Bachelorarbeit, 2016
59 Seiten, Note: 1,1
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
Einleitung
1 Theoretische Prämissen und grundlegende Begriffe
1.1 Internationale Beziehungen & Politik
1.2 Handlung & Sinn
1.3 Doppelte Kontingenz und Wissen
1.4 Staatliche Akteure & ihre Interaktionen
2 Wissenschaftstheorie in den Internationalen Beziehungen
2.1 Erklärungslogiken der Internationalen Beziehungen
2.2 Der Neue Liberalismus – Präferenzen und Repräsentation
2.3 Exkurs: Parlamentarische Institutionen als Räume und Arenen von Präferenzbildungs‐, Konkurrenz‐ und Durchsetzungsprozessen
3 Analysekonzepte und Methode
3.1 Analysekonzepte
3.2 Methode und Operationalisierung
4 Die Deutungsmuster Russlands – Eine Grobanalyse der Plenardebatten des deutschen Bundestags (2012‐2016)
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwiefern die unabhängige Variable „Wissen“ als Komponente eines komplexen Erklärungsmodells für das außenpolitische Handeln von Staaten dienen kann, indem sie wissenssoziologische Analysekonzepte mit dem Forschungsprogramm des „Neuen Liberalismus“ verbindet und mittels korpuslinguistischer Methoden operationalisiert.
1.1 Internationale Beziehungen & Politik
Da es sich bei der abhängigen Variable – dem außenpolitischen Handeln von Staaten – um einen klassischen Untersuchungsgegenstand der politikwissenschaftlichen Teildisziplin der Internationalen Beziehungen handelt, versteht sich auch vorliegende Ausarbeitung als Beitrag zu jenem wissenschaftlichen Spezialdiskurs. Demnach gilt es zu klären, wie die wissenschaftliche Disziplin der Internationalen Beziehungen ihren Untersuchungsgegenstand konzipiert, was das Politische der beobachteten Beziehungen ausmacht und wie jene wissenschaftlich erforscht werden.
Der Blick in die einschlägige Einführungsliteratur zeigt, dass auf der Ebene des „kleinsten gemeinsamen definitorischen Nenners“ der Forschungsgegenstand der Disziplin bestimmt wird als:
[...] das Beziehungsgeflecht grenzüberschreitender Interaktionen staatlicher und nichtstaatlicher Akteure im Weltmaßstab, [...] das gewöhnlich in die Bereiche der internationalen Politik und der transnationalen Beziehungen unterteilt wird. Der Begriff der internationalen Politik birgt ein Bild der internationalen Beziehungen als Staatenwelt, in dem die staatlichen Akteure aus dem Bereich des gesamten politischen Systems als entscheidend angesehen werden. Dieses Bild von der Staatenwelt wird in zunehmenden Maße von dem der Gesellschaftswelt abgelöst, in der Staaten zwar nach wie vor eine wichtige Rolle spielen, in der aber vor allem der wachsenden Rolle grenzüberschreitender Aktivitäten nichtstaatlicher Akteure, wie gesellschaftlichen Akteuren und internationalen Organisationen Rechnung getragen wird.6
Demnach lassen sich die internationalen Beziehungen grundsätzlich als eine sehr komplexe und heterogene Konfiguration von Sozialbeziehungen verstehen, welche sich geographisch über den gesamten Raum unseres Planeten ausdehnt.7 Als zentrale Elemente jenes Beziehungsgeflechts werden sowohl staatliche als auch nichtstaatliche Akteure angesehen, welche aufgrund ihrer Wechselwirkungen bestimmte Grenzen überschreiten und dadurch spezifische Beziehungskonfigurationen erzeugen, reproduzieren und auch transformieren. In Abhängigkeit vom konkreten Forschungsinteresse und der daran gekoppelten Beobachterperspektive, wird das Beziehungsgeflecht der internationalen Beziehungen dann (tendenziell) als eine Konfiguration von politischen Einheiten im globalen Raum (Staatenwelt) oder eine Ausdehnung und Vernetzung von sozialen Prozessen, welche inzwischen ein globales Ausmaß angenommen haben (Weltgesellschaft8), und dabei ein hohes Maß an Akteursvielfalt nach sich ziehen modelliert.
Einleitung: Die Einleitung steckt das Forschungsfeld der Internationalen Beziehungen ab und formuliert das Ziel, die Variable Wissen zur Komplexitätsanreicherung außenpolitischer Erklärungsmodelle zu nutzen.
1 Theoretische Prämissen und grundlegende Begriffe: Hier werden die ontologischen Grundlagen wie Handelungsbegriff, Sinnzuschreibung, doppelte Kontingenz und das soziale Konstrukt des Staates erörtert.
2 Wissenschaftstheorie in den Internationalen Beziehungen: Dieses Kapitel verortet das Forschungsvorhaben diskursiv und diskutiert die Erklärungslogiken sowie das Theoriegebäude des „Neuen Liberalismus“.
2.1 Erklärungslogiken der Internationalen Beziehungen: Zusammenfassung der Unterscheidung zwischen endogenen und exogenen Faktoren bei der Erklärung außenpolitischen Handelns.
2.2 Der Neue Liberalismus – Präferenzen und Repräsentation: Vorstellung des Modells von Andrew Moravcsik und dessen Konzeption von Präferenzen als Ergebnis gesellschaftlicher Repräsentationsprozesse.
2.3 Exkurs: Parlamentarische Institutionen als Räume und Arenen von Präferenzbildungs‐, Konkurrenz‐ und Durchsetzungsprozessen: Untersuchung des Bundestages als empirische Arena zur Erhebung von Präferenzdaten.
3 Analysekonzepte und Methode: Herleitung der Konzepte „Deutungsmuster“ und „Phänomenstruktur“ sowie Einführung der korpuslinguistischen Methoden zur empirischen Untersuchung.
3.1 Analysekonzepte: Erläuterung der wissenssoziologischen Konzepte zur Erschließung interpretativer Schemata in sozialen Phänomenen.
3.2 Methode und Operationalisierung: Darlegung der korpuslinguistischen Verfahren zur automatisierten Analyse großer Textdatensätze.
4 Die Deutungsmuster Russlands – Eine Grobanalyse der Plenardebatten des deutschen Bundestags (2012‐2016): Durchführung einer explorativen Studie zur Anwendung der theoretisch-methodischen Infrastruktur auf transkribierte Debatten.
5 Fazit und Ausblick: Resümee der Arbeit und Bewertung des Synergiepotentials zwischen Wissensbeständen, dem Neuen Liberalismus und korpuslinguistischen Methoden für zukünftige Forschungsfragen.
Internationale Beziehungen, Wissen, Wissensbestände, Neuer Liberalismus, Deutungsmuster, Phänomenstruktur, korpuslinguistische Methoden, Politische Präferenzen, Analytischer Eklektizismus, Außenpolitik, Russland, Diskursanalyse, Kontingenz, Soziales Handeln, Kookkurrenz
Die Arbeit untersucht, ob und wie die Variable „Wissen“ als Teil eines Erklärungsansatzes für das außenpolitische Handeln von Staaten dienen kann, um die Komplexität bestehender theoretischer Modelle zu erweitern.
Die Schwerpunkte liegen in der Wissenssoziologie, den Theoriekonzepten der Internationalen Beziehungen (insb. dem Neuen Liberalismus) und der Anwendung korpuslinguistischer Methoden zur Analyse politischer Texte.
Die Forschungsfrage lautet, inwiefern sich wissenssoziologische Analysekonzepte an das Forschungsprojekt des „Neuen Liberalismus“ koppeln und mittels korpuslinguistischer Methoden operationalisieren lassen.
Der Autor verbindet qualitative wissenssoziologische Konzepte, wie das Deutungsmuster-Konzept, mit quantitativen korpuslinguistischen Verfahren, speziell der Kollokationsanalyse, um große Datensätze (Bundestagsdebatten) zu bearbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich von der theoretischen Fundierung (Handlung/Sinn/Staat) über die wissenschaftstheoretische Verortung bis hin zur explorativen Anwendung an einem Fallbeispiel zur russischen Außenpolitik.
Die wichtigsten Begriffe sind Internationale Beziehungen, Wissensbestände, Neuer Liberalismus, Deutungsmuster und korpuslinguistische Methoden.
Der Ansatz bietet durch sein Konzept der dynamischen Präferenzbildung innerhalb von Staaten gute Anknüpfungspunkte, um „Wissen“ als sozial konstruiertes Element dieser Präferenzen zu begreifen.
Sie dient als Werkzeug, um in großen Textmengen empirisch auffällige Sprachgebrauchsmuster zu identifizieren, die auf zugrunde liegende Deutungsmuster schließen lassen, ohne diese manuell im Detail codieren zu müssen.
Der Autor sieht sie als empirisch-explorativ und skizzenhaft an, betont jedoch das enorme Synergiepotential des methodischen Vorgehens für weiterführende Studien.
Sie bieten eine für die Forschung reichhaltige, öffentlich zugängliche Datenquelle, die aufgrund ihrer zentralen Rolle in demokratischen Systemen ein hohes Maß an Referenzwert für politische Diskurse besitzt.
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