Bachelorarbeit, 2020
41 Seiten, Note: 1,7
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1 Einleitung
1.1 Forschungsstand
2 Historischer Kontext
2.1 Die Französische Revolution
2.2 Jean-Jacques Rousseaus Émile oder über die Erziehung
3 Überblick feministischer Theorien
4 Wollstonecrafts A Vindication of the Rights of Woman
4.1 Über das Verhalten der Frauen
4.2 Über Erziehung und die Ehe
4.3 Über die nötigen Veränderungen
4.4 Über den natürlichen Kraftvorteil des Mannes
5 Die Gleichheit und Ungleichheit der Geschlechter
5.1 Über die Vernunft
5.2 Über die Sensibilität
5.3 Über die Ungleichheit
5.4 Über die Pflichten
6 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht Mary Wollstonecrafts Werk "A Vindication of the Rights of Woman" vor dem Hintergrund feministischer Theoriebildung. Dabei wird analysiert, wie sich Ansätze der Gleichheits- sowie Differenzfeministik in Wollstonecrafts Forderungen nach umfassender Bildung und rechtlicher Gleichstellung widerspiegeln und welche Bedeutung historische Geschlechterrollen sowie gottgegebene Pflichten für ihr argumentatives Gefüge haben.
4.1 Über das Verhalten der Frauen
Wollstonecraft beginnt ihre Schrift mit einer Beobachtung, die sie dazu inspirierte, diese Schrift zu verfassen: „[...] either nature has made a great difference between man and man, or [...] the civilization which has hitherto taken place in the world has been very partial.“ (Wollstonecraft 2008, S.71). Gesellschaften spalten sich, eine Nation befindet sich sogar in einem politischen Umbruch. Grund dafür sei die vernachlässigte Erziehung der Menschen (Wollstonecraft 2008, S.71). Insbesondere Frauen würden unter der gegebenen Situation leiden: „[...] women, in particular, are rendered weak and wretched by a variety of concurring causes, originating from one hasty conclusion.“ (Wollstonecraft 2008, S.71). Ihr Benehmen und ihre Manieren seien für Wollstonecraft der Beweis dafür, dass sie sich in einem ungesunden Zustand befänden (Wollstonecraft 2008, S.71). Die Erziehung, die ihnen widerfährt, nehme Frauen nicht als Menschen wahr, sondern als untergeordnete Wesen (Wollstonecraft 2008, S.71).
Wollstonecraft ist jedoch davon überzeugt, dass Frauen und Männer mit demselben Grund erschaffen wurden: „I shall first consider women in the grand light of human creatures, who, in common with men, are placed on this earth to unfold their faculties [...]“ (Wollstonecraft 2008, S.72). Doch gerade Frauen besäßen nicht die notwendigen Voraussetzungen, um ihre Fähigkeiten zu entwickeln (Wollstonecraft 2008, S.73). Die von Männern geschriebenen Erziehungskonzepte, wie beispielsweise die von Jean-Jacques Rousseau und Dr. John Gregory, trugen zusätzlich dazu bei, dass Frauen eher zu „alluring mistresses than affectionate wives and rational mothers“ erzogen werden würden (Wollstonecraft 2008, S.71).
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Wollstonecrafts Werk für die feministische Philosophie dar und benennt die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen.
2 Historischer Kontext: Dieses Kapitel beleuchtet die Epoche der Französischen Revolution und analysiert, wie diese gesellschaftlichen Umbrüche das Werk und die Rezeption von Wollstonecraft beeinflussten.
3 Überblick feministischer Theorien: Hier werden der Gleichheitsansatz und der Differenzansatz als theoretische Werkzeuge eingeführt und in den historischen Kontext der Frauenbewegung eingeordnet.
4 Wollstonecrafts A Vindication of the Rights of Woman: Dieses Kapitel analysiert zentrale Grundpositionen des Primärwerks, wie etwa die Bedeutung der Bildung und die Notwendigkeit einer revolutionären Veränderung weiblichen Benehmens.
5 Die Gleichheit und Ungleichheit der Geschlechter: In diesem Abschnitt werden die Konzepte von Vernunft, Sensibilität und Pflichten im Verhältnis zur gesellschaftlichen Ungleichheit und zu Wollstonecrafts Forderung nach universeller Tugendhaftigkeit detailliert untersucht.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bewertet Wollstonecrafts Werk als einen wesentlichen Grundstein für feministische Theorien, der trotz zeitlicher Distanz zentrale Fragen nach Gleichheit und Differenz aufwirft.
Mary Wollstonecraft, A Vindication of the Rights of Woman, Feminismus, Gleichheitsfeminismus, Differenzfeminismus, Französische Revolution, Bildungsrecht, Frauenrechte, Geschlechterrollen, Vernunft, Tugend, Erziehung, Geschlechtergerechtigkeit, Aufklärung, Soziale Ungleichheit.
Die Arbeit analysiert das 1792 erschienene Werk "A Vindication of the Rights of Woman" von Mary Wollstonecraft und untersucht dessen Bedeutung als eine der frühen Schriften der feministischen Philosophie.
Im Zentrum stehen die historische Einordnung der Französischen Revolution, Rousseaus Erziehungskonzept und die Bewertung von Wollstonecrafts Thesen hinsichtlich gleichheits- und differenzfeministischer Ansätze.
Das Hauptziel besteht darin herauszuarbeiten, welche feministischen Theorietypen sich in Wollstonecrafts Text finden lassen und wie diese für ein heutiges Verständnis des Werkes zu bewerten sind.
Die Arbeit nutzt eine chronologische, inhaltsanalytische Untersuchung des Primärwerks unter Einbeziehung aktueller Sekundärliteratur, um die Argumentationsstruktur von Wollstonecraft herauszuarbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Kontextualisierung, eine kritische Auseinandersetzung mit Rousseaus "Émile" sowie eine detaillierte Untersuchung zentraler Themen wie Vernunft, Sensibilität, Ungleichheit und Pflichten.
Die Arbeit stützt sich maßgeblich auf Begriffe wie "Gleichheit", "Differenz", "Bildung", "Aufklärung", "Tugend" und "Geschlechterrolle".
Die Arbeit arbeitet heraus, dass Wollstonecraft die Mutterschaft im historischen Kontext als das einzige damals verfügbare "Schlupfloch" für Frauen sah, um Tugendhaftigkeit zu erlangen, und nicht als bloßes biologisches Schicksal.
Trotz der thematischen Fixierung auf das Benehmen und mütterliche Pflichten wird das Werk als "Urwerk" eingestuft, das durch die Forderung nach universeller Vernunft und Bildung den heutigen Feminismus maßgeblich geprägt hat.
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