Bachelorarbeit, 2022
52 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Ursprünge der Kulturform Hip-Hop
2.1 Ausdrucksformen des Hip-Hop
2.1.1. Die Ausdrucksform Rap
3. Entwicklung des Gangsta-Rap in Deutschland
3.1 „Her“ – Story vom Underground in die Chartplatzierung
4. Sexistische Strömungen im Deutschrap
5. Männliche Geschlechtstheorien im Deutschrap
5.1 Intersektionale Perspektive
5.2 Hegemoniales Männlichkeitskonzept
5.2.1 Das „Heilige“ vs. „Hure“ Frauenbild
5.3. Von Mutterfixierung über Vaterkomplex
5.3.1 Psychoanalytische Perspektive auf Rap-Männlichkeiten
6. Female Empowerment
6.1 Female Rap Models
6.1.1 Die Queen Bitch
6.1.2 Die Gangsta Rapperin
6.1.3 Die True-School MC
6.2. Selbstermächtigung durch sexuelle Selbstbestimmung
7. Ist das noch Kunst?!
7.1 Die Lyrisches-Ich vs. Privatperson Theorie
7.2 Die „Zicke“ vs. Der “Boss”
8. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Sexismusproblem im Genre Deutschrap, mit Fokus auf Gangsta-Rap, und analysiert, inwiefern frauenfeindliche und gewaltverherrlichende Inszenierungen durch Künstler, Medien und Strukturen reproduziert werden, während sie gleichzeitig das Potenzial von Female Empowerment zur Dekonstruktion dieser patriarchalen Narrative beleuchtet.
3.1 „Her“ – Story vom Underground in die Chartplatzierung
Dass Frauen größtenteils in den Geschichtsschreibungen des Hip-Hop auf ihre essenzielle Mitwirkung und Weiterentwicklung dieser glokalen6 Kultur unbenannt bleiben, wurde bereits erwähnt. Penelope Braune, Kulturwissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Gender Studies, bringt hierfür folgenden Grund an: „Die Wahrnehmung der sich in der Szene bewegenden Akteur*innen, vor allem in der Rap-Musik, ist meistens dominiert von einer überinszenierten und repräsentierten (heterosexueller) Cis-Männlichkeit“ (Braune, 2021, S.67). Daraus lässt sich ableiten, dass aufgrund misogyner Zustände innerhalb des Genres non-male Künstler*innen zu wenig Aufmerksamkeit zu trage kommt. Um dem entgegenzuwirken, beinhaltet dieses Kapitel die Dokumentation der deutschen Rap-Geschichte aus einem feministischen Blickwinkel – und stellt sich somit dem männlich kodierten Traditionszusammenhang des Genres gegenüber. Denn, dass „unzählige Frauen und Mädchen an den Rand gedrängt, zum Schweigen gebracht und sogar ausgelöscht wurden, ist eine traurige Realität“, sagt Akua Naru von der Initiative „TheKeepers“ (2020, zitiert nach Clemens, 2020).
Die Initiative hat es sich zum Ziel gesetzt, das erste digitale Archiv aus etwa 50 Jahren globaler Womxn7 Hip-Hop Geschichte zu sein. Anfänglich spielte sich Rap Anfang/Mitte der 80er Jahre in Deutschland im Untergrund ab. Die Mehrheit fand, wie damals üblich, ihren Weg über andere Ausdrucksformen des Hip-Hop wie DJing, Sprayen oder Breakdance in die Subkultur (vgl. Lohn/Verlan, 2015, S.90 ff.). In dieser Zeit lassen sich auch die Anfänge der „Her“-Story skizzieren. Allen voran ist hier Mansha Friedrich aka PeaceNT zu nennen: die Pionierin ist durch einen Job als DJane in einem Berliner Club schon Anfang der 80er Jahre zum Rappen gekommen. Daraufhin organisierte sie vermehrt Jams in und um Hannover, wo sie damals mit ihrer Mutter lebte. Um 1987 traten immer mehr MCs in den Vordergrund solcher Jams, durch die eine bundesweite Vernetzung der Hip-Hop bzw. Rap-Community resultierte. Genau hier traf Mansha Friedrich mit ihrer damaligen Kollegin Pretty P aka Pudding auf die Rapperin Sylvia Macco bekannt unter ihrem Künstlernamen Cora E.. In den darauffolgenden Jahren traten die drei Pionierinnen immer wieder gemeinsam bei Events auf (vgl. Ficko-Magazin, 2018; laut.de, o. J.).
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Grundstein für die Analyse sexistischer Strömungen im Deutschrap und hinterfragt das gängige Image des Genres im Kontext von Kunstfreiheit und gesellschaftlicher Verantwortung.
2. Ursprünge der Kulturform Hip-Hop: Dieses Kapitel verortet Hip-Hop historisch in den sozialen Brennpunkten von New York und beschreibt die Entwicklung seiner zentralen Ausdrucksformen.
3. Entwicklung des Gangsta-Rap in Deutschland: Es wird die Kommerzialisierung und der Wandel von der Untergrund- zur Mainstream-Kultur beleuchtet sowie der spezifische „Her“-Blick auf die Rap-Geschichte geworfen.
4. Sexistische Strömungen im Deutschrap: Das Kapitel definiert den Begriff Sexismus und analysiert die strukturelle Verankerung von Frauenfeindlichkeit und Homophobie im Gangsta-Rap.
5. Männliche Geschlechtstheorien im Deutschrap: Hier werden theoretische Ansätze zur Männlichkeitskonstruktion und psychoanalytische Perspektiven diskutiert, um die Dynamiken patriarchaler Rap-Strukturen zu erklären.
6. Female Empowerment: Es wird untersucht, wie Rapperinnen durch Stilmittel und Umkodierungen gegen sexistische Normen rebellieren und eigene künstlerische Räume schaffen.
7. Ist das noch Kunst?!: Dieses Kapitel hinterfragt die Grenzen der Kunstfreiheit bei diskriminierenden Inhalten und die „Lyrisches-Ich vs. Privatperson“-Theorie als Rechtfertigungsstrategie.
8. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine verstärkte Sensibilisierung sowie strukturelle Veränderungen in der Musikindustrie.
Deutschrap, Gangsta-Rap, Sexismus, Männlichkeit, Female Empowerment, Kunstfreiheit, Gender Studies, Intersektionalität, Frauenfeindlichkeit, Hip-Hop, Sozialisation, Patriarchat, Musikindustrie, Selbstermächtigung, Repräsentation
Die Arbeit analysiert das Sexismusproblem im deutschen Gangsta-Rap, untersucht historisch gewachsene Strukturen sowie aktuelle Debatten um künstlerische Freiheit und Rollenbilder.
Zentrale Felder sind die diskursive Konstruktion von Männlichkeit, die Abwertung von Frauen durch Songtexte, die Bedeutung von Female Empowerment und die sozioökonomischen Hintergründe des Rap.
Ziel ist es, die vorherrschenden misogynen Missstände im Deutschrap offenzulegen und zu untersuchen, wie Künstlerinnen diesen Strukturen durch Empowerment entgegenwirken können.
Die Arbeit nutzt kulturwissenschaftliche Ansätze, insbesondere Gender Studies, Poststrukturalismus nach Judith Butler und psychoanalytische Perspektiven auf Männlichkeit.
Der Hauptteil deckt die Historie des Hip-Hop, die Definition sexistischer Strömungen, theoretische Konzepte zur Männlichkeit, die Analyse von Female Rap Models und die Diskussion über Kunstfreiheit ab.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Sexismus, Gangsta-Rap, Female Empowerment, Patriarchat, hegemoniale Männlichkeit und Kunstfreiheit.
Während die "Queen Bitch" patriarchale Rollenbilder durch bewusste Inszenierung ihrer Sexualität als Kapital subvertiert, operiert die "True-School MC" durch eine Abgrenzung von diesen Körperbildern hin zu einer reinen Fokussierung auf lyrische Leistung.
Es wird als notwendiger Sensibilisierungsmechanismus eingeordnet, der zur Debatte um strukturelle Gewalt und Machtmissbrauch innerhalb der Szene beiträgt.
Die Arbeit argumentiert, dass Kunstfreiheit keinen Freifahrtschein für die Reproduktion von Gewalt und Frauenfeindlichkeit bietet und dass Künstler eine Verantwortung für ihr Image und dessen Wirkung auf die junge Hörerschaft tragen.
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