Bachelorarbeit, 2009
41 Seiten, Note: sehr gut
EINFÜHRUNG
ERSTER TEIL: DIE ALGEMEINE LAGE VOR DEM ERSTEN WELTKRIEG
1 Militärischer und wirtschaftlicher Aufbau in Europa – Machtpositionen vor dem Weltkrieg
2 Militärischer und wirtschaftlicher Aufbau des Osmanischen Reiches vor dem Weltkrieg
3.1 Die Inselprobleme
3.2 Arabische Unabhängigkeitsbewegung
ZWEITER TEIL: FRONTEN UND DIE LAGE DES OSMANISCHEN REICHES IM ERSTEN WELTKRIEG
1 Gründe, die das Osmanische Reich zum Krieg führten
2 Die Fronten während des Krieges
2.1 Dardanellen-Front
2.2 Kaukasus-Front
2.3 Irakische Front
2.4 Fronten im Jemen, in Palästina und Syrien
2.5 Iranische Front
2.6 Europäische Fronten mit Beteiligung osmanischer Soldaten
2.6.1 Rumänische Front
2.6.2 Galizische Front
DRITTER TEIL: KRIEGSENDE
1 Ende des Krieges und neu errichtetes internationales System
2 Die Abkommen von Moudros und Lausanne
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Ursachen und den Verlauf des Ersten Weltkriegs aus der spezifischen Perspektive des Osmanischen Reiches. Ziel der Arbeit ist es, die politisch-militärische Ausgangslage, die strategische Situation an den verschiedenen Fronten sowie die letztendliche Auflösung des Reiches und die völkerrechtliche Neugestaltung im Rahmen der Abkommen von Moudros und Lausanne historisch aufzuarbeiten.
Die Lage der osmanischen Streitkräfte
Landstreitkräfte: „11 221 Offiziere, 294 029 Unteroffiziere und einfache Soldaten, 43 872 Zugtiere, 2310 Kanonen mit diversen Durchmessern und Ausführungen, 256 Maschinengewehre.“
Seestreitkräfte: „Die Tonnage der Seestreitkräfte erhöhte sich auf 100 279, nachdem die beiden deutschen Panzerschiffe Goeben (Yavuz) und Breslau (Midilli) zu den Seestreitkräften einbezogen wurden. Die Flotte wurde vorwiegend aus alten Schiffen gebildet und hatte keine hohe Kriegsfähigkeit.“
Luftstreitkräfte: „Obwohl die Luftstreitkräfte den Entwicklungen auf dem Weltmarkt folgten, konnten zu ihrer Weiterentwicklung keine ausreichende Zeit und Mittel beschafft werden.“ Daneben wurde im Balkankrieg eine bestimmte Anzahl von Kriegsflugzeugen verloren. Als die Mobilisierung erklärt wurde, hatten die Luftstreitkräfte nur vier aktive Kriegsflugzeuge. Damals wurden diese Flugzeuge aus dem Ausland eingeführt. Da aber der osmanische Staat mit den Ländern, aus denen er Flugzeuge einführte, im Krieg war, gab es damals einen einzigen Staat, nämlich Deutschland, aus welchem Flugzeuge eingeführt werden konnten. „Aus diesem Grunde konnten sich die Luftstreitkräfte 1916 nur mit Unterstützung Deutschlands verstärken und danach eine effektive Funktion übernehmen.“ (90 Flugzeuge, 81 Piloten, 58 Beobachter)
Wie den obigen Angaben zu entnehmen ist, wies die osmanische Armee in vielen Bereichen große Mängel auf, als der I. Weltkrieg ausbrach. Die Schlagkräftigkeit der Armee war abhängig von deutscher Unterstützung. Doch es war immer unbekannt, ob und inwieweit diese Unterstützungen während eines langen und auf seine Art und Weise ungedachten Krieges gewährt würden.
EINFÜHRUNG: Die Einleitung erläutert die Grundlagen des Kriegseintritts des Osmanischen Reiches sowie den zentralen Stellenwert des Nationalpakts für die spätere Grenzdefinition.
ERSTER TEIL: DIE ALGEMEINE LAGE VOR DEM ERSTEN WELTKRIEG: Dieser Abschnitt analysiert das europäische Machtgefüge und die prekäre wirtschaftliche sowie militärische Situation des Osmanischen Reiches vor 1914, einschließlich interner Herausforderungen wie der Inselproblematik und arabischer Separatismusbestrebungen.
ZWEITER TEIL: FRONTEN UND DIE LAGE DES OSMANISCHEN REICHES IM ERSTEN WELTKRIEG: Hier werden die Gründe für die Kriegsteilnahme sowie die Kämpfe an den verschiedenen Kriegsschauplätzen wie den Dardanellen, dem Kaukasus, dem Irak und europäischen Fronten detailliert betrachtet.
DRITTER TEIL: KRIEGSENDE: Das abschließende Kapitel behandelt den Zusammenbruch der Fronten, den Waffenstillstand von Moudros und die friedensvertraglichen Regelungen von Lausanne als Gründungsdokument des modernen türkischen Staates.
Erster Weltkrieg, Osmanisches Reich, Dardanellen-Front, Waffenstillstand von Moudros, Friedensvertrag von Lausanne, Nationalpakt, Enver Pascha, Mustafa Kemal Atatürk, Mobilisierung, Modernisierung, Orientierung nach Westen, Türkische Befreiungskrieg, Grenzprobleme, geopolitische Lage, Souveränität.
Die Arbeit analysiert die Rolle des Osmanischen Reiches im Ersten Weltkrieg, von der politischen Ausgangslage bis hin zum Zusammenbruch und der Gründung der türkischen Republik.
Zentrale Themen sind die militärische und wirtschaftliche Vorbereitung auf den Krieg, die operative Kriegsführung an diversen Fronten sowie die diplomatische Aufarbeitung im Friedensprozess.
Das Ziel ist die historische Aufarbeitung der Art und Weise des osmanischen Kriegsbeitritts und der daraus resultierenden Folgen für die territoriale Integrität und Unabhängigkeit.
Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse unter Einbeziehung von Fachliteratur und Dokumenten zur diplomatischen und militärischen Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Kriegsgründe sowie die detaillierte Darstellung der militärischen Situation an verschiedenen Fronten, darunter die Kaukasus-, Irak- und Dardanellen-Front.
Wichtige Begriffe sind Osmanisches Reich, Erster Weltkrieg, Waffenstillstand von Moudros, Friedensvertrag von Lausanne und die geopolitische Bedeutung der Region.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Schlagkräftigkeit der osmanischen Armee stark von deutscher Unterstützung, sowohl bei der Waffenlieferung als auch bei der Ausbildung und strategischen Planung, abhing.
Er bedeutete faktisch eine bedingungslose Kapitulation und ermöglichte den Siegermächten der Entente die Besetzung strategisch wichtiger Punkte im gesamten Osmanischen Reich.
Der Autor sieht in Lausanne den erfolgreichen Abschluss des türkischen Befreiungskrieges und die völkerrechtliche Anerkennung des modernen, unabhängigen türkischen Staates.
Sie stellten ein wesentliches Spannungsfeld zwischen dem Osmanischen Reich und Griechenland dar und beeinträchtigten die regionale Sicherheit massiv.
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