Bachelorarbeit, 2018
93 Seiten, Note: 1,3
1. Kinderarmut
1.1 Absolute und relative Armut
1.1.1 Ressourcenansatz
1.1.2 Lebenslagenansatz
1.1.3 Definition des Begriffs Kinderarmut
1.2 Ursachen und Auswirkungen für in Armut lebenden Familien
1.2.1 Alleinerziehende und Mehrkinderhaushalte
1.2.2 Familien mit Migrationshintergrund
1.2.3 Bildungs- und Teilhabechancen
1.3 Folgen für in Armut lebende Familien
1.3.1 Materielle Situation
1.3.2 Gesundheit von Menschen die in Armut leben
1.3.3 Bildungschancen der Kinder
1.3.4 Familiäre Situation
1.4 Fazit
2. Fachliche Standards der Pädagogik
2.1 Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch
2.1.1 Lebensweltorientierung als Rahmenkonzept
2.1.2 Strukturmaximen
2.1.3 Handlungsmaxime der Sozialraumorientierung
2.2 Fazit
3. Die Präventionskette
3.1 Aufbau einer Präventionskette
3.1.1 Charakteristische Merkmale einer Präventionskette
3.1.2 Definition des Begriffs Präventionskette
3.2 Was braucht das Kind?
3.2.1 Umsetzung von Partizipation
3.2.2 Bestandsaufnahme von Angeboten
3.3 Herausforderungen und Chancen von Präventionsketten
3.3.1 Netzwerke
3.3.2 Koordination von Steuerungsgruppen
3.3.3 Bildung als Baustein der Präventionskette
3.4 Ziele der Präventionskette
3.4.1 Entwicklung eines Netzwerkes
3.4.2 Qualität sichern und weiterentwickeln
3.5 Fazit
4. Präventionsketten und Lebensweltorientierung
4.1. Präventionsketten und Grunddimensionen der Lebenswelt
4.2 Präventionskette in Kiel
4.2.1 Planen und Handeln
4.2.2 Maßnahmen der Armutsprävention
4.3 Fazit
5. Ausblick
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, das Konzept der Präventionsketten im Kontext von Kinderarmut zu untersuchen und aufzuzeigen, wie Kommunen dem Phänomen der Kinderarmut durch diesen Ansatz wirksam entgegenwirken können, mit speziellem Fokus auf die Stadt Kiel.
1.1.1 Ressourcenansatz
Der Ressourcenansatz geht bei der relativen Einkommensarmut wie auch beim Bezug von Transferleistungen davon aus, dass ein Mangel an ökonomischem und soziokulturellem Kapital vorliegt. Das Zusammenspiel dieser Kapitale definiert das Existenzminimum einer Person oder eines Haushalts in Bezug zur jeweiligen Referenzgesellschaft. Dies bedeutet, dass man es als Armut bezeichnen kann, wenn ein Mangel an ökonomischem Kapital sowie eine Einschränkung der soziokulturellen Teilhabe gegeben ist. Da das ökonomische Kapital den Vorteil der empirischen Überprüfbarkeit mitbringt, rückt beim Ressourcenansatz der Aspekt der soziokulturellen Teilhabe in den Hintergrund (vgl. Meier Et al. 2003, S.22f.; Zimmermann 2000, S.65).
Das heißt, dass bei der relativen Einkommensarmut das ökonomische Kapital einer Person oder eines Haushaltes überprüft werden. Dabei wird die Person oder der Haushalt als arm bezeichnet, deren oder dessen Äquivalenzeinkommen 60% oder weniger des Median-Äquivalenzeinkommens beträgt. Bezogen auf deutsche Haushalte bedeutet dies, dass jene Haushalte oder Personen in Armut leben, die Sozialhilfe beziehen, weil ihr Netto-Äquivalenzeinkommen überwiegend Einkommen aus Sozialhilfe nahe der 50%-Grenze liegt.
In Kiel „steigt die Zahl der sozialgeldberechtigten Kinder um 5,7 Prozent auf 8.773 Kinder unter 15 Jahre“ (Rassmus und Richter 2017, S.23).
1. Kinderarmut: Definition von Armut durch Abgrenzung von absoluter und relativer Armut sowie Analyse von Ursachen und Folgen für betroffene Familien.
2. Fachliche Standards der Pädagogik: Erörterung der Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch als zentralem Rahmenkonzept für die soziale Arbeit und Kinder- und Jugendhilfe.
3. Die Präventionskette: Detaillierte Darstellung des Aufbaus, der Ziele und Herausforderungen von Präventionsketten als kommunale Strategie zur Armutsprävention.
4. Präventionsketten und Lebensweltorientierung: Gegenüberstellung von Präventionsketten und den Grunddimensionen der Lebenswelt sowie die praktische Anwendung anhand des Beispiels der Stadt Kiel.
5. Ausblick: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und Reflexion der Möglichkeiten für Kommunen, Kindern durch Präventionsketten bessere Entwicklungschancen zu bieten.
Kinderarmut, Präventionsketten, Lebensweltorientierung, Sozialraumorientierung, Armutsprävention, Kommunale Jugendhilfe, Teilhabechancen, Partizipation, Netzwerkarbeit, Soziale Ungleichheit, Familienarmut, Kindheitspädagogik, Armutsforschung, Kiel, Prävention
Die Arbeit untersucht das Konzept der Präventionsketten und deren Anwendungsmöglichkeiten zur Prävention von Kinderarmut im kommunalen Kontext.
Die zentralen Themen sind die Definition von Kinderarmut, das pädagogische Konzept der Lebensweltorientierung und die praktischen Anforderungen an den Aufbau kommunaler Präventionsketten.
Die Forschungsfrage lautet: „Wie können die Kommunen mit dem Ansatz der Präventionsketten Kinderarmut entgegenwirken?“
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender Fachliteratur und Berichte, kombiniert mit einer Analyse kommunaler Strategien, insbesondere am Beispiel der Stadt Kiel.
Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Armut, die pädagogischen Grundlagen der Lebensweltorientierung, den strukturellen Aufbau von Präventionsketten sowie die praktische Umsetzung präventiver Maßnahmen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kinderarmut, Präventionskette, Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit und kommunale Strategien charakterisiert.
Die Lebensweltorientierung dient als theoretische Basis, die Fachkräfte dazu anleiten soll, Leistungen stärker an der individuellen Lebenssituation und dem Alltag von Kindern und Familien auszurichten.
Kiel dient als praktisches Fallbeispiel, da die Kommune mit ihren „Kieler Ansätzen zur Armutsprävention“ bereits konkrete Maßnahmen im Sinne des Präventionsketten-Ansatzes (z. B. Sprachförderung, Schulsozialarbeit) umsetzt.
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