Diplomarbeit, 2008
113 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
2 ZUM INSTITUTIONENBEGRIFF
2.1 Entwicklung des Institutionenbegriffs in der Ökonomie
2.2 Entwicklung des Institutionenbegriffs in der Soziologie
2.3 Verknüpfung zu Webers Zweck- und Wertrationalität
3 ÖKONOMISCHE INSTITUTIONENTHEORIEN
3.1 Das Handlungsmodell des Homo oeconomicus
3.2 Zwischen Ökonomie und Soziologie: Habitualisierungsansatz
3.2.1 Veblen: Evolutorische Erklärung von Institutionen
3.2.2 Commons: Regulatorische Erklärung von Institutionen
3.3 Entsoziologisierung: Rational-Choice-Ansatz
3.3.1 Williamson: Transaktionskostenansatz
3.3.2 Spence: Prinzipal-Agenten-Ansatz
3.3.3 Coase: Verfügungsrechte-Ansatz
3.4 Rückbesinnung auf soziologische Elemente: Wirtschaftsgeschichte-Ansatz
3.5 Zusammenfassende Betrachtung
4 SOZIOLOGISCHE INSTITUTIONENTHEORIEN
4.1 Das Handlungsmodell des Homo sociologicus
4.2 Erklärung wertrationalen Handelns: Kultur-Ansatz
4.2.1 Parsons: Institutionen als Wertsystem
4.2.2 Berger/Luckmann: Institutionen als Realitätssystem
4.2.3 Neo-Institutionalismus in der Organisationssoziologie
4.3 Einbeziehung zweckrationalen Handelns: Rationalansatz
4.3.1 Blau: Austauschtheorie
4.3.2 Coleman: Rationale Sozialtheorie
4.3.3 Esser: Framing-Ansatz
4.4 Zwischen Ökonomie und Soziologie: Historischer Ansatz
4.4.1 Anwendung beider Handlungsmodelle
4.4.2 Pierson: Institutionelle Pfadabhängigkeit
4.5 Zusammenfassende Betrachtung
5 VERGLEICHENDE GEGENÜBERSTELLUNG INSTITUTIONENÖKONOMISCHER UND –SOZIOLOGISCHER ANSÄTZE
5.1 Inhaltliche Konkurrenz und Komplementarität
5.2 Methodologische Konkurrenz und Komplementarität
5.3 Zusammenfassende Betrachtung
6 EIGENE THEORIE: ZWECKRATIONALITÄT ALS KULTIVIERTE NORM
7 GRUNDLEGENDES ZU ANREIZSYSTEMEN
7.1 Überwindung des Motivationsproblems
7.2 Extrinsische und intrinsche Motivation
7.3 Konträre praktische Auswirkungen
8 MONETÄRE ANREIZSETZUNG
8.1 Zweckrationalität: Produktivitätssteigerung durch finanzielle Anreize
8.1.1 Prinzipal-Agenten-Ansatz
8.1.2 Transaktionskosten-Ansatz
8.2 Gefahren und Grenzen leistungsabhängiger Entlohnung
8.2.1 Beschränkung auf extrinsische Anreize
8.2.2 Einfache, ausführende Tätigkeiten
8.2.3 Sortierfunktion
9 NORMATIVE ANREIZSETZUNG
9.1 Wertrationalität: Erzielung eines einheitlichen Anstrengungsniveaus
9.1.1 Leistungsnormen, Gruppennormen
9.1.2 Unternehmenskultur
9.1.3 Überwachung, Sanktionierung
9.2 Gefahren und Grenzen normativer Anreizsetzung
9.2.1 Beschränkung auf intrinsische Anreize
9.2.2 Legitimation
9.2.3 Kontraproduktiver Gruppendruck
10 VERBINDUNG VON ANREIZMANAGEMENT UND NORMMANAGEMENT
11 SCHLUSSBEMERKUNGEN
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen theoretischen Vergleich zwischen ökonomischen und soziologischen Institutionentheorien anzustellen, um deren Erklärungskraft hinsichtlich effektiver betrieblicher Anreizsysteme zu prüfen. Die Forschungsfrage untersucht dabei, inwieweit sich die unterschiedlichen Ansätze der Disziplinen komplementär zueinander verhalten oder gegenseitig ausschließen, um daraus eine eigene Theorie zu entwickeln, die zweckrationales und wertrationales Handeln integriert.
3.1 Das Handlungsmodell des Homo oeconomicus
Das dem ökonomischen Institutionalismus zugrunde liegende Handlungsmodell konzipiert den Akteur als einen rational entscheidenden „homo oeconomicus“, der die folgenden Eigenheiten aufweist: er handelt und trifft Entscheidungen rational – bei gegebener Präferenzordnung, bei vollkommener Informiertheit und vollkommener Voraussicht – mit dem Ziel individueller Nutzenmaximierung. Jeder Akteur ist über alle Handlungsmöglichkeiten und Restriktionen vollständig informiert und orientiert sein Handeln ausschließlich an den eigenen Interessen.
Wie jedoch können die begrenzten Ressourcen auf die einzelnen nutzenmaximierenden Individuen verteilt werden? Hierfür entwickelt die Ökonomie das Modell des Tauschs auf Wettbewerbsmärkten, nach welchem die Allokation von Gütern „das Resultat frei vereinbarter Tauschbeziehungen zwischen zwei Tauschinteressenten [ist], die durch Konkurrenz- und Preismechanismus dezentral geregelt werden“ (Schmid, Maurer 2003: 14). Die unsichtbare Hand des Marktes führt zu einem Ausgleich von Angebot und Nachfrage, wobei zum einen Transaktionskosten völlig vernachlässigt werden und zum anderen die Existenz einer funktionierenden Eigentumsordnung als gegeben unterstellt wird (vgl. ebd.). Diese Interessenharmonie bei Transaktionen führt dazu, dass aus neoklassischer Sicht die institutionellen Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsablauf unerheblich sind. D.h., Institutionen gelten in der neoklassischen Handlungstheorie als mehr oder weniger gleichgültig oder zumindest neutral verankert.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik des Vergleichs ökonomischer und soziologischer Institutionentheorien sowie Zielsetzung und Aufbau der Diplomarbeit.
2 ZUM INSTITUTIONENBEGRIFF: Darlegung der Definitionen und der Entwicklung des Institutionenbegriffs in Ökonomie und Soziologie sowie dessen Übertragung auf Webers Rationalitätstypen.
3 ÖKONOMISCHE INSTITUTIONENTHEORIEN: Darstellung und Analyse des ökonomischen Handlungsmodells sowie verschiedener Ansätze wie dem Habitualisierungs-, Rational-Choice- und Wirtschaftsgeschichte-Ansatz.
4 SOZIOLOGISCHE INSTITUTIONENTHEORIEN: Betrachtung soziologischer Handlungsmodelle und Ansätze wie dem Kultur-Ansatz und dem Rational-Ansatz innerhalb der Soziologie.
5 VERGLEICHENDE GEGENÜBERSTELLUNG INSTITUTIONENÖKONOMISCHER UND –SOZIOLOGISCHER ANSÄTZE: Synthese der Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Theorien hinsichtlich Inhalt, Methode und Komplementarität.
6 EIGENE THEORIE: ZWECKRATIONALITÄT ALS KULTIVIERTE NORM: Entwurf einer eigenen Theorie, die zweckrationales und wertrationales Handeln in einem soziologischen Rahmen integriert.
7 GRUNDLEGENDES ZU ANREIZSYSTEMEN: Erläuterung der theoretischen Grundlagen von Anreizsystemen, insbesondere des Motivationsproblems und der Unterscheidung von extrinsischer und intrinsischer Motivation.
8 MONETÄRE ANREIZSETZUNG: Analyse ökonomischer Erklärungen für monetäre Anreize sowie Diskussion von Gefahren und Grenzen leistungsabhängiger Entlohnung.
9 NORMATIVE ANREIZSETZUNG: Untersuchung soziologischer Aspekte wie Leistungsnormen, Unternehmenskultur und Überwachung bei der Gestaltung von Anreizen.
10 VERBINDUNG VON ANREIZMANAGEMENT UND NORMMANAGEMENT: Zusammenführung der Erkenntnisse zu einem integrierten Modell für Unternehmen.
11 SCHLUSSBEMERKUNGEN: Fazit der Arbeit und Reflexion über die Erklärungskraft der untersuchten Theorien.
Institutionentheorien, Ökonomie, Soziologie, Anreizsysteme, Homo oeconomicus, Homo sociologicus, Zweckrationalität, Wertrationalität, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Rational-Choice, Institutioneller Wandel, Unternehmenskultur, Leistungsabhängige Entlohnung, Soziale Normen
Die Arbeit führt einen theoretischen Vergleich zwischen ökonomischen und soziologischen Institutionentheorien durch, um deren Anwendung auf betriebliche Anreizsysteme zu analysieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der Gegenüberstellung von Institutionenbegriffen, Handlungsmodellen wie dem Homo oeconomicus und Homo sociologicus sowie der effektiven Gestaltung von Anreizsystemen unter Berücksichtigung sowohl finanzieller als auch sozialer Faktoren.
Das primäre Ziel ist es, Unterschiede zwischen den Disziplinen herauszuarbeiten und zu prüfen, inwieweit diese komplementär genutzt werden können, um eine eigene Theorie zu entwerfen, die beide Rationalitätskonzepte (Zweck- und Wertrationalität) integriert.
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Gegenüberstellung, Literaturanalyse und die Integration unterschiedlicher soziologischer und ökonomischer Paradigmen, ergänzt durch Fallbeispiele aus der Unternehmenspraxis.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Gegenüberstellung der Disziplinen und einen praktischen Anwendungsteil, der untersucht, wie monetäre und normative Anreize in Unternehmen wirken und kombiniert werden können.
Wichtige Begriffe sind Institutionentheorien, Homo oeconomicus/sociologicus, Zweck- und Wertrationalität, Motivation, Anreizsysteme, Unternehmenskultur und soziale Normen.
Die Arbeit erkennt zwar die Bedeutung dieses Modells für die Ökonomie an, identifiziert jedoch dessen Grenzen bei der Erklärung von realem Verhalten und betont die Notwendigkeit einer Ergänzung durch soziologische Erkenntnisse.
Die Unternehmenskultur dient als normativer Rahmen, der durch gemeinsame Werte und Identitätsstiftung die Motivation der Mitarbeiter beeinflussen kann und somit ein wichtiges Instrument neben rein monetären Anreizen darstellt.
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