Magisterarbeit, 2008
212 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Ausgewählte Ansätze der Rezeptionsforschung
2.1 Handlungstheoretische Ansätze
2.2 Das Encoding/Decoding-Modell der Cultural Studies
3. Fernsehen im Alltag der Rezipierenden
3.1 Fernsehen als Alltagshandeln
3.2 Parasoziale Interaktion und parasoziale Beziehungen mit Serienfiguren
3.3 Forschungsstand zu parasozialer Interaktion und parasozialen Beziehungen
3.3.1 Internationale Studien zur parasozialen Interaktion/parasozialen Beziehungen
3.3.2 Untersuchungen zu parasozialer Interaktion/parasozialen Beziehungen in Deutschland
3.3.3 Zusammenfassende Bewertung
4. Das Format Soap Opera/Daily Soap
4.1 Das Genre der Soap Opera
4.2 Die Entwicklung der Daily Soaps in Deutschland
4.3 Serienrezeption
4.4 Forschungsstand zur Serienrezeption
4.4.1 Angloamerikanische Studien zur Soap-Opera-Forschung
4.4.2 Untersuchungen zur Serienrezeption in Deutschland
4.4.3 Zusammenfassende Bewertung
5. Zwischenresümee
II. REZEPTIONSSTUDIE
6. Die Daily Soap Verbotene Liebe
6.1 Informationen zur Serie
6.2 Das Publikum von Verbotene Liebe
7. Methodisches Vorgehen
7.1 Erkenntnisinteresse und Forschungsfragen
7.2 Operationalisierung
7.2.1 Das problemzentrierte Interview
7.2.2 Die Auswahl der InterviewpartnerInnen
7.2.3 Der Leitfaden
7.2.4 Durchführung und Transkription der Interviews
7.3 Auswertung mit der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring
8. Auswertung und Interpretation der Interviews
8.1. Die Dimensionen
8.2. Die Ergebnisse
8.2.1 Allgemeine Beurteilung der Serie Verbotene Liebe
8.2.2 Die Lieblingsfiguren und ihre Bedeutung für die Rezipierenden
8.2.3 Die Hassfiguren und ihre Bedeutung für die Rezipierenden
8.2.4 Beurteilung der TV-Szenen aus Verbotene Liebe
8.2.5 Wahrnehmung des Genres und des Realitätsgehalts
8.2.6 Vergleich von positiven und negativen Beziehungen
8.2.7 Einbindung der Serie und der Figuren in den Alltag
8.2.8 Vergleichende Analyse
8.2.9 Einordnung der Ergebnisse in das theoretische Konzept
9. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht den Umgang junger Erwachsener mit der Daily Soap Verbotene Liebe, insbesondere im Hinblick auf ihre Wahrnehmung von Serienfiguren und die Bedeutung dieser Beziehungen in ihrem Alltag. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, ob und wie Rezipierende Beziehungen zu positiv oder negativ empfundenen Figuren aufbauen und welche Funktion diese für sie erfüllen.
Die Leser-Text-Interaktion
Wie sich bereits im Ansatz der strukturanalytischen Rezeptionsforschung sowie im Encoding/Decoding-Modell abzeichnet, muss die Leser-Text-Interaktion als wechselseitig orientiertes soziales Handeln verstanden werden (vgl. Charlton 1997: 25). Dabei existieren sowohl Leser als auch Text lediglich in einem latenten Stadium. Erst in der Interaktion miteinander entsteht der rezipierte Text, der nicht mit dem Originaltext identisch sein muss (vgl. Mikos 2001: 326).
Nach Fiske sind „Populäre Texte […] in sich unvollständig – sie sind niemals unabhängige Bedeutungsstrukturen […], sondern sie provozieren Bedeutung und Lust; sie werden nur dann komplett, wenn sie von den Menschen aufgenommen und in ihre Alltagskultur eingesetzt werden.“ (Fiske 2000: 19).
Für diese Offenheit des Textes hat sich in den Cultural Studies der von Fiske geprägte Begriff der Polysemie etabliert. Danach liefern Fernsehtexte semiotische, d.h. von den Kontexten und ihren Bedeutungen abhängige Erfahrungen. Die Medientexte gelten als prinzipiell offen und interpretationsfähig (vgl. Krotz 1992: 424). Der Fernsehtext birgt also ein großes Potenzial von Bedeutungen, die von unterschiedlichen Rezipierenden in ihren jeweils unterschiedlichen sozialen Situationen aktiviert werden (vgl. Fiske 2001: 62). Die Bedeutungsgenerierung ist dabei von den gesellschaftlichen Diskursen abhängig (vgl. Jurga 1999: 133). Ferner macht Fiske mit seinem Konzept textueller Offenheit deutlich, dass die Rezeption eines medialen Textes unweigerlich mit den Erfahrungen aus dem Alltag der Rezipierenden in einen Zusammenhang gebracht werden müssen, um für sie relevant zu sein. Die Aneignung medialer Texte kann daher auch als Vermittlungsprozess zwischen Alltags- und Mediendiskursen bezeichnet werden (vgl. Hepp 1999: 193). Daraus wird ersichtlich, dass die Leser-Text-Interaktion nicht kontextunabhängig gesehen werden kann (vgl. Mikos 1997: 53).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Rezeption von Daily Soaps ein, definiert das Ziel der Studie und skizziert den Aufbau der wissenschaftlichen Hausarbeit.
2. Ausgewählte Ansätze der Rezeptionsforschung: Dieses Kapitel stellt theoretische Modelle wie das strukturanalytische Rezeptionsmodell und das Encoding/Decoding-Modell vor, die als Grundlage für die Medienaneignung dienen.
3. Fernsehen im Alltag der Rezipierenden: Das Kapitel behandelt Fernsehen als Alltagshandeln und führt das Konzept der parasozialen Interaktion sowie den Forschungsstand hierzu ein.
4. Das Format Soap Opera/Daily Soap: Es wird das Format Daily Soap definiert, die Entwicklung in Deutschland nachgezeichnet und der Forschungsstand zur Serienrezeption, inklusive internationaler Studien, dargelegt.
5. Zwischenresümee: Hier werden die wesentlichen Erkenntnisse des theoretischen Rahmens zusammengefasst und die Überleitung zur Rezeptionsstudie gebildet.
6. Die Daily Soap Verbotene Liebe: Dieses Kapitel liefert Hintergrundinformationen zur Serie Verbotene Liebe sowie Daten zu deren Publikum.
7. Methodisches Vorgehen: Es wird die Anwendung qualitativer Interviews beschrieben, der Leitfaden begründet und die gewählte Auswertungsmethode nach Mayring erläutert.
8. Auswertung und Interpretation der Interviews: Das Hauptkapitel präsentiert die Ergebnisse der explorativen Studie, gegliedert in verschiedene Dimensionen wie Charakterbeurteilung, Realitätswahrnehmung und Beziehungsgestaltung.
9. Resümee: Das Resümee fasst die zentralen Ergebnisse der Studie zusammen und ordnet sie in das theoretische Konzept ein.
Daily Soap, Verbotene Liebe, Rezeptionsforschung, parasoziale Interaktion, Medienaneignung, Serienrezeption, qualitative Inhaltsanalyse, Zuschauerforschung, Identifikation, Alltagshandeln, emotionale Bindung, Fernsehserie, Medienkompetenz, soziale Identität, Mediale Figuren.
Die Arbeit untersucht das Mediennutzungsverhalten und die Rezeption von Daily Soaps, speziell am Beispiel der Serie Verbotene Liebe, durch junge Erwachsene.
Die zentralen Themen sind Medienaneignung, parasoziale Interaktion mit Serienfiguren, die Funktion von Fernsehen im Alltag und geschlechtsspezifische Rezeptionsunterschiede.
Das Ziel ist zu erforschen, wie Rezipierende die Figuren der Serie wahrnehmen, bewerten und welche Rolle diese Charaktere für ihre Lebenswelt spielen.
Die Autorin führt eine explorative, qualitative Studie durch, basierend auf leitfadengestützten Interviews, die nach der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden.
Der Hauptteil widmet sich der Auswertung und Interpretation der geführten Interviews, unterteilt in Dimensionen wie die Beurteilung der Serie, das Verhältnis zu Lieblings- und Hassfiguren und die Einbindung der Serie in den Tagesablauf.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie parasoziale Beziehung, Daily Soap, Medienaneignung, emotionale Involviertheit und Serienrezeption definiert.
Die Serie wird als "Glamour Soap" charakterisiert, die primär das Leben der Oberschicht thematisiert und sich durch ein hohes Maß an interpersonalen Konflikten und Intrigen auszeichnet.
Die Ergebnisse zeigen, dass Figuren wie die "Schurkin" oder der "Bösewicht" für die Rezipierenden keineswegs nur abgelehnt werden; sie dienen vielmehr als essenzielle Spannungselemente und werden teils mit einer "Lust am Aufregen" rezipiert.
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