Diplomarbeit, 2008
224 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Professionalisierung und Professionalität in der Popmusik
2. Überblick über den Wandel in der Musikindustrie ab 1980
2.1 Die Produktions- und Verwertungsmechanismen innerhalb der Musikindustrie
2.2 Die Verteilung der Rechte und Umsätze
2.3 Die Folgen technologischer Entwicklungen für die Produktion von Musik
2.4 Die Folgen technologischer Entwicklungen für die Distribution und den Konsum von Musik
2.5 Anpassungsverhalten der Majors
2.5.1 Alternative Distributionskanäle
2.6. Zusammenfassung der Merkmale des Wandels
3. Die Situation und Reaktionen der Musikschaffenden auf die neuen Entwicklungen
3.1 Interviewdurchführung und Auswertung
3.2 Die Entwicklung zum Musikschaffenden
3.3 Die Arbeit als Musikschaffender
3.3.1 Arbeitsabläufe
3.3.2 Umgang mit technologischen Entwicklungen und Fortbildung
3.3.3 Vermarktungsaktivitäten
3.3.4 Netzwerke und Konkurrenz
3.3.5 Finanzielle Lage
3.4 Einstellungen der Musikschaffenden
3.4.1 Berufszufriedenheit und die gesellschaftliche Bedeutung von Musik
3.4.2 Die Bedeutung der Plattenfirmen aus Sicht der Musikschaffenden
3.4.3 Persönliche Zukunftserwartungen
4. Fazit / Schlussbemerkung
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen des technologischen und wirtschaftsstrukturellen Wandels in der Musikindustrie seit 1980 auf die Arbeits- und Lebensbedingungen professioneller Musikschaffender im Popbereich. Dabei liegt der Fokus auf der veränderten Rolle der Musikschaffenden, die zunehmend unternehmerische Kompetenzen entwickeln müssen.
2.3 Die Folgen technologischer Entwicklungen für die Produktion von Musik
Die musikalische Entwicklung ist geprägt durch die technologische Evolution. Eine Besonderheit für die Musikschaffenden stellt die Einführung von Sequenzern und Samplern dar, deren verbreitete Nutzung sich in den 1980ern durchsetzte.
Der elektronisch gesteuerte Sequenzer nimmt im eigentlichen Sinne keine Töne auf. Er speichert die Steuerdaten, die zum Beispiel durch das Drücken der Klaviatur durch den Pianisten zustande kommen. Mit diesen aufgezeichneten Steuerdaten können Klangerzeuger angesteuert werden wie bspw. ein Synthesizer oder später das virtuelle Keyboard im Computer. Diese Möglichkeit der Klangerzeugung revolutioniert die Arbeitsweise der Musikschaffenden. Im Sequenzer ist die Korrektur bzw. Verschiebung einzelner Töne (Signale) oder ganzer Musik-Passagen möglich. Das bedeutet zunächst, dass man auf die Wiederholung des praktischen Musizierens verzichten kann, wenn eine Passage nicht sauber eingespielt wurde. Des Weiteren bedeutet es, dass Studio-Musiker teilweise nicht mehr für die Einspielung einer Tonspur gerufen werden müssen.
Als MIDI-fähiges Gerät gehört der Sequenzer mittlerweile zur Standardausstattung des Musikprogrammierens, die in einschlägigen Aufnahmestudios anzutreffen ist.
Einleitung: Umreißt die wirtschaftliche Tiefphase der Musikindustrie seit 1980 und stellt die Forschungsfrage zu den Folgen dieser Transformation für professionelle Musikschaffende.
1. Professionalisierung und Professionalität in der Popmusik: Definiert den Begriff des professionellen Musikschaffenden im Popbereich und erörtert soziologische Kriterien für Status und Berufswahl.
2. Überblick über den Wandel in der Musikindustrie ab 1980: Analysiert technologische und ökonomische Umbrüche, die die traditionelle Wertschöpfungskette und die Machtverhältnisse zugunsten einer stärkeren Selbstständigkeit verschoben haben.
3. Die Situation und Reaktionen der Musikschaffenden auf die neuen Entwicklungen: Präsentiert empirische Daten aus Interviews zu Arbeitsabläufen, technologischer Anpassung und ökonomischer Existenzsicherung.
4. Fazit / Schlussbemerkung: Fasst zusammen, wie Musikschaffende erfolgreich vom „Macher“ zum „Lenker“ ihrer eigenen Produktion wurden und neue unternehmerische Nischen besetzen.
Musikindustrie, Musikschaffende, Popmusik, Digitalisierung, Musikproduktion, Technologischer Wandel, Vermarktungsstrategien, Major-Labels, Selbstständigkeit, Musikwirtschaft, Musikdistribution, Urheberrechte, Wertschöpfungskette, Künstlersozialkasse, Professionalisierung.
Die Arbeit untersucht den Wandel der ökonomischen Bedingungen in der Musikindustrie seit 1980 und dessen konkrete Auswirkungen auf die Arbeitswelt von professionellen Musikern und Produzenten im Bereich der Popmusik.
Im Zentrum stehen die technologische Evolution (Sequenzer, Internet), die veränderte Machtbalance zwischen Musikkonzernen und Künstlern sowie die Notwendigkeit, unternehmerische Fähigkeiten zu erlernen.
Die Arbeit analysiert, welche Folgen die Transformationsprozesse innerhalb der Musikindustrie für Musikschaffende haben, die ihren Lebensunterhalt hauptberuflich mit der Erstellung von Musik bestreiten.
Neben einer Literaturanalyse zur Musikwirtschaft wurden qualitative Experteninterviews mit vier Musikschaffenden geführt, um deren Lebens- und Arbeitssituation in der aktuellen Marktsituation zu beleuchten.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Überblick über den Wandel der Branche und eine empirische Analyse der Arbeitsabläufe, Netzwerke, finanziellen Lage und persönlichen Zukunftsperspektiven der befragten Musikschaffenden.
Die zentralen Begriffe umfassen Musikindustrie, Digitalisierung, Professionalisierung, Vermarktungsstrategien und die ökonomische Selbstständigkeit von Musikern.
Die Experten nehmen einen Bedeutungsverlust der traditionellen Plattenfirmen wahr, da diese sich zunehmend auf die Distribution konzentrieren und die Rolle der Künstler als unternehmerisch handelnde Akteure gestiegen ist.
Die befragten Musikschaffenden sehen Casting-Shows überwiegend als Entertainment-Phänomene an, die zwar Kaufkraft binden, jedoch für professionelle Musikproduzenten oft neue Auftragsmöglichkeiten durch Zuarbeit bieten.
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