Diplomarbeit, 2009
135 Seiten, Note: 1,3
VORWORT
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFSBESTIMMUNG
2.1 Menschenhandel
2.1.1 Menschenhandel: Das Palermo Protokoll
2.1.2 Juristische Definition des Menschenhandels nach dem deutschen Strafrecht
2.1.3 Der geschlechtsspezifische Aspekt des Menschenhandels
2.2 Begriffsbestimmung Frauenhandel
3. FRAUENHANDEL
3.1 Formen des Frauenhandels
3.1.1 Frauenhandel in die (Zwangs) Prostitution
3.1.2 Frauenhandel in die Zwangsehe
3.1.3 Frauenhandel in die Arbeit
3.2 Ausmaß des Frauenhandels
3.2.1 Zum Problem der Datenerfassung
3.2.2 Ausmaß des Frauenhandels in Europa
3.2.3 Ausmaß des Frauenhandels in Deutschland
3.2.4 Herkunft der Opfer in Europa
4. ABLAUF DES FRAUEN- BZW. MENSCHENHANDELS
4.1 Bildliche Darstellung der drei Phasen des Frauenhandels
4.2 Herkunfts-, Transit- und Bestimmungsländer
4.3 Anwerbung von potenziellen Opfern
4.3.1 Anwerbung durch Vortäuschen von Arbeitsangeboten
4.3.2 Anwerbung durch direkte, private Kontaktaufnahme
4.3.3 Anwerbung durch professionelle Reiseagenturen
4.3.4 Anwerbung durch Gewaltanwendung
4.3.5 Anwerbung durch das Vortäuschen einer Liebesbeziehung
4.3.6 Anwerbung im Konsens
4.4 Transit- und Handelsrouten (Schleusung)
5. HAUPTURSACHEN FÜR FRAUENHANDEL
5.1 Hauptursachen in den Herkunftsländern: Pusch-Faktoren
5.1.1 Armutsgefälle zwischen Herkunfts- und Zielländern
5.1.2 Gesellschaftliche Diskriminierung von Frauen
5.1.2.1 Gewalt gegen Frauen
5.1.2.2 Gesundheitliche Aspekte
5.1.3 Politische Instabilität, Korruption, geringes Täterrisiko sowie hohe Profitmöglichkeiten
5.2 Hauptursachen in den Zielländern: Pull-Faktoren
5.2.1 Nachfrage und Rentabilität von Prostitution sowie von Billigarbeitskräften
5.2.2 Restriktive Einwanderungspolitik
6. SITUATION VOM FRAUENHANDEL BETROFFENER FRAUEN IN DEUTSCHLAND
6.1 Lebens- und Arbeitsbedingungen der vom Frauenhandel betroffener Frauen in Deutschland
6.2 Gesundheitliche Situation der vom Frauenhandel betroffener Frauen in Deutschland
6.3 Wege aus den Ausbeutungsstrukturen und Verbleib der Opfer
6.4 Situation der Opferzeuginnen in Deutschland
7. HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN ZUR BEKÄMPFUNG VON MENSCHEN- BZW. FRAUENHANDEL
7.1 Zu den internationalen Handlungsmöglichkeiten
7.1.1 Zum UN-Protokoll
7.2 Zu den Handlungsmöglichkeiten der Europäischen Union (EU)
7.2.1 Rechtsinstrumente
7.2.2 Europol
7.2.3 Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
7.2.4 Geförderte Programme bzw. Projekte
7.2.4.1 Das Programm STOP
7.2.4.2 Das Programm DAPHNE
7.2.4.3 Das Programm PHARE
7.2.4.4 Das Programm AGIS
7.2.5 Das Projekt TAMPEP
7.3 Zu den Handlungsmöglichkeiten auf der Ebene der Bundesrepublik Deutschland
7.3.1 Reform des Strafrechts
7.3.2 Bundesweite Arbeitsgruppe Frauenhandel
7.3.3 Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Frauenhandel und Gewalt an Frauen im Migrationsprozess e.V. (KOK)
7.4 Zu den Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit am Beispiel der Fachstelle „contra“ gegen Frauenhandel in Schleswig-Holstein
7.4.1 Besonderheiten der Beratung im Kontext Frauenhandel am Beispiel von „contra“
7.4.2 Arbeitsprinzipien von „contra“
7.4.3 Anforderungsprofil der Mitarbeiterinnen von „contra“
8. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Das primäre Ziel dieser Diplomarbeit ist es, eine umfassende Darstellung des Phänomens Frauenhandel in Europa zu bieten, die Ursachen sowie die prekäre Lebenssituation der betroffenen Frauen in Deutschland zu beleuchten und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
4.3.1 Anwerbung durch Vortäuschen von Arbeitsangeboten
Ein großer Teil der Frauen wird primär durch professionelle Arbeitsagenturen, sekundär auch durch Künstleragenturen, Zeitungsinseraten oder andere Anwerbemethoden, rekrutiert. Den potenziellen Opfern werden dabei scheinbar gut bezahlte Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten (zum Beispiel als Au-Pair, Haushaltshilfe, Reinigungskraft; Verkäuferin, Kellnerin, Tänzerin oder Krankenschwester) in Aussicht gestellt (vgl. Bundeskriminalamt 2007 a, S. 10). Eine durch das Bundeskriminalamt im Jahre 2007 durchgeführten Statistik ergab, dass von 689 erfassten Opfern Rund 103 Frauen (ca. 15%) durch Künstleragenturen oder Zeitungsinserate angeworben wurden (vgl. ebd.).
Dazu ein Beispiel:
Als ich 12 war, versuchte mich mein Vater zu vergewaltigen. Mit 17 bin ich zur Oma in die Ukraine abgehauen. Dort habe ich eine Ausbildung als Krankenschwester gemacht. Meine kleine Schwester landete in Petersburg auf dem Strich. Ich wollte ihr gerne helfen. Da wurde mir ein Job in Deutschland angeboten. Das ist die Lösung, dachte ich. Ich werde von dem verdienten Geld eine Wohnung kaufen und helfe meiner Schwester. Ich wurde in eine kleine Stadt in Deutschland gebracht. Ich wurde für eine Bar angeworben. Aber die Bar stellte sich als Bordell heraus. Acht Monate musste ich in dem Bordell verbringen. Die Zuhälter behandelten uns sehr schlecht. Wir erhielten kein Geld. Es war verboten, auf die Straße zu gehen. Wir durften nicht einmal die Fenster öffnen. Es war verboten, sich laut zu unterhalten. Wir wurden so streng bewacht, dass eine Flucht unmöglich war. Die Polizei rettete uns. Im Februar 1998 wurde eine Razzia in illegalen Bordellen gemacht. Ich wurde in einem Frauenhaus untergebracht. Diese Zeit im Bordell hatte mich völlig verändert. Ich hatte Angst, Licht zu machen. Ich blieb in meinem Zimmer und verließ es nicht. Ich hatte Angst vor der Freiheit. In diesen acht Monaten hatte ich meine Ausstrahlung verloren ... Meine Gesundheit.
1. EINLEITUNG: Darstellung der Relevanz des Themas als moderne Form der Sklaverei sowie Definition des Forschungsziels und der Leitfragen.
2. BEGRIFFSBESTIMMUNG: Definition der zentralen Begriffe Menschenhandel und Frauenhandel unter Berücksichtigung des UN-Zusatzprotokolls und des deutschen Strafrechts.
3. FRAUENHANDEL: Untersuchung der verschiedenen Erscheinungsformen des Frauenhandels sowie Analyse des quantitativen Ausmaßes und der Problematik der Datenerfassung.
4. ABLAUF DES FRAUEN- BZW. MENSCHENHANDELS: Analyse der Phasen der Rekrutierung, des Transports bzw. der Schleusung sowie der verschiedenen Anwerbemethoden.
5. HAUPTURSACHEN FÜR FRAUENHANDEL: Analyse der Ursachen durch Push-Faktoren in Herkunftsländern und Pull-Faktoren in Zielländern, wie Armut, Diskriminierung und Nachfrage.
6. SITUATION VOM FRAUENHANDEL BETROFFENER FRAUEN IN DEUTSCHLAND: Betrachtung der Lebens-, Arbeits- und gesundheitlichen Situation der Opfer sowie der speziellen Lage von Opferzeuginnen.
7. HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN ZUR BEKÄMPFUNG VON MENSCHEN- BZW. FRAUENHANDEL: Darstellung internationaler, europäischer und nationaler Strategien sowie Ansätze der Sozialen Arbeit am Beispiel der Fachstelle „contra“.
8. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Resümee der Ergebnisse und Forderungen für die zukünftige Bekämpfung des Frauenhandels.
Frauenhandel, Menschenhandel, Zwangsprostitution, Arbeitsausbeutung, Zwangsehe, Opferzeuginnen, Migrationsprozess, Pusch-Faktoren, Pull-Faktoren, Soziale Arbeit, Prävention, Menschenrechte, Datenerfassung, Dunkelziffer, Rechtsinstrumente.
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Frauenhandels in Europa, seine Ursachen, die Lebenssituation betroffener Frauen in Deutschland sowie bestehende Handlungsmöglichkeiten zu dessen Bekämpfung.
Zentrale Themen sind die Definition und Formen des Frauenhandels, die Rekrutierungsmethoden, die sozioökonomischen Ursachen (Push- und Pull-Faktoren) sowie die psychosoziale Belastung der Betroffenen und die Wirksamkeit staatlicher sowie nicht-staatlicher Interventionsstrategien.
Ziel ist es, einen fundierten Gesamtüberblick über das Phänomen Frauenhandel zu vermitteln und Wege aufzuzeigen, wie soziale Arbeit und rechtliche Rahmenbedingungen den Opferschutz verbessern können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien, Berichte von Organisationen (wie KOK, OSZE, UN) sowie gesetzlicher Texte, um die aktuelle Situation und Handlungsmöglichkeiten darzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung der Ursachen (Herkunfts- und Zielländer), die detaillierte Darstellung der Lebenssituation der betroffenen Frauen in Deutschland und eine Analyse der politischen und sozialen Maßnahmen zur Bekämpfung des Frauenhandels.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Menschenrechte, Zwangsprostitution, Opferhilfe, Migrationspolitik, Prekarität und interdisziplinäre Handlungsansätze charakterisiert.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Opferzeuginnen während ihrer Aufenthaltserlaubnis zur Zeugenaussage oft in prekären Lebensumständen leben, mit psychischen Traumata zu kämpfen haben und sich in einem zwiespältigen Abhängigkeitsverhältnis zu den Strafverfolgungsbehörden befinden.
„contra“ dient als Praxisbeispiel für soziale Arbeit im Kontext Frauenhandel, indem sie dezentrale, niederschwellige Beratung anbietet und sich aktiv für die Interessen und den Schutz betroffener Frauen einsetzt.
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