Lizentiatsarbeit, 2005
112 Seiten, Note: 5 (CH)
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 Der Gatekeeper-Ansatz
2.2 Der News Bias-Ansatz
2.3 Instrumentelle Aktualisierung und opportune Zeugen
2.4 Zusammenfassung der Theorie
3. Stand der Forschung
3.1 Untersuchungen aus Deutschland
3.2 Politische Grundhaltung von Schweizer Medien
4. Hypothesen
5. Forschungsdesign
5.1 Forschungsgegenstand- und zeitraum
5.1.1 Forschungsgegenstand
5.1.2 Auswahlverfahren und Untersuchungszeitraum
5.2 Methoden
5.2.1 Politische Grundkonflikte in der Schweiz
5.2.2 Politische Position der Medien
5.2.3 Politische Position der Parteien
5.2.4 Ideologische Nähe zwischen den Zeitungen und den Parteien
5.3 Pretest
6. Operationalisierung
7. Auswertung der Ergebnisse
7.1 Allgemeine Auswertung
7.2 Auswertung der Hypothese I
7.3 Interpretation der Ergebnisse zu Hypothese I
7.4 Auswertung der Hypothese II
7.5 Interpretation der Ergebnisse zu Hypothese II
7.6 Auswertung der Hypothese III
7.7 Interpretation der Ergebnisse zu Hypothese III
8. Konklusion
Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Ausrichtung von fünf führenden Schweizer Qualitätszeitungen (Tages-Anzeiger, Neue Zürcher Zeitung, Mittellandzeitung, Berner Zeitung, Neue Luzerner Zeitung) mittels Inhaltsanalyse, um zu klären, ob diese eine einheitliche oder konsistente politische Linie verfolgen. Dabei wird eine dreidimensionale Verortung (Links-Rechts, Konservativ-Liberal, Ökologisch-Technokratisch) vorgenommen und der Vergleich zur ideologischen Positionierung der wichtigsten politischen Parteien gezogen.
2.1 Der Gatekeeper-Ansatz
Wie der Name des Gatekeeper-Ansatzes bereits andeutet, geht er auf den erwähnten Aufsatz von White und dessen Mr. Gates zurück (White 1950). Die Gatekeeper-Forschung versucht den Prozess der Nachrichtenauswahl genauer zu untersuchen. Dabei versteht sich diese Forschungsrichtung eher als empirisch ausgerichtet, das heisst, empirische Untersuchungen und deren Ergebnisse stehen im Zentrum, was zu einer Vernachlässigung der Theoriebildung in diesem Bereich geführt hat. Westley und MacLean jedoch haben eines der wenigen theoretischen Konstrukte, das dem Gatekeeper-Ansatz zugerechnet werden kann, formuliert und in einem Modell übersichtlich dargestellt (Abbildung 1) (Westley/MacLean 1955, zit. nach Staab 1988: 14).
Bestimmte Ereignisse (x1, x2…) werden durch den Gatekeeper (C) zum Rezipienten (B) übertragen. Wobei diese Ereignisse über einen weiteren Kommunikator (A) bereits schon vorselektiert werden können. Dabei könnte man beim Kommunikator A zum Beispiel an eine Nachrichtenagentur oder eine Public Relation-Abteilung einer Firma denken. „Der Informationstransfer wird somit als zwei- bzw. dreistufig definiert (x, x’, x’’), wobei zwischen einem Umweltobjekt oder Ereignis und dem Kommunikator (A) bzw. dem Gatekeeper (C) mehrere Kommunikationskanäle bestehen können (x3m, x3c)“ (Staab 1988: 13 f.). Die an diesem Kommunikationsprozess beteiligten Personen oder Institutionen sind darüber hinaus durch verschiedene Feedback-Möglichkeiten (fCA, fBA, fBC) miteinander verbunden. Von zentralem Interesse für die Gatekeeper-Forschung ist, wie der Gatekeeper C aus den verschiedenen Ereignissen x diejenigen auswählt, die er zu Nachrichten x’’ weiterverarbeitet. Dabei können zwei grundsätzlich verschiedene Einflussfaktoren auf diese Selektion unterschieden werden. Dies sind zum einen die individuellen Prädispositionen des Gatekeepers selbst, wie seine persönliche Einstellung zu Themen oder seine Interessenslage. Zum zweiten sind dies aber auch institutionelle Faktoren wie der Zeitdruck, Platzmangel oder die Einstellung des Verlegers.
1. Einleitung: Stellt die Forschungsfrage nach der politischen Ausrichtung der Schweizer Printmedien und definiert den Rahmen der Untersuchung.
2. Theorie: Diskutiert die theoretische Verankerung in der Nachrichtenforschung, insbesondere den Gatekeeper-Ansatz, den News Bias-Ansatz sowie die instrumentelle Aktualisierung.
3. Stand der Forschung: Gibt einen Überblick über bisherige Studien zur politischen Ausrichtung von Medien in Deutschland und der Schweiz.
4. Hypothesen: Leitet auf Basis der Theorie und des Forschungsstandes drei zentrale Hypothesen zur politischen Differenzierung und Manifestation in den Medien ab.
5. Forschungsdesign: Erläutert die Auswahl der fünf Zeitungen sowie das methodische Vorgehen bei der Datenerhebung und dem Pretest.
6. Operationalisierung: Definiert die Variablen und Kategorien zur empirischen Umsetzung der Hypothesen.
7. Auswertung der Ergebnisse: Präsentiert die empirischen Daten und deren Interpretation bezüglich der aufgestellten Hypothesen.
8. Konklusion: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Anwendbarkeit der Theorien auf den Schweizer Medienkontext.
Politische Ausrichtung, Schweizer Qualitätszeitungen, Inhaltsanalyse, Nachrichtenforschung, Gatekeeper-Ansatz, News Bias, Instrumentelle Aktualisierung, Politische Parteien, Medienberichterstattung, Links-Rechts-Schema, Konservativ-Liberal, Ökologisch-Technokratisch, Kommunikator-Forschung, Medieneinfluss, Schweizer Politik
Die Arbeit untersucht, ob führende Schweizer Tageszeitungen eine einheitliche oder spezifische politische Ausrichtung haben und ob sich diese in ihrer Berichterstattung manifestiert.
Die zentralen Felder sind die politische Kommunikator-Forschung, die Medieninhaltsanalyse und der Vergleich der Medieninhalte mit politischen Parteipositionen.
Das Ziel ist es, die Tageszeitungen in einem dreidimensionalen "Raum der Weltanschauungen" zu verorten und ihre ideologische Nähe zu den Schweizer Parteien zu bestimmen.
Es wird eine quantitative Inhaltsanalyse von fünf Tageszeitungen über zwei dreimonatige Zeiträume hinweg angewandt, kombiniert mit einer Analyse der Abstimmungsparolen der Parteien.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen (Gatekeeper, News Bias), der Stand der Forschung, das Forschungsdesign sowie die detaillierte Auswertung der empirischen Daten zu den drei aufgestellten Hypothesen diskutiert.
Wichtige Begriffe sind Politische Ausrichtung, Inhaltsanalyse, Medien-Bias, politische Parteien und die drei Konfliktdimensionen Links-Rechts, Konservativ-Liberal und Ökologisch-Technokratisch.
Da eine rein eindimensionale Links-Rechts-Skala laut Literatur für die komplexe politische Landschaft der Schweiz (basierend auf Hermann/Leuthold) als unzureichend angesehen wird.
Die Untersuchung zeigt, dass die Zeitungen in den Kommentaren deutlicher Stellung beziehen, während der Nachrichtenteil im Vergleich dazu eher ausgewogen berichtet.
Das Konzept wird genutzt, um zu prüfen, ob Zeitungen politische Positionen indirekt durch die Auswahl ihrer Interviewpartner und Zitatquellen (sogenannte opportune Zeugen) transportieren.
Die Studie zeigt Ähnlichkeiten in der ideologischen Nähe zur Grünen Partei auf, betont aber auch spezifische Schweizer Eigenheiten in der medialen Berichterstattung.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

