Examensarbeit, 2009
70 Seiten, Note: 1,2
1. Einleitung
2. Romane im Deutschunterricht
3. Begriffsbestimmung und Vorgeschichte
3.1 Definition
3.2 Historische Hintergründe
3.2.1 Literaturtheoretische Hintergründe
3.2.2 Pädagogische und lernpsychologische Hintergründe
4. Vertreter und Akzentuierungen
5. Grundlegende Annahmen eines handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts
5.1 Prinzipien
5.2 Ziele
5.2.1 Verstehen literarischer Texte
5.2.2 Mediendidaktik
5.2.3 Leseförderung
5.2.4 Imaginationsfähigkeit
5.2.5 Eigenes literarisches Schreiben
5.2.6 Identitätsfindung
5.2.7 Fremdverstehen
6. Methoden
6.1 Textproduktive Verfahren
6.2 Szenische Verfahren
6.3 Visuelle Verfahren
6.4 Akustische Verfahren
6.5 Verfahrenübergreifende Anmerkungen
7. Kritik und deren Erwiderung
8. Didaktische Vorüberlegungen zu Effi Briest
8.1 Mögliche Schwierigkeiten bei der Lektüre
8.2 Themen einer Unterrichtsreihe zu Effi Briest
9. Vorbemerkungen zum Untersuchungsgegenstand: Unterrichtsmaterialien und Lektürehilfen
10. Analyse und Reflexion handlungs- und produktionsorientierter Verfahren zu Effi Briest
10.1 Fontanes Erzähltechnik: Die Funktion epischer Ausführlichkeit: Ein visuelles Verfahren
10.1.1 Beschreibung des Verfahrens
10.1.2 Begründung und Ziele des Verfahrens
10.1.3 Weitere Anmerkungen und abschließende Beurteilung des Verfahrens
10.2 Die Romanfiguren und ihre Beziehungen: Ein szenisches Verfahren
10.2.1 Beschreibung des Verfahrens
10.2.2 Begründung und Ziele des Verfahrens
10.2.3 Weitere Anmerkungen und abschließende Beurteilung des Verfahrens
11. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie handlungs- und produktionsorientierte Verfahren im Literaturunterricht, exemplarisch angewandt auf Theodor Fontanes Effi Briest, das Textverständnis vertiefen und die traditionelle Dominanz rein analytisch-interpretatorischer Methoden ergänzen können. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welchen Beitrag diese Methoden zur Erschließung epische Langformen leisten können und wie sie aktiv zur Bewältigung von Lesewiderständen bei Schülern beitragen.
1. Einleitung
Literarische Texte laden den Leser ein: Sie öffnen ihm Türen zu einer unbekannten Welt, in der er sich umschaut, zeigen ihm Figuren, deren Empfindungen er nachspürt, führen ihm Orte vor, die er lesend durchwandert und ermöglichen ihm, sich immer wieder neu in das Erzählte einzubringen, indem sie Reaktionen provozieren. So kann der Leser mit einem Romanhelden in Dialog treten, einen geschilderten Konflikt pantomimisch darstellen, eine Hörszene zu einem erzählten Geschehen erarbeiten oder eine Bildcollage zu einer im Text beschriebenen Landschaft erstellen.
Diese textproduktiven, szenischen, akustischen und visuellen Methoden lassen sich unter dem Begriff der handlungs- und produktionsorientierten Verfahren zusammenfassen, die seit Mitte der 80er Jahre Eingang in die Literaturdidaktik gefunden haben und seitdem auch in curricularen Vorgaben zu finden sind. In den Richtlinien und Lehrplänen des Landes Nordrhein-Westfalen heißt es, dass der Deutschunterricht „zur Förderung von Selbständigkeit und Verantwortlichkeit […] auf Handlungs- und Produktionsorientierung ausgerichtet“ ist.
Gerade dort, wo Texte zunächst sperrig und widersprüchlich erscheinen, den Leser verunsichern und sein Erwartungsmuster sowie seinen Erfahrungsbereich durchbrechen, ist eine identifikatorische Auseinandersetzung mit der Lektüre im Sinne eines handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts hilfreich, um das Gelesene zu verarbeiten und mit der eigenen und gesellschaftlichen Praxis in Beziehung zu setzen. In diesem Zusammenhang kann der Roman als literarischer Text gesehen werden, der meist sowohl formal als auch inhaltlich anders als die Texte ist, denen Schüler im Alltag sonst begegnen, und der daher eine spezifische Verstehensleistung fordert.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle literarischer Texte als Erlebnisraum und führt in die Notwendigkeit handlungs- und produktionsorientierter Verfahren ein, um Schüler bei sperrigen Texten, insbesondere Romanen, zur aktiven Auseinandersetzung anzuregen.
2. Romane im Deutschunterricht: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung der Romandidaktik von einer rein analytischen Betrachtungsweise hin zu einem handelnden und produktiven Umgang, wobei die Dominanz des fragend-entwickelnden Unterrichtsgesprächs kritisch hinterfragt wird.
3. Begriffsbestimmung und Vorgeschichte: Der Abschnitt definiert handlungs- und produktionsorientierte Verfahren als ästhetisch-künstlerische Tätigkeiten und verankert sie historisch in reformpädagogischen Traditionen sowie literaturtheoretischen Ansätzen wie der Rezeptionsästhetik.
4. Vertreter und Akzentuierungen: Es werden die Positionen der Hauptvertreter Waldmann, Spinner und Haas sowie Scheller (als Experte für Szenische Interpretation) vorgestellt, um die methodische Vielfalt und deren unterschiedliche Zielsetzungen zu verdeutlichen.
5. Grundlegende Annahmen eines handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts: Das Kapitel erläutert die Prinzipien der Förderung von Handlungskompetenz und Selbsttätigkeit als pädagogisches Ziel sowie die spezifischen Lernziele wie Leseförderung, Imaginationsfähigkeit und Fremdverstehen.
6. Methoden: Hier erfolgt ein systematischer Überblick über verschiedene Methodengruppen, gegliedert in textproduktive, szenische, visuelle und akustische Verfahren, unter Berücksichtigung ihrer Eignung für Romane.
7. Kritik und deren Erwiderung: Dieser Teil setzt sich mit gängigen Vorwürfen gegenüber dem Ansatz auseinander, wie etwa der möglichen Vernachlässigung der Analyse zugunsten eines rein lustbetonten Lernens, und entkräftet diese durch konstruktive Argumente.
8. Didaktische Vorüberlegungen zu Effi Briest: Die Vorüberlegungen analysieren spezifische Lektüreschwierigkeiten bei Fontanes Roman, besonders in Hinblick auf die heutige Jugend, und definieren zentrale thematische Schwerpunkte für den Deutschunterricht.
9. Vorbemerkungen zum Untersuchungsgegenstand: Unterrichtsmaterialien und Lektürehilfen: Es folgt eine kritische Bestandsaufnahme gebräuchlicher Lehrmaterialien und Lektürehilfen hinsichtlich ihres tatsächlichen Anteils an handlungs- und produktionsorientierten Aufgaben.
10. Analyse und Reflexion handlungs- und produktionsorientierter Verfahren zu Effi Briest: Dieser Kernabschnitt analysiert detailliert ein visuelles Verfahren zur Erzähltechnik sowie ein szenisches Verfahren zur Figurenanalyse und reflektiert deren Beitrag zur Erschließung des Romans im Unterricht.
11. Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel zieht ein Fazit der Arbeit und betont erneut die Notwendigkeit und den Mehrwert handlungs- und produktionsorientierter Ansätze für eine gelingende Romandidaktik.
Romandidaktik, Handlungs- und Produktionsorientierung, Effi Briest, Literaturunterricht, Textverständnis, Leseförderung, Szenische Interpretation, Textproduktive Verfahren, Identitätsfindung, Fremdverstehen, Imaginationsfähigkeit, Mediendidaktik, Literaturdidaktik, Schulpädagogik, Erzähltechnik.
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung von handlungs- und produktionsorientierten Methoden im schulischen Literaturunterricht, speziell bei der Behandlung von Romanen am Beispiel von Theodor Fontanes Effi Briest.
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Fundierung des handlungs- und produktionsorientierten Ansatzes, seinen methodischen Möglichkeiten, den didaktischen Zielen sowie der Analyse konkreter Arbeitsweisen für den untersuchten Roman.
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, dass handlungs- und produktionsorientierte Verfahren ein sinnvoller und notwendiger Bestandteil in der Romandidaktik sind, um Schüler besser an komplexe epische Langformen heranzuführen als durch rein analytische Interpretationsmethoden.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Aufarbeitung des didaktischen Ansatzes mit einer vergleichenden Untersuchung und Analyse aktueller Unterrichtsmaterialien und Lektürehilfen zu Effi Briest.
Im Hauptteil werden zwei konkrete Verfahren – eine visuelle Methode zur Erzähltechnik und ein szenisches Verfahren zur Figurenanalyse – explizit auf ihre didaktische Eignung, Begründung und praktischen Anwendungsmöglichkeiten analysiert und reflektiert.
Die Ansätze zeichnen sich durch die Förderung von Selbsttätigkeit, die Verknüpfung von kognitiven und emotionalen Zugängen, die Stärkung der Imagination sowie die Einbeziehung der Schüler als aktive Produzenten literarischer Sinnzusammenhänge aus.
Durch die zeichnerische Skizzierung des Anwesens Hohen-Cremmen werden die Schüler dazu angeregt, die epische Ausführlichkeit Fontanes bewusst wahrzunehmen und diese als kompositorisches Gestaltungsmittel zu identifizieren, statt sie als langweilig zu überfliegen.
Das Standbild (Statue) zwingt die Schüler dazu, ihre Kenntnisse über die komplexen emotionalen Beziehungsgeflechte der Romanfiguren körperlich und räumlich zu spiegeln, was eine tiefere, empathische Auseinandersetzung ermöglicht als eine reine schriftliche Charakterisierung.
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