Bachelorarbeit, 2020
112 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Treppe
a. Kleine Exkursion : die Treppe im Film
b. Die Treppe in der bildenden Kunst
3. Karl Hugo Schmölz und Treppen 1948 – 1962
a. Methoden
b. Motive
c. Einzelne Beispiele
Drahthaus in Düsseldorf
Gürzenich in Köln
d. Treppenaufnahmen, die Ausnahmen in diesem Werkzeitraum darstellen
4. Frühwerk 1937 – 1941
a. Weltausstellung Paris 1937
b. Treppenaufnahme, die eine Ausnahme im Frühwerk darstellt
5. Spätwerk 1986
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Architekturfotografien von Karl Hugo Schmölz mit einem spezifischen Fokus auf die Darstellung von Treppenhäusern in der Nachkriegszeit. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, wie Schmölz durch seine Methode der Objektabbildung Grenzen überschreitet und beim Betrachter Assoziationen sowie Traumbilder erzeugt, um Architektur als Symbol für den Neubeginn zu inszenieren.
Die Treppe
Aber bevor ich mich noch intensiver mit den Aufnahmen befassen werde, möchte ich auf die Motive der Bilder, nämlich die Treppen, grundsätzlich eingehen.
Treppen sind seit frühester Zeit und in den verschiedensten Bauweisen ein Hilfsmittel der Menschen (und der Menschenaffen) um einen Höhenunterschied zu überbrücken, gewesen. Dabei ist „eine Treppe…ein architektonisches Element, real und metaphorisch… Die jeweilige Treppenkonstruktion…hat eine bestimmte Funktion zu erfüllen. Dies kann auf vielfältige Weise geschehen (repräsentativ, religiös, narrativ, naturwissenschaftlich)…Sie ist Funktionsform und Kunstform zugleich“9. Wobei „die Treppe [ein] … Spiegelbild menschlichen Willens und Könnens [ist], denn jede Kultur- und Kunstperiode bringt ihre Leute in eigener Weise die Etage hinan“10
Die reale Treppe besteht in der Hauptsache aus Trittstufen und Setzstufen. Die große Variationsbreite wird ausschnittmäßig so aufgezählt: „Eine Trittstufe kann geschwungen oder halbkreisförmig, rechteckig oder quadratisch geformt, ein dreieckiger, in einer Spindel verankerter Keil oder eine aus der Wand vorspringende Platte sein. Trittstufen sind […] massiv oder offen wie ein Rost […]lichtdurchlässig oder auf vielerlei Weise beleuchtet. Die Setzstufe kann gebaut oder gegossen, mit Platten verkleidet oder skulptiert sein, getrennt oder als integrierter Teil der vollständigen Stufe“11. Oder sie kann auch ganz fehlen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Architekturfotografie von Karl Hugo Schmölz während des Wiederaufbaus in Köln ein und erläutert seine Zusammenarbeit mit bedeutenden Architekten.
2. Die Treppe: Das Kapitel bietet eine theoretische und kulturgeschichtliche Betrachtung der Treppe als Motiv, ergänzt durch Exkurse zur Darstellung in Film und bildender Kunst.
3. Karl Hugo Schmölz und Treppen 1948 – 1962: Hier stehen die fotografischen Methoden, die Beleuchtung und eine Einzelfallanalyse bedeutender Bauten wie dem Drahthaus und dem Gürzenich im Mittelpunkt.
4. Frühwerk 1937 – 1941: Fokus liegt auf den Auftragsarbeiten zur Weltausstellung in Paris 1937 und der Analyse der hier entstandenen Pavillon-Aufnahmen.
5. Spätwerk 1986: Erörterung der späten Fotografien des Treppenhauses im neuen Wallraf-Richartz-Museum sowie Schmölz' Umgang mit der Fotografie im hohen Alter.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Meisterschaft von Schmölz in der Architekturfotografie und der bleibenden Faszination seiner Bildsprache.
Karl Hugo Schmölz, Architekturfotografie, Wiederaufbau, Treppen, Kölner Architektur, Lichtstruktur, Nachkriegsmoderne, Drahthaus, Gürzenich, Großbildkamera, Fototechnik, Bildkomposition, Kunstgeschichte, Dokumentation, Industriefotografie.
Die Hausarbeit widmet sich dem Werk des Fotografen Karl Hugo Schmölz mit dem speziellen Fokus auf Treppenhausdarstellungen während der Wiederaufbauphase der Nachkriegszeit.
Themen sind die Architekturfotografie als Dokumentation, die spezifische Ästhetik von Treppenkonstruktionen, die Bedeutung von Licht in der Fotografie sowie der Einfluss von Kunst und Film auf die Bildsprache des Fotografen.
Es soll untersucht werden, mit welchen Methoden Schmölz über die reine Objektabbildung hinausging, um in seinen Werken beim Betrachter Träume und Fantasien anzuregen.
Die Arbeit basiert auf einer Analyse ausgewählter Bildbeispiele, der Auswertung historischer Quellen und Begleitliteratur sowie einer eigenen vergleichenden Fotostudie vor Ort.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Schmölz' Motiven, seine Arbeitstechniken – insbesondere im Umgang mit der Großbildkamara und Licht –, sowie die fallbezogene Analyse bedeutender Gebäude-Dokumentationen.
Zentrale Begriffe sind neben dem Namen Karl Hugo Schmölz vor allem Architekturfotografie, Wiederaufbau, Lichtstruktur, Bildkomposition und Treppenhaus.
Die Arbeit hebt hervor, dass Karl Hugo Schmölz sich im Vergleich zu seinem Vater stärker vom strengen Purismus löste und durch die Einbeziehung von Menschen oder Autos in seine Architekturaufnahmen eine menschlichere Komponente zuließ.
Die „Sogwirkung“ wird als Ergebnis der meisterhaften Kamerapositionierung und Lichtführung beschrieben, die den Betrachter förmlich in das Bild hineinzieht, insbesondere bei steilen Aufnahmen von Treppenhäusern.
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