
4.2.1.2 SVF 120
4.2.1.3 Eigene Klassifizierungsskala
4.2.2 Forschungsdesign der Untersuchung
4.2.2.1 Zuordnung der Variablen
4.2.3 Datenanalyse
4.2.3.1 Rücklauf der Fragebögen
4.2.3.2 Untersuchungsstichprobe
4.2.3.3 Ergebnisse zum Sensation Seeking
4.2.3.4 Ergebnisse zu den Stressverarbeitungsstilen (SVS)
4.2.4 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
4.2.4.1 Das Persönlichkeitskonstrukt Sensation Seeking der Untersuchung.
4.2.4.2 Coping innerhalb der vorliegenden Untersuchung
5 RÉSUMÉ – VERSUCH EINER GANZ PERSÖNLICHEN REFLEXION
Diese Arbeit untersucht den psychologischen Zusammenhang zwischen dem Persönlichkeitsmerkmal Sensation Seeking und Stressverarbeitungsstrategien bei Höhenbergsteigern. Das primäre Ziel ist es zu ergründen, ob sich Bergsteiger hinsichtlich dieser psychologischen Konstrukte von der Normalbevölkerung unterscheiden und ob sich diese Strategien unter den extremen Bedingungen einer Höhenexpedition verändern.
2.2 Historischer Kontext
Nach Hammelstein & Roth (2003, S.1) hat die psychologische und psychiatrische Forschung vor allem im angloamerikanischen Raum ein anhaltend großes Interesse an dem persönlichkeitspsychologischen Konstrukt des Sensation Seeking, was durch die hohe Anzahl von Publikationen zu diesem Thema belegt werden kann. Im deutschsprachigem Raum dagegen sind, bis auf eine Ausnahme (Andresen, 1986), bis Ende der 80er Jahre kaum Arbeiten zu diesem Thema erschienen.
Nach Möller & Huber (2003), die in ihrem Aufsatz eine ausführliche historische Analyse der Entwicklung von SS vorstellen, begann die Konzeptualisierung von Sensation Seeking in den frühen 1960er Jahren. Damals wurde erstmals angenommen, es gäbe ein optimales Niveau der Stimulation oder auch Aktivierung (Optimal Level of Arousal = OLA) (vgl. z.B. Hebbs, 1955; Berlyne, 1960). Zuckerman konnte sich damals bereits auf Literatur beziehen, die auf interindividuelle Unterschiede in der Reaktion auf Isolationsbedingungen in Weltraumkapseln hingewiesen hat (z. B. Holt & Goldberger, 1961). Diesen Ergebnissen zu Folge bewirke eine Reduktion der von außen kommenden Stimulation eine Person zu einem aktiveren Verhalten auf der Suche nach aktivierenden Stimuli. Umgekehrt bewirke aber eine Überflutung mit Reizen einen Rückzug der Person aus solchen Situationen. Nach Möller & Huber (2003) nahm Zuckerman diese Ergebnisse als Grundlage und führte Studien über die Auswirkungen sensorischer Deprivation beim Menschen durch, in denen er erhebliche interindividuelle Unterschiede in der Toleranz solcher experimentalpsychologischen Situationen fand. Diese Beobachtungen waren Anlass, nach einer möglicherweise veranlagten Verschiedenheit im Hinblick auf die „Mittellage“ jenes OLA zu suchen.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Motivation von Menschen, Extremsportarten wie Bergsteigen trotz der damit verbundenen Gefahren auszuüben, und stellt den Forschungsbedarf zu den psychologischen Aspekten dieser Sportart heraus.
2 SENSATION SEEKING: Dieses Kapitel definiert Sensation Seeking als Persönlichkeitsmerkmal und erläutert seine historische Entwicklung, biopsychologische Fundierung sowie Verbindungen zu anderen Konstrukten wie Impulsivität.
3 STRESS: Das Kapitel definiert Stress physiologisch und psychologisch, erläutert das Allgemeine Adaptionssyndrom nach Selye und stellt Konzepte der Stressverarbeitung (Coping) vor.
4 ANLAGE DER UNTERSUCHUNG: Hier werden die Hypothesen abgeleitet, das empirische Untersuchungsdesign mit den Probanden und Methoden (SSS-V, SVF 120) beschrieben sowie die Ergebnisse detailliert diskutiert.
5 RÉSUMÉ – VERSUCH EINER GANZ PERSÖNLICHEN REFLEXION: Der Autor reflektiert seine eigene Erfahrung als Versuchsleiter und Bergsteiger bei einer Expedition und setzt diese in Bezug zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Sensation Seeking, Stressverarbeitung, Coping, Bergsteigen, Risikosport, Höhenhypoxie, Persönlichkeitskonstrukt, Exploratives Verhalten, Stressoren, SVF 120, SSS-V, Sportpsychologie, Empirische Untersuchung, Abenteuerlust, Impulsivität.
Die Arbeit untersucht die psychologischen Aspekte des Bergsteigens unter extremen Bedingungen, speziell den Zusammenhang zwischen dem Bedürfnis nach intensiven Reizen (Sensation Seeking) und den Strategien zur Stressbewältigung (Coping).
Die zentralen Themen sind das psychologische Konstrukt Sensation Seeking, physiologische und psychologische Stressreaktionen sowie die Anwendung dieser Konzepte auf Bergsteiger als Risikosportler.
Das Ziel ist herauszufinden, ob sich Bergsteiger in ihrer Persönlichkeitsstruktur von anderen Sportlern unterscheiden, wie sie Stress bewältigen und ob sich diese Muster während einer mehrwöchigen Hochgebirgsexpedition verändern.
Es wurde ein quantitativer, empirischer Ansatz gewählt. Dreizehn Bergsteiger wurden vor, während und nach ihren Expeditionen mittels psychologischer Fragebögen (SSS-V für Sensation Seeking und SVF 120 für Stressbewältigung) befragt und mit einer Kontrollgruppe von Sportstudenten verglichen.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen zu Sensation Seeking und Stress dargelegt. Anschließend folgt der empirische Teil, in dem Hypothesen aufgestellt, die Erhebungsinstrumente vorgestellt und die Ergebnisse der Befragungen statistisch analysiert werden.
Sensation Seeking, Coping, Risikosport, Höhenbergsteigen, Stressverarbeitung und Empirische Sozialforschung.
Die Untersuchung konnte dies nicht bestätigen. Die Ergebnisse waren statistisch nicht signifikant, was die Annahme in Frage stellt, dass Sensation Seeking bei Bergsteigern in dieser Stichprobe besonders stark ausgeprägt ist.
Es zeigten sich signifikante Veränderungen bei den Coping-Strategien „Bagatellisierung“ und „Ersatzbefriedigung“, was auf eine adaptive Anpassung an die extremen Lebensbedingungen im Hochgebirge hindeutet.
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