Masterarbeit, 2022
168 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Begriff: Was ist Digital Nudging?
1.1. Klassische Nationalökonomie
1.2. Neoklassische Theorie
1.3. Ökonomischer Imperialismus
1.4. Krise des Homo Oeconomicus
1.5. Grenzen menschlicher Rationalität
1.6. Bounded Rationality Theory
1.7. Prospect Theory
1.8. Dual Process Theory
1.9. Verhaltensökonomik
1.10. Libertärer Paternalismus
1.11. Nudging
1.12. Abgrenzung von verwandten Konzepten
1.13. Klassifizierung von Nudging
1.14. Nudging in der Politik
1.15. Digital Nudging
1.16. Analoges vs. digitales Nudging
2. Prinzip: Wie funktioniert Digital Nudging?
2.1. Affektheuristik
2.2. Ankereffekt
2.3. Authority Bias
2.4. Besitztumseffekt
2.5. Bestätigungsirrtum
2.6. Choice-Supportive-Bias
2.7. Commitment
2.8. Decoy-Effekt
2.9. Default-Effekt
2.10. Framing
2.11. Gamification
2.12. Gegenwartspräferenz
2.13. Halo-Effekt
2.14. Kontrollillusion
2.15. Mentale Buchführung
2.16. Personalisierung
2.17. Positionierung
2.18. Priming
2.19. Reziprozität
2.20. Salience Bias
2.21. Scarcity Bias
2.22. Self-Serving-Bias
2.23. Social Proof
2.24. Status-Quo-Bias
2.25. Verfügbarkeitsheuristik
2.26. Verlustaversion
3. Potential: Wo kann Digital Nudging eingesetzt werden?
3.1. E-Commerce
3.2. Bildschirmtätigkeit
3.3. Gesellschaft
3.4. Dark Patterns
4. Kritik: Wann ist Digital Nudging wirksam und legitim?
4.1. Kritik an der Verhaltensökonomik
4.2. Kritik am Nudging
4.3. Wirksamkeit von Nudging
4.4. Zulässigkeit von Nudging
4.5. Nudging-Frameworks
Schlusswort
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den aktuellen Forschungsstand zum Thema Digital Nudging systematisch darzustellen und konkrete Anwendungsfelder dieses Konzepts in der digitalen Welt zu identifizieren und zu inventarisieren.
1.8. Dual Process Theory
Der „Dual Process Theory“ zu Folge werden menschliche Entscheidungen von zwei unabhängigen Systemen getroffen. Situationsabhängig greifen Menschen auf eines der beiden Systeme zurück. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile und keines ist per se besser als das andere. Vielmehr geht es darum, für die jeweilige Aufgabe das richtige System zu wählen.
Routineaufgaben werden meist von System 1 abgewickelt, während System 2 dann übernimmt, wenn System 1 nicht mehr weiterweiß (Suffizienzprinzip). Diese Form der Arbeitsteilung ist äußerst effizient, denn sie minimiert den Aufwand und liefert dennoch meist zufriedenstellende Ergebnisse. Es wird geschätzt, dass 95% der täglichen Entscheidungen von System 1 erfolgen. Der Grund, warum Menschen auf der einen Seite großartige Leistungen vollbringen und auf der anderen Seite an einfachen Aufgaben scheitern, liegt an der Verwendung des falschen Systems. Oftmals wird auf die Aktivierung von System 2 verzichtet.
1. Begriff: Was ist Digital Nudging?: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Nudging-Konzepts von den Anfängen der klassischen Ökonomie bis hin zur modernen Verhaltensökonomik.
2. Prinzip: Wie funktioniert Digital Nudging?: Hier werden die psychologischen Mechanismen und kognitiven Verzerrungen detailliert analysiert, die die Grundlage für die Wirksamkeit digitaler Nudges bilden.
3. Potential: Wo kann Digital Nudging eingesetzt werden?: Dieses Kapitel inventarisiert praktische Anwendungsbeispiele in E-Commerce und Bildschirmtätigkeiten und befasst sich kritisch mit Dark Patterns.
4. Kritik: Wann ist Digital Nudging wirksam und legitim?: Das letzte Kapitel unterzieht das Konzept einer kritischen Prüfung hinsichtlich ethischer Grenzen, Wirksamkeit und Legitimität.
Digital Nudging, Verhaltensökonomik, Entscheidungsarchitektur, Homo Oeconomicus, Libertärer Paternalismus, Kognitive Verzerrungen, Biases, Dark Patterns, System 1, System 2, Entscheidungshilfen, Nutzerschnittstellen, Ethik im Design, Rationalität, Konsumentenpsychologie.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verortung des aktuellen Forschungsstandes zum Thema Digital Nudging, also der Anwendung von Nudge-Prinzipien auf digitale Entscheidungsumgebungen.
Die zentralen Felder umfassen die historische Herleitung der Verhaltensökonomik, die psychologischen Grundlagen kognitiver Verzerrungen sowie die praktischen Anwendungen und die kritische ethische Auseinandersetzung mit digitaler Beeinflussung.
Das primäre Ziel ist eine fundierte Inventarisierung der Einsatzmöglichkeiten von Digital Nudging und eine kritische Auseinandersetzung mit dem damit verbundenen Manipulationspotenzial.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, die Konzepte aus Ökonomie, Psychologie und Informatik zusammenführt, um das Phänomen des Digital Nudging theoretisch und praktisch zu durchdringen.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen (wie der Prospect Theory oder der Dual Process Theory) zahlreiche spezifische Effekte und Biases erläutert sowie in konkreten Anwendungsbereichen wie E-Commerce illustriert.
Wichtige Begriffe sind Digital Nudging, Verhaltensökonomik, Entscheidungsarchitektur, Dark Patterns und Libertärer Paternalismus.
Digitales Nudging findet direkt auf Benutzeroberflächen statt. Es ist oft kostengünstiger, bietet Möglichkeiten zur Personalisierung durch Microtargeting und kann einfacher in Echtzeit auf verschiedenen Geräten implementiert werden, was es potenziell manipulativer macht als analoge, physische Maßnahmen.
Dark Patterns sind Schnittstellen-Designs mit der bewussten Absicht, Nutzer zu Handlungen zu verleiten, die ihren eigenen Interessen widersprechen oder sie gegenüber dem Anbieter übervorteilen – im Gegensatz zum ethischen Nudging, das den Nutzer besserstellen soll.
Da 95% der täglichen Entscheidungen unbewusst über System 1 getroffen werden, ist dies für Nudges besonders zugänglich. Ein Ziel des Nudgings kann es jedoch sein, kritische Entscheidungen bewusst durch System 2 (das reflektierende, logische System) steuern zu lassen, um Fehlentscheidungen durch Voreinstellungen oder Heuristiken zu verhindern.
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