Magisterarbeit, 2008
88 Seiten, Note: 2,3
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Thema und Fragestellung
2. Theorie der Phantastik
2.1. Begriff
2.2. Mögliche Definitionen
2.2.1. Maximalistische Phantastik
2.2.2. Minimalistische Phantastik
2.2.3. Einige Abgrenzungen
2.3. Phantastik und Realität
2.3.1. Realismusproblem
2.3.2. Lösung des Realismusproblems
2.4. Das Phantastische: Eine strukturelle Herangehensweise
2.4.1. Das Zwei-Welten-Modell
2.4.2. Magie
2.4.3. Konfliktbewältigung und Kontrastkonzept
2.5. Die Strukturen des Phantastischen
2.6. Funktionen phantastischer Literatur
3. Kinder- und Jugendliteratur
3.1. Definitionsansätze und Konzepte
3.2. Abgrenzung der Jugendliteratur
3.3. Phantastische Kinderliteratur
3.4. Phantastische Jugendliteratur
4. Phantastische Kinder- und Jugendliteratur
4.1. Funktionen phantastischer Kinder- und Jugendliteratur oder die immanente Pädagogik
5. Analyse: Die Harry-Potter-Romane
5.1. Vorgehensweise
5.2. Strukturen des Phantastischen in Harry Potter
5.2.1. Die zwei Welten
5.2.2. Das Magische
5.2.3. Konflikte und Kontraste
5.3. Harry Potter als phantastischer Roman
5.3.1.Das Phantastische im Phantastischen: "King's Cross"
6. Harry Potter als Kinder- und Jugendliteratur
6.1. Harry Potter als phantastisches Kinderbuch
6.2. Harry Potter als phantastisches Jugendbuch
6.3. Die Gattungsmuster der Harry-Potter-Romane
6.3.1. Der Entwicklungsroman
6.3.2. Die Internatsgeschichte
6.3.3. Der Detektivroman
7. Schlusswort
Diese Magisterarbeit analysiert die literarischen Strukturen der Harry-Potter-Reihe von J. K. Rowling, um die Gründe für deren außerordentlichen Erfolg sowie deren literarische Qualität zu ergründen, wobei eine literaturwissenschaftliche Untersuchung der phantastischen und gattungsspezifischen Merkmale im Fokus steht.
5.2.1. Die zwei Welten
In den Harry-Potter-Romanen existieren zwei Welten nebeneinander. Beide sind nach dem Modell einer empirischen Welt geschaffen und haben ihren Handlungsschwerpunkt in Großbritannien. Die primäre Welt wird hauptsächlich durch London und den fiktiven Vorort "Little Whinging" repräsentiert, wo sich das Haus der Familie Dursley befindet, in dem auch Harry Potter wohnt. Auch die mittelständische Sicht der Dursleys sowie ihre vornehmliche Durchschnittlichkeit sind mit dem Realitätskonzept des implizierten Lesers vereinbar. Die sekundäre Welt hat ebenfalls die innere Konsistenz von Realität, allerdings eher im Hinblick auf die zyklische Zeitrechnung und die im mehr oder weniger definierbaren Raum agierenden Figuren denn auf Geographie und sozialen Rang. Die Hexen und Zauberer der Sekundärwelt nennen die Menschen in der Primärwelt "Muggles". Damit werden nichtmagische Personen schon auf sprachlicher Ebene bagatellisiert und ihre Gewöhnlichkeit gegenüber den magischen Fähigkeiten der Zauberer untermauert. Es gibt keine wirkliche räumliche Trennung, sondern vielmehr eine "verblüffend folgerichtig und konsequent kritikimmun durchbuchstabierte Parallelisierung von Muggel- und Zaubererwelt". Im nichtmagischen verbirgt sich noch ein magisches London, wovon die "Muggles" nichts ahnen. Es gibt also eine Parallelwelt, eine Art Subsystem, das innerhalb der primären Welt liegt. Der Erzähler und der implizite Leser folgen Harry dorthin, es handelt sich daher um eine offene Sekundärwelt. Auch sonst ist die Trennung der Welten wenig konsequent. In der Anderswelt gibt es beispielsweise Personen, die halb "Muggle", halb Zauberer sind. Außerdem ist das Anwenden von Magie in der Primärwelt zwar verboten, aber keineswegs unmöglich.
1. Thema und Fragestellung: Diese Einleitung begründet die Auswahl der Harry-Potter-Romane als Untersuchungsgegenstand und legt die literaturwissenschaftliche Zielsetzung der Arbeit dar.
2. Theorie der Phantastik: Dieses Kapitel erörtert grundlegende Definitionen, Strukturen und Funktionen phantastischer Literatur, um ein theoretisches Fundament für die anschließende Analyse zu schaffen.
3. Kinder- und Jugendliteratur: Hier werden Konzepte und Abgrenzungen der Kinder- und Jugendliteratur diskutiert, insbesondere im Hinblick auf ihre pädagogische Funktion und deren Rezeption.
4. Phantastische Kinder- und Jugendliteratur: Dieses Kapitel verknüpft die Phantastiktheorie mit den spezifischen Anforderungen und Merkmalen des Kinder- und Jugendbuchs.
5. Analyse: Die Harry-Potter-Romane: Hier erfolgt die konkrete Anwendung der theoretischen Konzepte (Zwei-Welten-Modell, Magie, Konflikte) auf die Romanreihe von J. K. Rowling.
6. Harry Potter als Kinder- und Jugendliteratur: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Gattungsmuster – Entwicklungsroman, Internatsgeschichte und Detektivroman – innerhalb des Werks.
7. Schlusswort: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die literarische Bedeutung der Harry-Potter-Reihe hervor.
Phantastik, Kinderliteratur, Jugendliteratur, Harry Potter, J. K. Rowling, Zwei-Welten-Modell, Magie, Entwicklungsroman, Internatsgeschichte, Detektivroman, Literaturtheorie, Gattungsmuster, Realismus, Pädagogik, Leseridentifikation
Die Arbeit beschäftigt sich mit der literaturwissenschaftlichen Analyse der Harry-Potter-Reihe von J. K. Rowling und untersucht, wie phantastische Strukturen und Gattungsmuster der Kinder- und Jugendliteratur in den Romanen kombiniert werden.
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der Phantastik, den Konzeptionen von Kinder- und Jugendliteratur sowie der narrativen Komplexität der Harry-Potter-Bücher.
Ziel ist es, die Gründe für den außerordentlichen Erfolg der Reihe zu ergründen und die spezifischen literarischen Methoden aufzuzeigen, die Harry Potter sowohl für Kinder als auch für Erwachsene attraktiv machen.
Die Untersuchung nutzt einen literaturwissenschaftlichen Ansatz, der Elemente der Strukturalistik (nach Todorov) und spezifische Ansätze zur Kinder- und Jugendliteraturforschung kombiniert, um den Text zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Definition phantastischer und kinderliterarischer Gattungsmerkmale sowie einen analytischen Teil, in dem diese Merkmale auf die Harry-Potter-Romane angewendet werden.
Wichtige Begriffe sind Phantastik, Zwei-Welten-Modell, Magie, Entwicklungsroman, Internatsgeschichte, Detektivroman, Literaturtheorie sowie Sozialisation und Pädagogik.
Während realistische Jugendliteratur mimetisch konstruiert ist und sich mit der gegenwärtigen Lebensrealität befasst, nutzt die phantastische Jugendliteratur eine alternative Welt als Schauplatz, um Krisenbewältigung und Entwicklung symbolisch zu thematisieren.
Das Kapitel dient als Beispiel für eine Doppelstruktur des Phantastischen, in der eine weitere fiktive Ebene eingezogen wird, die den subjektiven Realitätsbegriff des Protagonisten und des Lesers hinterfragt.
Das Detektivschema dient als handlungsförderndes Element, das durch den regressiven Aufbau der Spannung die aktive Kombinationsgabe des Lesers fordert und eine mysteriöse Atmosphäre in der Zauberwelt schafft.
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