Diplomarbeit, 2008
273 Seiten, Note: Sehr Gut
1) EINLEITUNG
a) Problemaufriss
b) Motivation
c) Erkenntnisinteresse und Forschungsfragen
TEIL I: THEORETISCHER RAHMEN
2) POLITISCHE PARTEIEN UND IHRE AKTUELLEN HERAUSFORDERUNGEN
a) Definition Politische Parteien
b) Die aktuelle Situation politischer Parteien
c) Öffentliche Kommunikation politischer Parteien
d) Das Verhältnis zwischen politischen Parteien und Jugendlichen
3) JUGENDLICHE UND IHR POLITISCHES ERLEBEN
a) Definition Jugendliche
b) Jugendliche Lebenswelten
c) Politisches Erleben junger Menschen
4) KONTAKTE JUGENDLICHER MIT POLITISCHEN PARTEIEN
a) Definition Kontakt
b) Arten von Kontakt
c) Kontaktformen jugendlicher mit politischen Parteien
d) Einflüsse auf Kontakte Jugendlicher mit politischen Parteien
TEIL II: EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
5) RAHMENBEDINGUNGEN DER FORSCHUNG
a) Zeitliche Einbettung und politischer Kontext
b) Forschungskontext und Abgrenzung des relevanten Problembereichs
c) Hypothesen
6) METHODE DER UNTERSUCHUNG
a) Grundsätzliches zur Methodik
b) Methode: Schriftliche Befragung
c) Feldzugang und Auswahl der Stichprobe
7) KONTAKTE IN DER PRAXIS: BEFUNDE DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG
a) Beschreibung der Stichprobe
b) Datenbereinigung und Test auf Normalverteilung
c) Befunde zur Kontakt-These
d) Befunde zur Demographie-These
e) Befunde zur Partizipationsthese
f) Befunde zur Umfeld-These
g) Befunde zur Medien-These
h) Befunde zur Organisationsthese
8) SCHLUSSFOLGERUNGEN
a) Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen der Untersuchung
b) Forschungskritik
c) Anregungen für die weitere Forschung
d) Handlungsempfehlungen für politische Parteien
Die Arbeit untersucht, welche Kontakterfahrungen Jugendliche in Österreich mit politischen Parteien machen und welche Faktoren diese Kontakte beeinflussen. Dabei steht insbesondere der Zusammenhang zwischen direkter bzw. medial vermittelter politischer Kommunikation und der politischen Partizipationsbereitschaft junger Menschen im Fokus der kommunikationswissenschaftlichen Betrachtung.
Einzelne Problemzusammenhänge – eine Annäherung
Durch den Prozess der Medialisierung von Politik geht Unmittelbarkeit in Kommunikation und Wahrnehmung verloren. Mitunter kommt es zu einer Verkürzung oder Verfremdung politischer Botschaften. In jedem Fall ist es für den einzelnen Bürger immer schwieriger, mit Politikern und somit Vertretern politischer Parteien direkt in Kontakt zu kommen und deren Aussagen aus „erster Hand“ zu erleben. Das ist insofern gerade in Hinblick auf Jugendliche ein Problem, als für diese Authentizität einen sehr hohen Stellenwert hat. Bei vermittelten Bildern und Botschaften ist diese Authentizität aber nur äußerst schwer her- bzw. darzustellen.
Otfried Jarren und Patrick Donges, die politische Parteien als „Schlüsselorganisationen in der politischen Kommunikation“ bezeichnen, halten überdies folgenden Aspekt fest: „Akteure politischer Parteien sind, auf Grund der immer vorhandenen lokalen bzw. regionalen Präsenz, im Vergleich zu anderen politischen Akteuren stark in der Lebenswelt [der Bürger] verankert – wenn auch diese Verankerung durch die geringere Mitgliederzahl bei allen Parteien sinkt.“ (Jarren/Donges 2006: 138) Mit dem Rückgang an aktiven Mitgliedern gehen den politischen Parteien also nicht nur direkte Kommunikationskanäle zu einzelnen Teilöffentlichkeiten verloren. Eine geringere Präsenz der politischen Parteien damit auch in der Lebenswelt Jugendlicher führt somit auch zu weniger Neuanwerbungen von Mitgliedern und weniger Verbindung zur öffentlichen Meinung, beschleunigt damit also den Einflussverlust der Parteien weiter.
Es sei hier noch ein weiterer theoretischer Ansatz eingebracht. Bei der Video-Malaise-Hypothese wird untersucht, ob vor allem jenes Politikbild, das vom Medium Fernsehen konstruiert wird, zu einer Entfremdung bestimmter sozialer Gruppen von Fernsehnutzern – angesichts des Mediennutzungsverhalten ist dies natürlich für Jugendliche besonders relevant – von der Politik als solcher beträgt. (vgl. Jarren/Donges 2006: 369) Winfried Schulz geht hier weiter und konstatiert angesichts diagnostizierter Medieneffekte eine insbesondere vom Fernsehen und der dort immer zynischeren Darstellung von Politik, politischen Akteuren und Inhalten eine „politische Malaise“, die letztlich unterschiedliche Spielarten der Politikverdrossenheit begünstigt.
1) EINLEITUNG: Führt in die Thematik der politischen Sozialisation und die Relevanz der Kommunikation zwischen Parteien und Jugendlichen für die Demokratie ein.
2) POLITISCHE PARTEIEN UND IHRE AKTUELLEN HERAUSFORDERUNGEN: Analysiert die Rolle politischer Parteien als Akteure und deren Krisenerscheinungen im Kontext der modernen Medialisierung.
3) JUGENDLICHE UND IHR POLITISCHES ERLEBEN: Untersucht die Lebenswelten heutiger Jugendlicher, geprägt durch Individualisierung, Pragmatismus und den hohen Stellenwert von Authentizität.
4) KONTAKTE JUGENDLICHER MIT POLITISCHEN PARTEIEN: Definiert das Konzept des Kontakts und unterscheidet zwischen direkten und indirekten Kontaktformen sowie deren Rolle im Sozialisationsprozess.
5) RAHMENBEDINGUNGEN DER FORSCHUNG: Erläutert den zeitlichen Kontext, die Problemabgrenzung und die theoretischen Hypothesen der empirischen Untersuchung.
6) METHODE DER UNTERSUCHUNG: Beschreibt das methodische Vorgehen der schriftlichen Befragung sowie den Feldzugang über Bildungseinrichtungen.
7) KONTAKTE IN DER PRAXIS: BEFUNDE DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG: Präsentiert die deskriptiven Ergebnisse und die Überprüfung der Hypothesen anhand der Befragungsdaten.
8) SCHLUSSFOLGERUNGEN: Fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert diese kritisch und gibt Anregungen für künftige Forschung sowie Handlungsempfehlungen für die Praxis.
Politische Partizipation, politische Sozialisation, Jugendforschung, Politische Parteien, Mediennutzung, Kommunikation, Politikverdrossenheit, Authentizität, Umfeldanalyse, Demokratie, empirische Forschung, Kontaktverhalten, politische Bildung, Österreich, Schulentwicklung.
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Kontakt zwischen Jugendlichen und politischen Parteien in Österreich. Es wird untersucht, wie dieser Kontakt stattfindet, wie er von den Jugendlichen erlebt wird und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.
Die Arbeit verknüpft Ansätze aus der Jugendforschung, der Politikwissenschaft und der Kommunikationswissenschaft, um die Kommunikation zwischen Parteien und jungen Menschen zu verstehen.
Ziel ist es, Kontakterfahrungen von Jugendlichen mit politischen Parteien zu beschreiben und zu analysieren, insbesondere im Hinblick auf den Zusammenhang zwischen direkter Kommunikation und politischer Partizipation.
Es wurde eine quantitative, empirische Sozialforschung mittels schriftlicher Befragung durchgeführt. 364 Schülerinnen und Schüler an verschiedenen niederösterreichischen Schulen nahmen an der Untersuchung teil.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Parteien und Jugend sowie einen empirischen Teil, in dem Hypothesen zu Kontakt, Demographie, Partizipation, Umfeld und Mediennutzung geprüft werden.
Zentrale Begriffe sind politische Sozialisation, Partizipation, Authentizität, Mediennutzung und Kontaktverhalten.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Schule ein zentraler Ort für Kontakte zwischen Jugendlichen und politischen Parteien ist, da die meisten persönlichen Begegnungen im Rahmen von Schulveranstaltungen stattfinden.
Die Autorin empfiehlt Parteien, über reine Medienpräsenz hinaus verstärkt in direkte, persönliche Kommunikation mit Jugendlichen zu treten, um Partizipation zu fördern und Glaubwürdigkeit zu gewinnen.
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