Bachelorarbeit, 2022
63 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1. Soziale Herkunft, Schicht und Milieu
2.2. Bildungserfolg
3. Die Struktur und Funktion des deutschen Bildungssystems
4. Soziale Ungleichheit von Bildungschancen
4.1. Historische Entwicklung ungleicher Bildungschancen
4.2. Studien zur sozialen Ungleichheit im Bildungssystem
4.2.1. PISA Studie
4.2.2. IGLU Studie
4.2.3. TIMSS
5. Pierre Bourdieu und die Theorie der kulturellen Reproduktion
5.1. Die Kapitalsorten
5.1.1. Ökonomisches Kapital
5.1.2. Kulturelles Kapital
5.1.3. Soziales Kapital
5.2. Soziale Position und Lebensstil
5.3. Habitus - Bindeglied zwischen sozialer Herkunft und Bildung(miss)erfolg
6. Boudon und die Herkunftseffekte
6.1. Die primären Effekte
6.2. Die sekundären Effekte
6.3. Relative Bedeutung der Herkunftseffekte
7. Die Theorie der institutionellen Diskriminierung von Radke und Gomolla
8. Fazit
Die Bachelorarbeit untersucht, inwiefern die soziale Herkunft der Schüler*innen einen maßgeblichen Einfluss auf deren Bildungserfolg in Deutschland ausübt. Ziel ist es, die zugrunde liegenden Mechanismen der Bildungsungleichheit zu identifizieren und theoretisch zu fundieren, um die persistente Abhängigkeit des schulischen Erfolgs vom sozioökonomischen Status der Eltern zu erklären.
Die Kapitalsorten
Bourdieu begreift den Kapitalbegriff weiter als die rein ökonomische Sichtweise, in der nur Geld und Sachwerte als Kapital anerkannt werden. Bourdieu identifiziert unter seinem Kapitalbegriff weit mehr, da Kapital für ihn akkumulierte Arbeit ist, die entweder in materialisierter oder in verinnerlichter, inkorporierter Form existiert und somit als eine Kraft fungiert, die manchen Personen in der sozialen Welt mehr Startchancen und Profitmöglichkeiten einräumt als anderen. Er unterscheidet dabei in drei Arten von Kapital: das ökonomische, das kulturelle und das soziale Kapital.
Das ökonomische Kapital stellt dabei die klassische Form des Kapitals dar, die unmittelbar und direkt in Geld konvertierbar ist und sich in Form von materiellen Gütern und Besitztümern manifestiert. Das kulturelle Kapital hingegen ist für Bourdieu der entscheidende Faktor bei der Erklärung von Bildungsungleichheit, da es sich um verinnerlichte und teilweise institutionalisierte Kompetenzen, Kenntnisse und Bildungsabschlüsse handelt, die den Zugang zu Bildungschancen maßgeblich beeinflussen können. Es wird zwischen inkorporiertem, objektiviertem und institutionalisiertem kulturellem Kapital differenziert.
Das soziale Kapital beschreibt schließlich die Gesamtheit der aktuellen und potenziellen Ressourcen, die mit dem Besitz eines dauerhaften Netzes von mehr oder weniger institutionalisierten Beziehungen verbunden sind. Es basiert auf der Zugehörigkeit zu einer Gruppe und kann durch soziales Netzwerk von Familienmitgliedern, Freunden oder Zufallsbeziehungen in den beruflichen oder schulischen Kontext hinein vergrößert werden, um den Gesamtkapitalbestand zu erhöhen.
1. Einleitung: Beleuchtet das Problem der Bildungsungleichheit in Deutschland und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der sozialen Herkunft.
2. Begriffsbestimmungen: Definiert die zentralen Termini soziale Herkunft, Bildungsniveau, Schicht und Milieu für das weitere Verständnis.
3. Die Struktur und Funktion des deutschen Bildungssystems: Erläutert den Aufbau des Bildungswesens und die gesellschaftlichen Funktionen der Schule.
4. Soziale Ungleichheit von Bildungschancen: Analysiert historische Entwicklungen und zentrale Ergebnisse maßgeblicher Leistungsstudien wie PISA und IGLU.
5. Pierre Bourdieu und die Theorie der kulturellen Reproduktion: Stellt Bourdieus Theorie der Kapitalsorten vor und zeigt auf, wie diese den Habitus der Schüler*innen prägen.
6. Boudon und die Herkunftseffekte: Unterscheidet zwischen primären und sekundären Herkunftseffekten und analysiert deren Einfluss auf Bildungsentscheidungen.
7. Die Theorie der institutionellen Diskriminierung von Radke und Gomolla: Diskutiert, wie institutionelle Prozesse in Schulen Benachteiligungen für bestimmte Schülergruppen reproduzieren.
8. Fazit: Resümiert die wesentlichen Erkenntnisse im Hinblick auf die Forschungsfrage und die Mechanismen der Bildungsungleichheit.
Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, Habitus, Kulturelles Kapital, Bourdieu, Boudon, PISA-Studie, Bildungserfolg, Bildungschancen, Institutionelle Diskriminierung, Bildungsentscheidung, Bildungsaufstieg, Sozialisation, Schulsystem.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie und warum die soziale Herkunft von Kindern im deutschen Bildungssystem den individuellen Bildungserfolg so maßgeblich beeinflusst.
Dazu gehören soziologische Modelle (wie die von Bourdieu und Boudon), die Analyse des deutschen Schulsystems sowie die Untersuchung empirischer Daten aus großen Bildungsstudien.
Das Ziel ist es, die Mechanismen zu identifizieren, die dazu führen, dass der Bildungserfolg in Deutschland stark mit dem sozioökonomischen Status und Bildungsgrad der Eltern korreliert.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Auswertung soziologischer Theorien und der sekundäranalytischen Betrachtung empirischer Daten (PISA, IGLU, TIMSS) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Bourdieu/Kapitalbegriff, Boudon/Herkunftseffekte) und die Analyse institutioneller Diskriminierung sowie die Darstellung empirischer Befunde zur Bildungsungleichheit.
Die wesentlichen Begriffe sind Bildungschancen, kulturelles und soziales Kapital, Habitus, primäre und sekundäre Herkunftseffekte sowie die institutionelle Diskriminierung in Schulen.
Bourdieu unterscheidet zwischen ökonomischem (Geld/Sachwerte), kulturellem (Bildung/Wissen) und sozialem Kapital (Beziehungen/Netzwerke), die den Status in der Gesellschaft bestimmen.
Primäre Effekte beziehen sich auf unterschiedliche schulische Leistungen aufgrund von Ressourcen im Elternhaus; sekundäre Effekte betreffen Bildungsentscheidungen, die Eltern (oft unabhängig von den Noten) für ihre Kinder treffen.
Hierbei handelt es sich nicht primär um das Fehlverhalten einzelner Lehrkräfte, sondern um routinisierte, durch das System vorgegebene Prozesse, die bestimmte Schülergruppen aufgrund ihrer Herkunft benachteiligen.
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