Diplomarbeit, 2007
197 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Das Economic Value Added (EVA)-Konzept
2.1 Die Kennzahl EVA
2.1.1 Economic Value Added als Residualgewinn
2.1.2 Ziel der Shareholder Value Maximierung
2.2 Berechnung des EVA
2.2.1 Erläuterung der Gleichung
2.2.2 Ermittlung der einzelnen Gleichungskomponenten
2.2.2.1 Vom Accounting Model zum Economic Model
2.2.2.2 Ermittlung der Gewinngröße NOPAT
2.2.2.3 Ermittlung des Vermögens NOA
2.2.2.4 Ermittlung des Kapitalkostensatzes rWACC
2.3 Bewertung des Economic Value Added Konzeptes
3. Studie zur Unternehmenswertsteigerung auf Basis des EVA
3.1 Aufbau der empirischen Untersuchung
3.1.1 Auswahl der untersuchten Unternehmen
3.1.2 Ausgestaltung der Bemessungsgrößen
3.2 Auswertungen
3.2.1 Gewinnermittlung auf Basis des EVA
3.2.1.1 Absoluter Wertzuwachs
3.2.1.2 Relativer Wertzuwachs
3.2.1.3 Positiver Zusammenhang von EVA und Aktienkurs
3.2.2 Ursachen für die Unterschiede im relativen EVA
3.2.2.1 Wertorientierte Unternehmenssteuerung
3.2.2.2 Operative Exzellenz
3.2.2.3 Wachstum
3.2.2.4 Unternehmensrisiko
4. Zusammenfassung
Diese Diplomarbeit untersucht das Konzept des "Economic Value Added" (EVA) als Instrument zur wertorientierten Unternehmenssteuerung und -bewertung. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, ob Unternehmen Wert schaffen oder vernichten, inwieweit diese Kennzahl für Investoren am Kapitalmarkt relevant ist und welche Faktoren den Unternehmenswert maßgeblich beeinflussen.
2.1.1 Economic Value Added als Residualgewinn
Das dem EVA zu Grunde gelegte Modell wurde vor über 100 Jahren von dem Wirtschaftswissenschaftler Alfred Marshall entwickelt. In seinem Konzept stellt er fest, dass Gewinne erst entstehen, nachdem von den Erträgen neben den operativen Kosten auch die Opportunitätskosten für das eingesetzte Kapital abgezogen worden sind. Das beinhaltet, dass neben den Fremdkapitalzinsen auch die impliziten Renditeerwartungen der Eigenkapitalgeber erfüllt sein müssen. Aus diesem Grund wird bei dieser Methode in der wissenschaftlichen Literatur auch von Übergewinnen oder von Residualgewinnen gesprochen. Fortgeführt haben diesen Ansatz Preinreich und Lücke. Letztgenannter liefert in seiner Arbeit mit dem Lücke-Theorem schließlich den Nachweis, dass bei gleichem Betrachtungshorizont die Bewertung auf Basis von Zahlungsströmen in die Bewertung auf Basis von Gewinnen nach kalkulatorischen Zinsen überführt werden kann. Seitdem wird der auf den Zahlen der GuV beruhende Residualgewinn als alternative Methode zum Discounted Cashflow (DCF)-Ansatz gesehen. Erfüllt ist dies jedoch nur unter der Bedingung, dass alle nicht auf Eigentümer bezogenen Eigenkapitalveränderungen vollständig erfasst werden.
Durch die Einhaltung des in der angloamerikanischen Rechnungslegung bekannten Clean Surplus Concept bzw. dem deutschsprachigen Pendant, dem Kongruenzprinzip ist dies gegeben. Jedoch entsprechen die beiden internationalen Rechungslegungsvorschriften US-GAAP und IFRS nicht den Bedingungen und ermöglichen, dass bestimmte nicht gewöhnliche Geschäftstätigkeiten erfolgsneutral im Eigenkapital (EK) erfasst werden können. Zusammengefasst werden diese Aufwendungen und Erträge unter den Positionen Other Comprehensive Income (OCI) für US-GAAP bzw. Net Income recognised directly in Equity (NIE) für IFRS. Somit müssen bei Unternehmen mit diesen Rechnungslegungsvorschriften alle Buchungen in der Bilanzposition OCI bzw. NIE rückgängig gemacht und über die Gewinn und Verlustrechung geführt werden. Unter Einhaltung der Umformung ist das Lücke-Theorem erfüllt und der Unternehmenswert kann mit dem EVA-Konzept korrekt ermittelt werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Informationsasymmetrien zwischen Unternehmensführung und Kapitalmarkt und führt das EVA-Konzept als Instrument zur zielkongruenten Unternehmenssteuerung ein.
2. Das Economic Value Added (EVA)-Konzept: Hier werden das EVA-Konzept, dessen Berechnungsformeln sowie notwendige Anpassungen vom Accounting Model zum ökonomisch aussagekräftigen Economic Model erläutert.
3. Studie zur Unternehmenswertsteigerung auf Basis des EVA: Das Kapitel führt eine empirische Analyse von 49 Unternehmen durch, wertet die Wertschaffung aus und identifiziert zentrale Werttreiber sowie deren Zusammenhang zum Börsenwert.
4. Zusammenfassung: Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und das Ziel einer stärkeren wertorientierten Unternehmensführung hervorgehoben.
Economic Value Added, EVA, Market Value Added, MVA, Residualgewinn, Shareholder Value, Wertorientierte Unternehmenssteuerung, Unternehmensbewertung, Kapitalkosten, WACC, NOPAT, Net Operating Assets, NOA, Value Spread, Value Based Management
Die Arbeit befasst sich mit dem EVA-Konzept als Methode zur Messung des periodischen Unternehmenserfolgs und dessen Eignung als Steuerungsinstrument, das Renditeforderungen der Kapitalgeber explizit berücksichtigt.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die theoretische Herleitung von EVA, die notwendigen Anpassungen (Conversions) der Rechnungslegungsdaten sowie die empirische Überprüfung der Wertschaffung bei 49 ausgewählten Unternehmen.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Unternehmen durch ihre operative Tätigkeit Wert schaffen oder vernichten und ob diese theoretische Kennzahl eine hohe Relevanz für Eigentümer am Kapitalmarkt besitzt.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herleitung des EVA-Modells und verbindet diese mit einer empirischen quantitativen Studie, die auf veröffentlichten Geschäftsberichtsdaten von 49 Unternehmen basiert.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der technischen Berechnung des EVA, der detaillierten Beschreibung der notwendigen Anpassungen (Operative, Funding, Tax, Shareholder Conversions) und der anschließenden statistischen Auswertung der Werttreiber.
Zu den prägenden Begriffen gehören Economic Value Added (EVA), Market Value Added (MVA), Shareholder Value, Kapitalkosten (WACC), Residualgewinn, Werttreiber und Unternehmensbewertung.
Das ökonomische Modell bereinigt buchhalterische Daten um Verzerrungen und Investitionshemmnisse (z.B. durch Aktivierung von F&E-Kosten), um ein realitätsnäheres Abbild der tatsächlichen Wertschöpfung zu erzeugen.
Die Studie stellt fest, dass EVA eine sinnvolle interne Steuerungskennzahl ist, jedoch der direkte lineare Zusammenhang zwischen dem theoretischen "MVA ex ante" und dem tatsächlichen Börsenwert (MVA ex post) bei der vorliegenden Datenlage nur eingeschränkt signifikant nachweisbar ist.
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