Examensarbeit, 2014
43 Seiten, Note: 2,4
1. Einleitung
2. Allgemeine Bemerkungen zum Rollenspiel im Geschichtsunterricht
3. Ausgangs- und Rahmenbedingungen der Lerngruppe
3.1 Beschreibung der Lerngruppe
3.2 Einbindung des Rollenspiels in den unterrichtlichen Zusammenhang
4. Planung des Vorhabens
4.1 Sachanalyse
4.2 Didaktische Überlegungen
4.3 Lernziele
4.4 Methodische Überlegungen
5. Die Vorbereitung und Durchführung des Rollenspiels
6. Reflexion
7. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Rollenspiels als Methode zur Vermittlung von Multiperspektivität im Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe anhand des Wahlmoduls "Spanischer Kolonialismus". Im Fokus steht dabei die Frage, ob szenische Darstellungen nicht nur die Motivation der Lernenden steigern, sondern auch einen effektiven Zugang zum tieferen Verständnis kontroverser historischer Debatten ermöglichen.
1. Einleitung
Dem Fach Geschichte haftet das Stigma an, eintönig und wenig abwechslungsreich zu sein. Diese Gefahr eines methodisch wenig abwechslungsreichen Geschichtsunterrichts besteht tatsächlich vor allem in der Sekundarstufe II, fehlt es hier doch oft an Alternativen zu der Buch- und Textorientiertheit und den herkömmlichen Quellenverabreitungsverfahren. Um aber dem pädagogischen Anspruch gerecht zu werden, die Schülerinnen und Schüler möglichst über verschiedene Lernkanäle (visuell, auditiv, haptisch) anzusprechen und den Unterricht so zu planen, dass die SuS selbstständig handelnd im Mittelpunkt des Geschehens stehen, bedarf es einer Pluralität an Methoden. In der Fachliteratur wird im Kontext handlungs- und erfahrungsorientierter Formen des Lernens das Rollenspiel häufig als die entscheidende alternative Methode zu dem sonst üblichen Unterricht gesehen. Es sei ein Mittel, mehr Freude, persönliches Engagement und Kreativität in die Schule zu bringen, so Rohlfes. Dehne führt weiter aus, dass Rollenspiele überdies den Unterricht lebendiger machen und starre Strukturen lockern würden. Ausserdem würden sich die SuS aktiver und interessierter am Unterrichtsgeschehen beteiligen und seien an den Inhalten interessierter.
Den Meinungen von Rohlfes und Dehne möchte ich mich in diesen Punkten anschließen, denn im Rahmen meiner Weiterbildung im Fach Darstellendes Spiel habe ich verschiedene Formen szenischer Darstellungen (Standbild, Stegreifszene, Rollenspiel u.a.) kennengelernt und konnte die positiven Folgen szenischer Darstellungen selbst erfahren. Dies war in erster Linie meine Motivation im Rahmen des eigenverantwortlichen Unterrichts in Klasse 6 und 8 die Methode szenischer Darstellungen mehrfach einzusetzen, wenn es den inhaltlichen Zielen diente und didaktisch begründet war. Die Erfahrungen haben mir gezeigt, dass die positiven Aspekte der Methode zum Tragen kommen und „[...] die Anschaulichkeit eines Rollenspiels die Einfühlung und gedankliche Durchdringung historischer Sachverhalte erleichtert und, durch Förderung der Produktivität und Selbsttätigkeit, eine weitaus intensivere Auseinandersetzung mit letzterem angeregt wird.“
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit methodischer Vielfalt im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe II und formuliert das Ziel, das Rollenspiel als Mittel zur Förderung von Motivation und Multiperspektivität kritisch zu prüfen.
2. Allgemeine Bemerkungen zum Rollenspiel im Geschichtsunterricht: Dieses Kapitel definiert das Rollenspiel in Abgrenzung zu anderen szenischen Darstellungsformen und erläutert dessen Bedeutung für die Schulung von Fremdverstehen als Prozesskompetenz.
3. Ausgangs- und Rahmenbedingungen der Lerngruppe: Hier wird der Geschichtskurs auf erhöhtem Niveau charakterisiert und die Einbettung des Rollenspiels in die konkrete Unterrichtssequenz zum spanischen Kolonialismus dargestellt.
4. Planung des Vorhabens: Das Kapitel liefert eine fachwissenschaftliche Sachanalyse zum Thema und operationalisiert didaktische Überlegungen sowie Lernziele für die geplante Unterrichtseinheit.
5. Die Vorbereitung und Durchführung des Rollenspiels: Der Abschnitt beschreibt den konkreten methodischen Ablauf der vorbereitenden Phasen sowie die Strukturierung der Konferenz von Burgos als zentrales Rollenspielereignis.
6. Reflexion: In der Reflexion werden die Ergebnisse der Schülerrückmeldungen sowie die eigene Planung evaluativ gewürdigt, um den Erfolg der Methode und notwendige Modifikationen für die Zukunft herauszuarbeiten.
7. Literaturverzeichnis: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendeten wissenschaftlichen Quellen, didaktischen Fachbücher und Internetressourcen auf, die für die Arbeit herangezogen wurden.
Rollenspiel, Geschichtsunterricht, Multiperspektivität, Oberstufe, Spanischer Kolonialismus, Handlungsorientierung, Fremdverstehen, Quellenanalyse, Motivationsförderung, Didaktik, Konferenz von Burgos, Encomienda-System, Herrschaftspraxis, Requerimiento, Geschichtsdidaktik
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung und Wirksamkeit der Methode des Rollenspiels im Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe am Beispiel eines Unterrichtsversuchs zur spanischen Herrschaftspraxis in der "Neuen Welt".
Zentrale Themen sind die didaktische Einbindung von handlungsorientierten Methoden, die Vermittlung von multiperspektivischem Denken sowie das Spannungsfeld zwischen Herrschaftspraxis und Rechtfertigungsdiskursen im Zeitalter des Kolonialismus.
Das primäre Ziel ist zu untersuchen, ob das Rollenspiel geeignet ist, das historische Fremdverstehen zu schulen und ob die Methode auch in der Oberstufe signifikant zur Steigerung der Lernmotivation beiträgt.
Die Arbeit basiert auf einer Konzeption und Durchführung eines Unterrichtsversuchs, der anschließend mittels Fragebögen (Feedbackbögen), Videoauswertung und didaktischer Reflexion qualitativ evaluiert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Planung, die detaillierte Beschreibung der praktischen Durchführung (Vorbereitung und Prozessablauf) sowie eine kritische Reflexion unter Einbeziehung von Schülerfeedback und Fachliteratur.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Rollenspiel, Multiperspektivität, Handlungsorientierung, Konferenz von Burgos, Spanischer Kolonialismus und Sach- bzw. Werturteilskompetenz.
Die SuS erarbeiten in ihren Rollen die Diskrepanz, indem sie einerseits die juristischen Begründungen ihrer historischen Figuren (z.B. durch das Requerimiento) anwenden und andererseits die praktischen Grausamkeiten im Encomienda-System reflektieren.
Die Dokumentation durch zwei Schüler mittels Kameraaufnahmen wurde von der Lehrkraft als motivationsfördernd bewertet, da sie für die nötige Ernsthaftigkeit sorgte und eine spätere Reflexion ermöglichte.
Diese Konferenz bot eine ideale, historisch verbürgte Konflikt- und Entscheidungssituation, in der widerstreitende Interessen und Perspektiven verschiedener historischer Akteure authentisch gegeneinander verhandelt werden konnten.
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