Diplomarbeit, 2008
122 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Definition der relevanten Begriffe
3 „Das macht man nicht, das geht so nicht“ – Das abweichende Verhalten
3.1 Soziale Kontrolle
4 Kinder- und Jugendgewalt: Mögliche Entstehungsgründe
4.1 Die Entstehung von Gewalt
4.2 Wann wird aus jugendlichem Leichtsinn abweichendes Verhalten?
4.3 Sozialisatorische Bedingungen
4.3.1 Sozialisation allgemein
4.3.2 Sozialisation von Immigranten
4.3.2.1 Verweigerte Integration? Die Bildung von Subkulturen und Parallelgesellschaften
4.3.2.2 Werden Kinder von Migranten häufiger straffällig als deutsche Minderjährige?
4.3.3 Typisch Junge, typisch Mädchen – Geschlechtsspezifische Gewalt
4.4 Resümee
5 Prävention
5.1 Präventionsebenen
5.2 Die Jugendhilfe
5.2.1 Wieso gibt es kein allgemeines, national gültgiges Programm zur Gewaltprävention?
5.3 Lokale Gewalt- und Kriminalitätsprävention in Berlin
5.3.1 Die Landeskommission Berlin gegen Gewalt
5.3.2 Das Programm soziale Stadt
5.3.3 Systematische Prävention
5.3.4 Kiezorientierte Prävention
5.3.4.1 Ebenen der kiezorientierten Prävention
5.3.5 Resümee
6 Die drei Untersuchungsgebiete
6.1 Zahlen und Fakten
6.2 Kriminalitätsbelastung in den einzelnen Bezirken
6.3 Tatverdächtige unter 21 Jahre
6.3.1 Weibliche und nicht strafmündige Tatverdächtige
6.4 Resümee
7 Anlage der Untersuchung
7.1 Aufsuchende und hinausreichende Jugendarbeit
7.2 Die drei Untersuchungsprojekte
7.2.1 Outreach – Mobile Jugendarbeit in Neukölln
7.2.2 Kiezworker in Kreuzberg
7.2.3 Gangway e.V. – Streetwork in Wedding
7.2.4 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
7.3 Zielsetzung und Fragestellung der Untersuchung
7.4 Methodik
7.4.1 Das Experteninterview
7.4.2 Betriebswissen und Kontextwissen
7.4.3 Leitfadengestaltung
7.4.4 Wer ist ein Experte? – Auswahl der Interviewpartner
7.4.4.1 Wer wurde interviewt?
7.4.5 Auswertungsstrategie
7.4.6 Die verwendeten Hauptkategorien
7.4.7 Anonymisierung der befragten Personen
8 Darstellung der Untersuchungsergebnisse
8.1 Bestehende Probleme mit Kinder- und Jugendgewalt im Kiez
8.1.1 Die Formen der Gewalt und das Alter der Opfer
8.1.2 Veränderungen
8.1.3 Ursachen und Ziele der Gewalt
8.1.4 Das von den Medien propagierte Bild der Bezirke – Realtiät oder Phantasie?
8.1.5 Resümee
8.2 Projektkonzeption
8.2.1 Flexibilität der Arbeitsabläufe
8.2.2 Wahrnehmung der eigenen Rolle
8.2.3 Ziele der Befragten
8.2.4 Resümee
8.3 Die Arbeitsweise
8.3.1 Der Umgang mit tätlichen Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen
8.3.1.1 Die Kommunikation von Gewalt und das Angebot alternativer Konfliktlösungsstrategien
8.3.2 Einbezug des Umfeldes
8.3.3 Problematik
8.3.4 Das propagierte Bild in den Medien – Hilfestellung oder Hindernis?
8.3.5 Resümee
8.4 Vernetzung und Kooperation
8.4.1 Sozialräumliche Vernetzung
8.4.2 Kooperationsprojekte
8.4.3 Kooperationspartner Polizei und Schulen
8.4.4 Die Rolle der Landeskommission Berlin gegen Gewalt
8.4.5 Resümee
8.5 Individuelle und subjektive Erfolge
8.5.1 Resümee
8.6 Optimierungsbedarf
8.6.1 Finanzierung
8.6.2 Öffentliche Wahrnehmung
8.6.3 Das Alter der Zielgruppen
8.6.4 Verbesserung der Kiezstrukturen und Investitionen in Bildung
8.6.5 Resümee
9 Fazit und Diskussion der Ergebnisse im Kontext der theoretischen Überlegungen
9.1 Bestehende Bedarfe
9.1.1 Die Rolle der Eltern
9.1.2 Beschäftigungsmöglichkeiten
9.1.3 Bildungsfördernde Maßnahmen
9.1.4 Wiedererlangung der Fähigkeit zur Abschätzung möglicher Handlungskompetenzen
9.2 Möglichkeiten zur flexiblen Reaktion auf Bedarfsveränderungen
10 Handlungsempfehlungen für die einzelnen Projekte, sowie für die Präventionsarbeit allgemein
11 Schlussbetrachtung und kritische Reflexion
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob Einrichtungen der kiezorientierten Prävention ihre Maßnahmen und Angebote effektiv auf die bestehenden Probleme mit Kinder- und Jugendgewalt in den Berliner Bezirken Kreuzberg, Neukölln und Wedding abstimmen und ob sie flexibel auf sich verändernde Bedarfe reagieren können. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Passgenauigkeit der pädagogischen Interventionen sowie die Fähigkeit zur flexiblen Anpassung an die Lebenswelten der betroffenen Jugendlichen.
4 Kinder- und Jugendgewalt: Mögliche Entstehungsgründe
Über die Genese von Gewalt gibt es zahlreiche Untersuchungen und Vermutungen. Durch die Medien wird uns der Eindruck vermittelt, heutige Kinder und Jugendliche seien respektloser und gewaltbereiter als vorherige Kohorten. Hier darf nicht vorschnell geurteilt werden, denn ob dies daran liegt, dass uns durch die mediale Entwicklung mehr solcher Nachrichten erreichen oder ob es tatsächlich häufiger zu Gewaltdelikten von Kindern und Jugendlichen kommt ist, wenn überhaupt, nur schwer nachweisbar.
Körperverletzung, Diebstahl, Sachbeschädigung, all das fällt in den Bereich der Kriminalität und somit in die Zuständigkeit von Polizei und Justiz, sofern es Erwachsene betrifft. Bei Kindern und Jugendlichen heißt dasselbe Treiben Kinder-/Jugendgewalt und löst bei den Erwachsenen meist Erschrecken aus, das „alleine dem Umstand [geschuldet ist], dass sich Unmündige, noch nicht mit der Weihe gesellschaftlicher Reife, Verkehrs- und Strafmündigkeit ausgezeichnete Wesen in einer Weise aufführen, die bei ihnen noch nicht erwartet werden kann.“
Im Erwachsenenalter sind die Rollen bei einer Straftat meist klar verteilt, eine Person oder Gruppe ist der Täter, eine das Opfer. Bei Kindern und Jugendlichen ist häufig beides der Fall. Ein zuvor geschädigter bedient sich oft selbst der Gewalt, um zu demonstrieren, dass er nun nicht mehr so leicht angreifbar ist, sich zur Wehr setzen kann. Sehr häufig kommt es zu Vergeltungsakten, bei denen die zuvor geschädigte Person ihrerseits nun den vorherigen Täter schädigt, so dass die Rollen vertauscht werden.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die öffentliche Relevanz von Kinder- und Jugendgewalt, die mediale Berichterstattung sowie die Zielsetzung der Arbeit, die Interventionsmöglichkeiten in den Berliner Problembezirken zu untersuchen.
2 Definition der relevanten Begriffe: In diesem Kapitel werden zentrale Termini wie Gewalt, Devianz, Delinquenz sowie der Begriff Kiez und das Konzept der Prävention im Kontext der Arbeit definiert und eingegrenzt.
3 „Das macht man nicht, das geht so nicht“ – Das abweichende Verhalten: Das Kapitel erläutert die gesellschaftliche Konstruktion von Normen und Abweichungen und betont die grundlegende Rolle der sozialen Kontrolle für das Gleichgewicht in einer Gruppe oder Gesellschaft.
4 Kinder- und Jugendgewalt: Mögliche Entstehungsgründe: Hier werden Ursachen für Gewalt bei Minderjährigen analysiert, darunter sozialisatorische Bedingungen, Wohnsituationen, Peer-Group-Einflüsse sowie geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Gewaltanwendung.
5 Prävention: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Prinzip und die Ebenen der Prävention in Deutschland, die Struktur der Jugendhilfe sowie die spezifische Ausgestaltung lokaler Präventionsarbeit in Berlin.
6 Die drei Untersuchungsgebiete: Das Kapitel bietet eine statistische Bestandsaufnahme der drei Bezirke Kreuzberg, Neukölln und Wedding hinsichtlich Demografie, Kriminalitätsbelastung und spezifischer Deliktzahlen von Jugendlichen.
7 Anlage der Untersuchung: Hier wird der methodische Ansatz der Studie, basierend auf Experteninterviews mit Projektmitarbeitern und Jugendamtsmitarbeitern, beschrieben sowie die untersuchten Projekte Outreach, Kiezworker und Gangway vorgestellt.
8 Darstellung der Untersuchungsergebnisse: Das Kapitel präsentiert die zentralen Befunde der Experteninterviews, unterteilt in Themenbereiche wie Problemanalyse, Projektkonzeption, Arbeitsweise, Vernetzung und subjektive Erfolge der Präventionsarbeit.
9 Fazit und Diskussion der Ergebnisse im Kontext der theoretischen Überlegungen: Die Ergebnisse werden kritisch diskutiert, Bedarfe abgeglichen und in Bezug auf die Wirksamkeit der pädagogischen Maßnahmen sowie die flexible Reaktion auf Bedarfsveränderungen reflektiert.
10 Handlungsempfehlungen für die einzelnen Projekte, sowie für die Präventionsarbeit allgemein: Das Abschlusskapitel formuliert praxisorientierte Empfehlungen zur Verbesserung der Finanzierung, Vernetzung und zielgruppenspezifischen Arbeit in der Prävention.
Kindergewalt, Jugendgewalt, Prävention, Kiezorientierte Prävention, Jugendhilfe, Berlin, Sozialisation, Abweichendes Verhalten, Soziale Kontrolle, Experteninterview, Streetwork, Integration, Jugendkriminalität, Migrationshintergrund, Bildungsförderung
Die Arbeit untersucht die kiezorientierte Prävention von Kinder- und Jugendgewalt in den Berliner Bezirken Kreuzberg, Neukölln und Wedding und analysiert, wie lokale Hilfsprojekte auf diese Herausforderungen reagieren.
Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachen von Jugendgewalt, den Arbeitsweisen verschiedener Präventionsprojekte, der Rolle des sozialen Umfelds sowie der Bedeutung von Vernetzung und Kooperation im Kiez.
Das Hauptziel ist zu ermitteln, ob die Angebote der Projekte hinreichend auf die lokalen Probleme abgestimmt sind und inwiefern die beteiligten Einrichtungen flexibel auf sich ändernde Bedarfe reagieren können.
Die Autorin verwendet eine qualitative Vorgehensweise und führt dazu leitfadengestützte Experteninterviews mit Mitarbeitern der untersuchten Projekte sowie mit Vertretern der zuständigen Jugendämter.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine statistische Beschreibung der Untersuchungsgebiete, die methodische Darstellung der Untersuchung sowie eine detaillierte Auswertung und Diskussion der gewonnenen empirischen Ergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Kiezorientierte Prävention, Jugenddelinquenz, Sozialraum, Soziale Kontrolle, Streetwork und Migrationshintergrund.
Die Einbindung ist in der Praxis schwierig, da viele Eltern aus den betroffenen Milieus Zeitmangel, Desinteresse oder Überforderung zeigen. Dennoch betrachten die Experten sie als essenziell für nachhaltige Erfolge.
Da sich die Pubertät bei Kindern oft früher bemerkbar macht, entsteht eine "Zwischengruppe", die für Kindereinrichtungen zu alt, für Jugendprojekte jedoch zu jung erscheint, was die Zuweisung zu geeigneten Angeboten erschwert.
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