Magisterarbeit, 2008
163 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Aktueller Forschungsstand zu neuen Kriegen
1.2 Fragestellung und zentrale Annahmen der Arbeit
1.3 Grundlegung und Analyserahmen
1.3.1 Grundannahmen des sozialen Konstruktivismus
1.4 Angewandte Methoden und Aufbau der Arbeit
2. Failing States
2.1 Begriffsbestimmung und Definition
2.2 Zur Konzeption der Staatlichkeit
2.3 Warum staatliche Herrschaft erodiert
2.3.1 Destabilisierende Faktoren für Staatlichkeit
2.3.2 Ursachen für Staatszerfall im internationalen System
2.3.2.1 Externe Ursache: Ökonomische Globalisierung als Faktor von Staatszerfall
2.3.2.2 Externe Ursache: Entkolonisierung als Faktor für Staatszerfall
2.3.2.3 Externe Ursache: Das Ende des Ost - West – Konflikts
2.3.2.4 Interne Ursache: Die Kolonialzeit
2.4 Staatszerfallskonzepte
2.5 Weak States
2.6 Überblick
3. Gewaltakteure
3.1 Die Interne Funktionslogik von Gewaltakteuren
3.2 Kriegsherren (Warlords)
3.3 Rebellengruppen
3.4 Internationale Kriminalität und Terrorismus
3.5 Söldnergruppen
3.6 Kindersoldaten
3.7 Die Vernetzung nichtsstaatlicher Gewaltakteure
3.8 Motivationen privater Gewaltakteure
3.8.1 Greed vs. Grievance
3.8.2 Greed und Grievance
3.9 Überblick
3.10 Analyse 1
4. Innerstaatliche Konflikte und Gewaltökonomien: Formen, Mechanismen und Eigendynamik
4.1 Begriff und Distinktionsmerkmale der Gewaltökonomie
4.2 Innerstaatliche Konflikte: Dynamiken und Mechanismen
4.2.1 Die Vordringlichkeit des Kurzfristigen
4.2.2 Lokale Mechanismen in Gewaltökonomien
4.2.2.1 Extrahierung von Bodenschätzen und strategischen Rohstoffen
4.2.2.2 Abschöpfung von Werten
4.2.2.3 Humankapitalabschöpfung
4.2.3 Globale Mechanismen in Gewaltökonomien
4.2.3.1 Besteuerung und Abschöpfung internationaler humanitärer Hilfe
4.2.3.2 Unterstützung durch die Diaspora
4.2.3.3 Finanzierung über internationale Finanzmärkte
4.2.3.4 Kriegsökonomien und Schattenglobalisierung
4.3 Gewaltökonomie und Konfliktdynamik
4.3.1 Das Konfliktphasenmodell
4.3.2 Ökonomische Strategien, Ausrichtungen und Agenden
4.4 Überblick
4.5 Analyse 2
5. Abschlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Eigendynamiken, die zur Nachhaltigkeit von Gewaltökonomien in inner- und zwischenstaatlichen Konflikten führen, mit dem Ziel, die zugrunde liegenden Mechanismen der Konfliktpersistenz zu entschlüsseln.
3.2 Kriegsherren (Warlords)
„Die Rückkehr der Warlords ist (…) ein zuverlässiger Indikator dafür, dass sich der Krieg wieder lohnt. Ohne Rentabilität der Gewalt keine Privatisierung des Krieges.“
Warlords in Reinform treten heutzutage vornehmlich dort auf, wo die staatliche Ordnung als Folge von Bürgerkriegen oder der Unfähigkeit des Staates sein Gewaltmonopol effektiv auszuüben, weitgehend zusammengebrochen ist. Sie gelten als typisches Phänomen der Neuen Kriege und werden mit marodierenden Soldaten, Banditen, Rebellen, Mafiosi, Drogen-, Menschen-, und Diamantenschmuggel assoziiert.
Der wirtschaftliche Bankrott und die interne Zerklüftung patrimonialer Staaten nach 1989 führten zu Militarisierungen klanhafter, ethnischer oder anderer segmentär organisierter Gruppen. Die Legitimität der Warlords kann dabei auf unterschiedliche Grundlagen verweisen. Die Instrumentalisierung der klientelistischen Netzwerke und der traditionellen Herrschaftsstrukturen ist in diesem Sinne gleichermaßen möglich, wie die Vergesellschaftung über das „Kriegscharisma“, welches besonders dann für Erklärungsursachen geeignet scheint, wenn es um die Deutung der Anziehungskraft für Jugendliche und gesellschaftlich marginalisierte Gruppen geht. Denn gerade diesen Menschen eröffnet die Einbindung in eine Warlordfiguration Möglichkeiten und Zugänge zu Ressourcen, die sonst aufgrund der geschlossenen Macht- und Patronagekanäle nicht zugänglich gewesen wären. Dem Warlord liegt daran, innerhalb seiner Organisationen eine möglichst hohe soziale Kohäsion zu erzielen, um tendenziellen Fraktionalismus bzw. Konkurrenz um Führerschaft zu unterbinden oder auch die Gruppe effektiv gegen andere einzusetzen. Dieser Punkt wird umso bedeutender, als Warlords keinen Teil ihrer erzielten Einnahmen in die Bevölkerung oder in das kontrollierte Territorium reinvestieren. Der Grund dafür ist, dass durch die Zuteilung von Ressourcen autonome Machtzentren entstehen könnten, die den Warlord herausfordern.
1. Einleitung: Erläuterung des Forschungsstandes zu den "Neuen Kriegen", der zentralen Fragestellung und der sozialkonstruktivistischen Methodik.
2. Failing States: Analyse der Ursachen von Staatszerfall auf nationaler und internationaler Ebene sowie theoretische Einordnung fragiler Staatlichkeit.
3. Gewaltakteure: Untersuchung der internen Logik und Motivation verschiedener privater Gewaltakteure wie Warlords, Rebellen, Kriminellen und Söldnern.
4. Innerstaatliche Konflikte und Gewaltökonomien: Formen, Mechanismen und Eigendynamik: Detaillierte Darstellung der ökonomischen Prozesse, die in Konfliktgebieten zur Verstetigung von Gewalt führen.
5. Abschlussbemerkungen: Zusammenfassende Beantwortung der Leitfrage zur Nachhaltigkeit von Gewaltökonomien.
Eigendynamik, Prozesse, Staatszerfall, Gewaltakteure, Gewaltökonomie, Neue Kriege, Warlords, Kriegswirtschaft, Ressourcenfluch, Konfliktdynamik, Privatisierung von Sicherheit, failed states, Greed vs. Grievance, transnationale Netzwerke.
Die Arbeit analysiert die strukturellen Ursachen und eigendynamischen Prozesse, die dazu führen, dass Gewaltökonomien in innerstaatlichen Konflikten über lange Zeiträume stabil bleiben und sich selbst reproduzieren.
Die Untersuchung deckt die Bereiche des Staatszerfalls ("Failing States"), die Typologie und interne Logik nicht-staatlicher Gewaltakteure sowie die ökonomischen Mechanismen auf, die Konflikte finanzieren und verlängern.
Die zentrale Leitfrage lautet: Worin begründet sich die Nachhaltigkeit einer Gewaltökonomie in inner- und zwischenstaatlichen Konflikten?
Es wird ein sozialkonstruktivistischer Ansatz gewählt, der durch Dokumenten- und Inhaltsanalyse sowie die Anwendung hermeneutischer Verfahren ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Blöcke: Der erste Block befasst sich mit den Voraussetzungen für Staatszerfall und der Rolle der Akteure. Der zweite Block analysiert konkrete Mechanismen der Kriegsfinanzierung und die daraus resultierende eigendynamische Verstetigung von Konfliktstrukturen.
Kernbegriffe sind Eigendynamik, Gewaltökonomie, Warlordismus, Staatszerfall und die Interrelation von Akteur und Struktur.
Vagabondary Warlords agieren wie Diebe, die Territorien ausbeuten und weiterziehen, während Stationary Warlords ein Interesse an der Aufrechterhaltung ihrer dauerhaften Herrschaft über ein Gebiet haben, was sie motiviert, Raub zugunsten einer gewissen wirtschaftlichen Stabilität zu begrenzen.
Die Diaspora dient als externe Finanzquelle. Durch transnationale Netzwerke und moderne Kommunikationstechnologien können Überweisungen direkt zur Unterstützung von Konfliktparteien genutzt werden, was die Finanzierungsbasis der Akteure stärkt.
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