Magisterarbeit, 2008
105 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Präzisierung der Fragestellung
1.2. Vorgehensweise
2. Audiovisuelle Übersetzung – Präzisierung der Begriffe
2.1. Medien
2.1.1. Der kommunikationsorientierte Medienbegriff
2.1.2. Audiovisuelle Medien
2.2. Audiovisueller Text als Übersetzungsgegenstand
2.2.1. Komponente des audiovisuellen Textes
2.2.1.1. Akustische Codes
2.2.1.2. Visuelle Codes
2.2.2. Filmsprache und ihre Übertragung
2.2.3. Audiovisuelle Genres
2.3. Geschichte der audiovisuellen Übersetzung
2.3.1. Stummfilmperiode und die Zwischentitel
2.3.2. Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm. Die Probleme der Tonnutzung
2.3.3. Die ersten Strategien der Überwindung von Sprachbarrieren
2.3.4. Geschichte der Synchronisation in Deutschland
2.3.5. Filmkontrolle in Deutschland
3. Methoden der audiovisuellen Übersetzung
3.1. Untertitelung
3.2. Voice-over Verfahren
3.3. Kommentar, Kooperationsfassungen und Hybridverfahren
3.4. Filmsynchronisation
3.4.1. Definition der Synchronisation
3.4.2. Bedeutung der Synchronisation
3.4.3. Ablauf einer Synchronisation
3.4.4. Kritik des Übersetzungsprozesses
3.4.5. Synchronität
3.4.5.1. Lippensynchronität (phonetische Synchronität)
3.4.5.1.1. Qualitative Synchronität
3.4.5.1.2. Quantitative Synchronität
3.4.5.1.3. Tempo, Lautstärke, Artikulationsdeutlichkeit, Intonation und weitere prosodische Elemente
3.4.5.2. Paralinguistische Synchronität
3.4.5.2.1. Gestensynchronität
3.4.5.2.2. Charakteräquivalenz
3.4.5.3. Auffälligkeit von Asynchronien
3.4.6. Vor- und Nachteile der Synchronisation
3.4.6.1. Illusion innerhalb der Illusion
3.4.6.2. Der Faktor Stimme
3.4.6.3. Reproduktion von sprachlichen Variation
3.4.6.4. Weitere Vor- und Nachteile
3.4.7. Synchronisationsländer und Untertitelungsländer. Synchronisation als sprachpolitisches Instrument
4. Audiovisuelle Übersetzung als Translationsprozess - übersetzungstheoretische Ansätze
4.1. Äquivalenzforschung
4.2. Äquivalenz und Adäquatheit: Differenzierung und Präzisierung der Begriffe
5. Übersetzungsanalyse von Todo sobre mi madre
5.1. Kino Almodóvars
5.1.1. Pedro Almodóvar – Biographie und Filmographie
5.1.2. Merkmale des almodovarianischen Kinos
5.1.2.1. Genre und Thematik: Das Almodrama
5.1.2.2. Stil
5.1.3. Zu der Handlung von Todo sobre mi madre
5.2. Übersetzungsanalyse
5.2.1. Filmtitel
5.2.2. Das Katalanische und der katalanische Akzent
5.2.3. Diatopische Varietäten: Kanarischer Dialekt
5.2.4. Diastratische Varietäten
5.2.5. Diaphasische Varietäten: Oralität versus Literarität
5.2.5.1. „Written to be spoken“. Konzeptionell mündlicher Text
5.2.5.2. Literarischer Text
5.2.6. Lexikalische Konstruktionen
5.2.6.1. Idiomatische Wendungen
5.2.6.2. Metaphern
5.2.6.3. Wortspiele
5.2.7. Kulturspezifische Phänomene
6. Abschließende Betrachtung
7. Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der Originalfassung des Films "Todo sobre mi madre" von Pedro Almodóvar und dessen deutscher Synchronfassung im Hinblick auf den übersetzungstheoretischen Äquivalenzbegriff. Ziel ist es zu analysieren, ob und wie die Synchronisation die sprachlichen und kulturellen Spezifika des Originals bewahrt oder transformiert und welche technischen sowie soziokulturellen Faktoren diesen Prozess beeinflussen.
2.2.1.1. Akustische Codes
Der in diesem Texttyp verwendete linguistic code unterscheidet sich wesentlich von dem sprachlichen Code anderer Texte, z.B. von Fachtexten oder literarischen Texten. Im Gegensatz zu den üblichen Textsorten, werden die meisten audio-visuellen Texte geschrieben, um gesprochen zu werden („written to be spoken as if it had not been written“, Chaume 2003: 272). Es handelt sich also um einen schriftlichen Text, der den mündlichen Diskurs imitiert. Daher ist die Oralität in einem audiovisuellen Text nicht spontan, sondern geplant, durchdacht oder, wie Chaume es formuliert, „vorfabriziert“.
Dieses Verhältnis zwischen dem schriftlichen Ursprung des audio-visuellen Textes und seiner Notwendigkeit, mündlich zu klingen, ist für eine Übersetzungsanalyse von höchster Bedeutung, wenn die Idiomatizität des Ausgangs- oder des Zieltexts untersucht wird. Während eines Dialogs machen die Sprecher Pausen, um Gedanken zu sammeln, sich zu räuspern, sie fangen den Satz noch mal an oder haben einen Gedankenwechsel. Ausgerechnet solche Anakoluths, die in der geschriebenen Sprache als unakzeptabel gelten, machen den mündlichen Ausdruck lebendig, glaubwürdig und authentisch und müssen in dieser Form auch in einem Drehbuch festgehalten werden, sei es im Original oder in der Übersetzung.
1. Einleitung: Definiert die Forschungsfrage nach der Äquivalenz in der Filmübersetzung und erläutert die interdisziplinäre Vorgehensweise.
2. Audiovisuelle Übersetzung – Präzisierung der Begriffe: Klärt den Medienbegriff und den Charakter des audiovisuellen Textes als eigenständigen Übersetzungsgegenstand unter Einbeziehung seiner historischen Entwicklung.
3. Methoden der audiovisuellen Übersetzung: Beschreibt verschiedene Techniken wie Untertitelung und Synchronisation sowie deren Vor- und Nachteile mit Fokus auf den deutschen Markt.
4. Audiovisuelle Übersetzung als Translationsprozess - übersetzungstheoretische Ansätze: Beleuchtet die theoretischen Grundlagen der Äquivalenzforschung und den Übergang zu funktionalistischen Skopos-Konzepten.
5. Übersetzungsanalyse von Todo sobre mi madre: Führt die empirische kontrastive Analyse des Almodóvar-Films durch, wobei Sprachvarietäten, Lexik und kulturspezifische Phänomene im Vordergrund stehen.
6. Abschließende Betrachtung: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Erreichung der Äquivalenz in der untersuchten deutschen Synchronfassung.
7. Bibliographie: Listet die verwendeten Quellen und die filmografischen Daten auf.
Audiovisuelle Übersetzung, Filmsynchronisation, Äquivalenzforschung, Todo sobre mi madre, Pedro Almodóvar, Sprachvarietäten, Diatopik, Diastratik, Diaphasik, Kulturspezifische Phänomene, Untertitelung, Translationsprozess, Synchronität, Filmanalyse, Oralität
Die Arbeit widmet sich der kontrastiven Analyse der audiovisuellen Übersetzung, speziell am Beispiel der deutschen Synchronfassung des Films "Todo sobre mi madre" von Pedro Almodóvar.
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der audiovisuellen Übersetzung, die Praxis der Filmsynchronisation in Deutschland sowie die sprachliche und kulturelle Adaption filmischer Texte.
Das Ziel ist festzustellen, inwieweit die deutsche Synchronisation eine äquivalente Wiedergabe der formalen, ästhetischen und inhaltlichen Qualitäten des spanischen Originals erreicht.
Es wird eine interdisziplinäre, kontrastive Übersetzungsanalyse angewandt, die auf übersetzungswissenschaftlichen, linguistischen und medienwissenschaftlichen Ansätzen (insbesondere der Polysystemtheorie) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der AV-Übersetzung und einen empirischen Teil, in dem spezifische sprachliche Phänomene wie Dialekte, Metaphern, Wortspiele und kulturspezifische Begriffe im Film untersucht werden.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Audiovisuelle Übersetzung, Filmsynchronisation, Äquivalenz, Sprachvarietäten und Kulturspezifika.
Die Autorin stellt fest, dass der spezifische Dialekt in der deutschen Fassung durch den Wechsel in die Standard-Umgangssprache verloren geht, was zu einer Minderung der Charakter-Individualität führt.
Der Titel ist eine Anspielung auf "All about Eve". Die Arbeit zeigt auf, dass eine wörtliche Übersetzung im Deutschen funktionierte, während andere Wortspiele (wie die Eigennamen "Huma" oder "Agrado") aufgrund fehlender Entsprechungen in der Zielsprache oft an Wirkung verlieren.
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