Bachelorarbeit, 2022
35 Seiten, Note: 2,3
1 Hinführung zur Thematik
2 Selbstwirksamkeit
2.1 Selbstwirksamkeitserwartung
2.2 Selbstwirksamkeitserfahrung
3 Die Kapitaltheorie nach Bourdieu
3.1 Kulturelles Kapital
3.1.1 Inkorporiertes Kapital
3.1.2 Objektiviertes Kulturkapital
3.1.3 Institutionalisiertes Kulturkapital
3.2 Ökonomisches Kapital
3.3 Soziales Kapital
4 Habitus, sozialer Raum und Milieus
4.1 Zusammenhang zwischen dem Milieu und der Bildung
5 Soziale Ungleichheit im Bildungswesen
5.1 Bildungsexpansion als Mittel zur Chancengleichheit?
5.2 Gemeinschaftsschulen als Mittel zur Chancengleichheit?
5.3 Warum es trotz Anstieg von Bildungsaufsteigern immer noch zur sozialen Ungleichheit kommt
6 Reproduktion von Selbstwirksamkeit
6.1 Selbstwirksamkeit und Lehrkräfte
6.2 Selbstwirksamkeit und Eltern
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Elternhauses und der Schule auf die Entwicklung der Selbstwirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen. Dabei geht es zentral um die Forschungsfrage, inwiefern die soziale Herkunft und das pädagogische Umfeld die Selbstwirksamkeitserwartung und -erfahrung sowie den Bildungserfolg determinieren.
3.1 Kulturelles Kapital
Das kulturelle kapital setzt sich aus drei Formen zusammen: dem inkorporierten, objektivierten und dem institutionalisierten Zustand. Diese sollen im Folgenden auf ihre Eigenschaften und Unterschiede geprüft werden. Im Allgemein lässt sich mit dem kulturellen Kapital die Ungleichheit der schulischen Leistungen von Kindern veranschaulichen:
Denn die Schulerfolge, oder auch Misserfolge, resultieren nicht nur aus den eigenen Fähigkeiten eines Kindes, sondern auch aus dem durch das Elternhaus vermittelt wird. Auch werden diese Fähigkeiten des Kindes durch das kulturelle Kapital der Familie erst gestärkt und weiter gefördert – oder auch verhindert. Je nachdem, welchen Stellenwert diese Begabung innerhalb der Familie besitzt.
3.1.1 Inkorporiertes Kapital
Unter dem inkorporierten Kapital lassen sich die Eigenschaften verstehen, welche ein Individuum sich durch einen Prozess der Verinnerlichung aneignet; dieser erfordert eine Menge Zeit, welche das Individuum, welche sich diese Eigenschaft aneignen möchte, persönlich investieren muss. Überträgt man diese Kapitalart auf SchülerInnen, so müssten sie das Erlernte aus der Schule zum einen nicht als aufgezwängtes Wissen betrachten, sondern als solches, welches sie für sich selbst aneignen. Die Inkorporation von Bildungskapital lässt sich nicht durch eine fremde Person vollziehen, sondern ist nur durch sich selbst anzueignen. Deshalb fällt es SchülerInnen so schwer, sich für die Schule und das zu erlernende Wissen zu bemühen, wenn sie es aus der eigenen Position und dem eigenen Interesse heraus ablehnen – noch schwieriger ist es, wenn diese Abneigung gegenüber Schulbildung aus dem Elternhause stammt und auf die Kinder übertragen wird.
1 Hinführung zur Thematik: Einführung in die Relevanz des Elternhauses und der Schule für die kindliche Entwicklung und Vorstellung des Begriffs der Selbstwirksamkeit.
2 Selbstwirksamkeit: Definition von Selbstwirksamkeitserwartung und -erfahrung unter Bezugnahme auf theoretische Ansätze von Albert Bandura.
3 Die Kapitaltheorie nach Bourdieu: Erklärung des kulturellen, ökonomischen und sozialen Kapitals als Determinanten für Bildungswege und Erfolg.
4 Habitus, sozialer Raum und Milieus: Untersuchung, wie der Habitus im primären (Familie) und sekundären (Schule) Milieu entsteht und Positionierung im sozialen Raum bewirkt.
5 Soziale Ungleichheit im Bildungswesen: Kritische Auseinandersetzung mit Bildungsexpansion und Gemeinschaftsschulen hinsichtlich ihrer Befähigung, Chancengleichheit herzustellen.
6 Reproduktion von Selbstwirksamkeit: Analyse des Einflusses von Lehrkräften und Eltern auf die langfristige Aufrechterhaltung oder Hemmung der Selbstwirksamkeit.
7 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse mit Fokus auf der zentralen Bedeutung des pädagogischen und familiären Interventionsfeldes.
Selbstwirksamkeit, Pierre Bourdieu, Kapitaltheorie, Bildungsungleichheit, Habitus, Chancengleichheit, Elternhaus, Schule, Sozialisation, Pädagogik, Bildungsexpansion, Minderwertigkeitsgefühle, Reproduktion, soziale Herkunft, Lernmotivation.
Die Arbeit analysiert, wie die Selbstwirksamkeit von Kindern und Jugendlichen durch ihr soziales Umfeld – insbesondere das Elternhaus und die Schule – geprägt und beeinflusst wird.
Die Kerngebiete umfassen die Kapitaltheorie nach Pierre Bourdieu, das Konzept des Habitus, die Entstehung von sozialer Ungleichheit im Bildungswesen und die psychologische Bedeutung der Selbstwirksamkeit.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwiefern die Selbstwirksamkeit vom Elternhaus und der Schule abhängig ist und wieso trotz bildungspolitischer Bemühungen soziale Disparitäten bestehen bleiben.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche und theoretische Analyse, wobei sie Pädagogik- und Soziologietheorien (insb. Bourdieu, Bandura) kombiniert, um aktuelle bildungswissenschaftliche Fragestellungen zu erörtern.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Kapitaltheorie, Habitus) und eine anwendungsorientierte Analyse, in der untersucht wird, wie sich Schulerfahrungen und elterliche Erwartungen auf die Selbstwirksamkeit auswirken.
Die Arbeit ist stark geprägt durch Begriffe wie "Chancengleichheit", "soziale Reproduktion", "inkorporiertes Kapital" und "Selbstwirksamkeitserwartung".
Das Elternhaus fungiert als erste Quelle für Wirksamkeitsinformationen. Eine unterstützende Kommunikation fördert positive Erfahrungen, während Überlastung oder laisser-faire-Haltungen zu gelernter Hilflosigkeit führen können.
Obwohl Gemeinschaftsschulen Barrieren abbauen sollen, führt die interne Differenzierung in Leistungskurse in der Praxis oft zu einer erneuten Selektion, die den sozialen Druck auf SchülerInnen mit schwacher Selbstwirksamkeit erhöht.
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