Diplomarbeit, 2008
111 Seiten, Note: Sehr gut
Executive Summary
1. Einleitung in die Problemstellung
1.1. Zielsetzung der Arbeit
1.2. Aufbau
2. Stand der Forschung
2.1. Was ist Crowdsourcing
2.1.1. Erfolgsfaktoren von Crowdsourcing
2.1.2. Grenzen von Crowdsourcing-Geschäftsmodellen
2.2. Was ist eigentlich Fairness?
2.2.1. Fairness und deren unterschiedliche Ausprägungen
2.2.2. Distributive Fairness
2.2.3. Procedural Fairness
2.2.4. Interactional Fairness
2.3. Forschungslücke
3. Methode
3.1. Dokumentenanalyse und Sekundärliteratur
3.2. Qualitative Analyse der Interviews
3.2.1. Auswahl und Beschreibung des Interviewsamples
3.2.2. Methodenwahl und allgemeine Herangehensweise
4. Ergebnisse der qualitativen Datenanalyse
4.1. Crowdsourcing-Geschäftsmodelle im Vergleich
4.2. Das Fairnessempfinden beeinflussende Aspekte
4.2.1. Die Distributive Fairness beeinflussende Aspekte
4.2.2. Die Procedural Fairness beeinflussende Aspekte
4.2.3. Die Interactional Fairness beeinflussende Aspekte
4.3. Der Einfluss von Fairness auf die Teilnahmemotivation
4.4. Die Loyalität beeinflussende Aspekte
4.5. Verhalten bei empfundener Ungerechtigkeit
5. Diskussion
5.1. Ergebnisse und Schlussfolgerungen
5.2. Limitationen der Arbeit
5.3. Implikationen für weitere Forschung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der gerechten Ausgestaltung von Online-Design-Communities und der Teilnahmemotivation sowie der Loyalität der Mitglieder. Dabei wird analysiert, welche Aspekte des Geschäftsmodells das Fairnessempfinden der Nutzer beeinflussen und welche Auswirkungen eine empfundene Ungerechtigkeit auf das Verhalten der Community-Mitglieder hat.
2.2. Was ist eigentlich Fairness?
Mitglieder von Online-Communities investieren einen nicht unerheblichen Teil ihrer Freizeit in die Teilnahme an ihrer Community (BrandEinsOnline 2007). In den Online-Communities Threadless.com und InnoCentive.com arbeiten tausende Mitglieder für den Community-Betreiber, um trendige T-Shirts zu entwerfen beziehungsweise komplexe wissenschaftliche Problemstellungen zu lösen (Lakhani, Panetta 2007: 100ff.). Da die empfundene Fairness eines Arbeitsverhältnisses von hoher Bedeutung ist (Beugré, Baron 2001: 324f.), kann davon ausgegangen werden, dass dies ebenfalls auf virtuelle Austauschbeziehungen zutrifft. Doch was ist eigentlich Fairness?
Wirtschaftlich betrachtet ist Fairness ein nicht zu vernachlässigender Aspekt, da die empfundene Gerechtigkeit im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses die Einstellung gegenüber dem Arbeitsplatz und dem Arbeitgeber nachhaltig beeinflusst. In weiterer Folge hat die Einstellung gegenüber dem Arbeitsverhältnis selbstverständlich Auswirkungen auf das menschliche Verhalten. Ein potenzieller Arbeitnehmer würde beispielsweise nicht in ein Unternehmen eintreten, welches ein stark negatives Image bezüglich der gerechten Behandlung der Mitarbeiter besitzt. Deshalb achten Unternehmen sehr wohl darauf, dass Entscheidungen von ihren Mitarbeitern als gerecht erachtet werden. (Beugré, Baron 2001: 324f.) Prinzipiell hat jede Entscheidung ökonomische und sozio-emotionale Konsequenzen. Deshalb betrachten Menschen Beschlüsse, Anordnungen et cetera genau und hinterfragen, ob sie diese als gerecht beurteilen (Colquitt 2001: 386).
1. Einleitung in die Problemstellung: Dieses Kapitel führt in das Themenfeld Crowdsourcing ein, erläutert die Relevanz der Untersuchung für Online-Communities und definiert die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Stand der Forschung: Hier werden die theoretischen Grundlagen zu Crowdsourcing, Online-Communities und Fairness-Konstrukten (Distributive, Procedural und Interactional Fairness) detailliert dargelegt.
3. Methode: Dieses Kapitel beschreibt den methodischen Ansatz, basierend auf der Grounded Theory, inklusive der Dokumentenanalyse und des qualitativen Vorgehens bei Experten- und User-Interviews.
4. Ergebnisse der qualitativen Datenanalyse: Der Hauptteil präsentiert die empirischen Ergebnisse, ordnet diese in die Fairness-Dimensionen ein und analysiert deren Einfluss auf Teilnahmemotivation, Loyalität und Nutzerverhalten.
5. Diskussion: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert Limitationen des Forschungsdesigns und gibt Implikationen für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen.
Crowdsourcing, Online-Communities, Fairness, Distributive Fairness, Procedural Fairness, Interactional Fairness, Teilnahmemotivation, Loyalität, User-Innovation, Geschäftsmodelle, Qualitative Forschung, Grounded Theory, Designwettbewerbe, Nutzerschaft, Arbeitsverhältnis.
Die Arbeit analysiert, wie Online-Communities gestaltet sein müssen, damit sie von ihren Nutzern als fair empfunden werden und wie sich dies auf deren Beteiligung auswirkt.
Die Schwerpunkte liegen auf Crowdsourcing-Geschäftsmodellen, den theoretischen Aspekten der wahrgenommenen Gerechtigkeit und der Analyse der Motivationsfaktoren von Community-Mitgliedern.
Das Ziel ist es, zu klären, welche Rolle eine gerecht ausgestaltete Austauschbeziehung zwischen Betreiber und Nutzer für die Teilnahmemotivation in derartigen Geschäftsmodellen spielt.
Die Arbeit basiert auf einem explorativen Forschungsansatz unter Verwendung der Grounded Theory, gestützt durch Dokumentenanalysen und qualitative Experten- sowie Nutzerinterviews.
Im Hauptteil werden die analysierten Geschäftsmodelle der drei Fallbeispiele (Threadless, LaFraise, A-better-tomorrow) verglichen und die identifizierten Fairness-Dimensionen auf ihre Auswirkungen auf Motivation und Loyalität untersucht.
Zentrale Begriffe sind Crowdsourcing, Online-Communities, verschiedene Fairness-Konstrukte, Teilnahmemotivation und Loyalitätsverhältnisse.
Wenn wichtige Multiplikatoren oder Experten innerhalb einer Community unzufrieden sind und die Plattform verlassen, kann dies einen Schneeballeffekt auslösen, der zum raschen Verlust zahlreicher weiterer Mitglieder führt.
Neben dem einfachen Verlassen der Community können sie zu inaktiven Beobachtern werden oder durch negatives Word-of-Mouth (z.B. Kritik in Blogs) den Ruf der Community nachhaltig schädigen.
Obwohl sie eine große Rolle spielt, zeigen die Analysen, dass auch Faktoren wie Aufmerksamkeit, Anerkennung, Feedback und das Gefühl, ernst genommen zu werden, für die wahrgenommene Fairness und die langfristige Motivation entscheidend sind.
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