Examensarbeit, 2008
63 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Forschungsstand und Literatur
2.1 Überblicksdarstellungen in kunstpädagogischer Literatur
2.2 Problemorientierte kunstpädagogische Literatur
3 Zur künstlerischen Technik des Zeichnens
3.1 Die Zeichnung als künstlerisches Medium
3.2 Die Zeichnung als (künstlerisches) Kommunikationsmittel
4 Zeichnen im Kunstunterricht
4.1 Ausgangslage – schulische Aspekte zur Förderung der Zeichenfähigkeit
4.1.1 Historischer Exkurs
4.1.2 Die Verankerung des Zeichnens in brandenburgischen Lehrplänen
4.1.3 Das Zeichnen und Aspekte der bildnerischen Entwicklung
4.2 Das Konzept der Zeichenförderung nach Judith M. Burton
5 Zeichenförderung am Beispiel einer Stationenarbeit
5.1 Situative Voraussetzungen
5.2 Inhaltliche Entscheidungen
5.3 Methodische Entscheidungen
5.4 Verlaufsbeobachtungen
5.5 Ergebnisanalyse und konzeptionelle Kritik
6 Lehrerqualifikationen und Zeichenförderung
7 Abschließende Bemerkungen und Fazit
8 Literaturverzeichnis
9 Anlagen
9.1 Arbeitsblätter der Stationenarbeit
9.2 Anordnungen und Aufbau der Stationen
9.3 Abbildungen exemplarischer Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht den Stellenwert der handgefertigten Zeichnung im modernen Kunstunterricht und entwickelt ein Konzept zu ihrer Förderung, um der „Krise“ der bildnerischen Entwicklung bei Jugendlichen entgegenzuwirken und kreative Ausdrucksmöglichkeiten zu sichern.
3.1 Die Zeichnung als künstlerisches Medium
Die Technik des Zeichnens kann als grundlegendste und einfachste Praktik des Gestaltens angesehen werden. Unabhängig von Kultur und Zeit ist das Zeichnen bis heute unter anderem eine basale künstlerische Tätigkeit, deren Zweck und Ursprung auf dem Hinterlassen zielgerichteter, bewusst getätigter Spuren beruht, also eine Bildmitteilung, einen Ausdruck anstrebt – Zeichnen heißt Zeichen setzen. Diese Möglichkeit, sich zu äußern, Willen, Befindlichkeit, Geschehen oder das schlichte „Dasein“ auszudrücken, ist bereits seit den Anfängen der kulturellen Entwicklung des Menschen belegt und bis in die Gegenwart mit ihren künstlerischen Merkmalen und Tendenzen auf diese Möglichkeiten zurückzuführen. Das Zeichnen kann also als kulturelle „Urfähigkeit“ des Menschen in seiner Auseinandersetzung mit sich selbst und seiner Welt angesehen werden und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem universellen Mittel der Darstellung menschlicher Kultur (vgl. Koschatzky 1980).
Wie bei jeder anderen gestalterischen Praktik auch ist die anthropologische Grundlage des Zeichnens die biologische Fähigkeit des optischen Sehens bzw. die Fähigkeit der Wahrnehmung bewusst gestalteter, geordneter Spuren und der Drang nach deren Ausdeutung, also der Sinnsuche hinter den Zeichen. Zugespitzt bedeutet dies, „…daß jeder Mensch Kunst wahrnehmen kann.“ (Koschatzky 1980, 16) Denn die Kombination von sensueller Wahrnehmung und kognitiver Verarbeitung ist (in unterschiedlicher Ausprägung) der menschlichen Natur inhärent und bedarf anfänglich keiner besonderen Unterweisung. Jede bewusst gestaltete Spur – von der einfachen Kreuzung zweier Linien bis zum detailgenauen Porträt – wird als solche wahrgenommen; lediglich der intellektuelle Grad der Interpretation dieser Spur variiert und kann durch Bildung beeinflusst werden – eine weitreichende Tatsache aus kunstpädagogischer Perspektive! Im eigentlichen Sinne ist unter der gestalterischen Tätigkeit des Zeichnens die an einem realen oder geistigen Objekt orientierte Nachformung eines Gegenstandes mithilfe von Linien und Strichen zu verstehen. Zur weiteren Differenzierung dieser zugrundeliegenden realen oder geistigen Objekte spricht Koschatzky von der Erzeugung einer „Chiffre einer gesehenen Gegebenheit“ im Unterschied zu einer „Chiffre einer gedachten Gegebenheit“ (Koschatzky 1980, 17; Hervorhebungen im Original).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der handgefertigten Zeichnung in einem digital dominierten Zeitalter ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach angemessenen Vermittlungsmethoden im Kunstunterricht.
2 Forschungsstand und Literatur: Das Kapitel bietet einen Überblick über fachpädagogische Diskurse, wobei der Fokus auf gegenwärtigen Tendenzen und der Frage nach der Grundlage künstlerischer Arbeit liegt.
3 Zur künstlerischen Technik des Zeichnens: Hier wird das Zeichnen als basale Technik und Medium des künstlerischen Ausdrucks sowie als Kommunikationsmittel theoretisch fundiert.
4 Zeichnen im Kunstunterricht: Dieses Kapitel analysiert die schulischen Rahmenbedingungen in Brandenburg, die Rolle der Zeichnung in Lehrplänen und die entwicklungsspezifische Krise Jugendlicher bei der bildnerischen Arbeit.
5 Zeichenförderung am Beispiel einer Stationenarbeit: Das Kernstück der Arbeit beschreibt die Konzeption und Durchführung einer Unterrichtseinheit mittels Stationenlernen zur gezielten Förderung der Zeichenfähigkeit.
6 Lehrerqualifikationen und Zeichenförderung: Hier wird reflektiert, wie Lehrer die Planung und Innovation von Lernprozessen im Kontext der Zeichenförderung gestalten können.
7 Abschließende Bemerkungen und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Eignung des Konzepts als sinnvolle Basis für die schulische Zeichenförderung.
Zeichnen, Kunstunterricht, Zeichenförderung, Bildnerische Entwicklung, Stationenarbeit, Judith M. Burton, Handzeichnung, Kunstdidaktik, Jugendzeichnung, Kreativität, künstlerischer Ausdruck, visuelle Kompetenz, Gestaltungsprozess, Schulpraxis, Kulturtechnik.
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung des Zeichnens als basale Kulturtechnik und untersucht, wie diese im schulischen Kunstunterricht durch gezielte methodische Ansätze gefördert werden kann.
Im Zentrum stehen die künstlerische Technik des Zeichnens, die bildnerische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie didaktische Konzepte zur Überwindung von Motivationskrisen im Kunstunterricht.
Das Hauptziel ist es, einen konkreten, praxisnahen Ansatz zur Förderung der Zeichenfähigkeit bei Schülern vorzustellen und zu evaluieren, der dem aktuellen Stand der fachdidaktischen Diskussion entspricht.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer praxisorientierten Fallstudie in Form einer Unterrichtseinheit (Stationenarbeit), deren Verlauf und Ergebnisse anschließend kritisch reflektiert werden.
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen des Zeichnens, die Verankerung im brandenburgischen Lehrplan sowie die Planung, Durchführung und Auswertung einer Stationenarbeit zur Zeichenförderung in zwei Schulklassen.
Zeichnen, Kunstunterricht, Stationenarbeit, Bildnerische Entwicklung, Zeichenförderung und Kunstdidaktik sind die zentralen Begriffe.
Die Krise der bildnerischen Entwicklung beschreibt die Phase, in der Jugendliche ihre Fähigkeiten kritisch hinterfragen und oft das Interesse an der Kunst verlieren. Das Konzept nutzt gezielte Übungen, um diese Resignation abzufangen und den Ehrgeiz für eine individuelle Handschrift zu wecken.
Sie dient als methodischer Rahmen, um durch kleinteilige, spielerische Übungen den Leistungsdruck zu minimieren, die Selbstorganisation der Schüler zu stärken und den Fokus auf den Prozess statt auf das perfekte Endergebnis zu legen.
Der Autor betont, dass die Zeichenförderung nicht mit der Sekundarstufe I enden darf, sondern auch in der Sekundarstufe II eine kontinuierliche, vertiefende Auseinandersetzung erfordert, für die der vorgestellte Ansatz eine solide Basis bietet.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

