Bachelorarbeit, 2022
45 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Übersicht nationaler und internationaler Ansätze
2.1 Innerdeutsche Entwicklung
2.1.1 Forschungsstand
2.1.1.1 Erziehungswissenschaftliche Perspektive
2.1.1.2 Didaktische Perspektive
2.1.2 Curriculare Verankerung
2.2 Internationale Entwicklung
2.2.1 Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur
2.2.2 International Holocaust Remembrance Alliance
2.2.3 Beispiel - Holocaust Education an Grundschulen der USA
3. Grundlegende praktische Überlegungen einer Umsetzung
3.1 Methodische Zugänge im Unterricht
3.2 Materialien für den Unterricht
3.3 Außerschulische Lernorte
4. Diskurs zum pädagogischen Prozess
4.1 Chancen
4.2 Herausforderungen
4.3 Grenzen
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, inwieweit es sinnvoll sein könnte, den Nationalsozialismus und Holocaust bereits im Sachunterricht der Grundschule im Zuge der historischen Perspektive aufzugreifen, und setzt sich kritisch mit den damit verbundenen Chancen, Herausforderungen und Grenzen auseinander.
1. Einleitung
„Kinder sind, [...] riesige Empfangsschüsseln, ausgerichtet auf ihre Eltern, auf uns Erwachsene. Und sie spüren Überdruß oder Gleichgültigkeit oder Entsetzen oder Pein, unsere Vibrationen.“
Stolpersteine und Gedenktafeln zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, Straßen die Namen von Gegnerinnen und Gegnern des NS-Regimes tragen, nationalsozialistische Symbole als Graffiti auf dem Spielplatz, Meldungen in den Nachrichten und Erzählungen in der Familie. Kinder nehmen ihre Lebensumwelt bewusst und sensibel wahr, wie das einleitende Zitat der Theologin Maria Jepsen verdeutlicht. Die kindliche Neugier, den Drang ihre Umwelt zu erkunden und Antworten auf Fragen zu bekommen, lässt sich allerdings nicht nur auf die positiven Dinge im Leben beschränken. Das Bestreben vieler Erwachsener, insbesondere Eltern, liegt darin ihre Kinder zu beschützen und von Grausamkeiten der Realität fernzuhalten. Doch die aufgeführten Beispiele zeigen, dass Kinder in keiner Parallelwelt leben, sondern ein aktiver Teil unseres Lebens und unserer Gesellschaft sind. Als Grausamkeit der vergangenen Realität kann die Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 gekennzeichnet werden, die das Leben vieler bis heute grundlegend veränderte. Der Begriff Holocaust, der definiert wird als „systematische Vernichtung ganzer Bevölkerungsgruppen während des Nationalsozialismus“, markiert ein dunkles Kapitel in der Geschichte Deutschlands. Auch 76 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gibt es in unserem Land kaum ein Thema das so derart politisch, gesellschaftlich und emotional aufgeladen ist, wie der Nationalsozialismus und Holocaust.
1. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die gesellschaftliche Relevanz des Themas für Kinder und erläutert die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Übersicht nationaler und internationaler Ansätze: Dieses Kapitel betrachtet die innerdeutsche Entwicklung der Erinnerungskultur, den Forschungsstand sowie internationale Ansätze der Holocaust Education.
3. Grundlegende praktische Überlegungen einer Umsetzung: Hier werden methodische Zugänge sowie geeignete Materialien und außerschulische Lernorte für den Unterricht diskutiert.
4. Diskurs zum pädagogischen Prozess: Dieses Kapitel erörtert detailliert die Chancen, Herausforderungen und Grenzen einer thematischen Einbindung in den Sachunterricht.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen und zieht Rückschlüsse auf notwendige pädagogische Handlungsoptionen für die Zukunft.
Sachunterricht, Nationalsozialismus, Holocaust, Grundschule, Erinnerungskultur, Holocaust Education, Historisches Lernen, Didaktik, Empathie, Grundschulpädagogik, Partizipation, Demokratieerziehung, Vorwissen, Gedenkstätten, Unterrichtspraxis.
Die Bachelorarbeit setzt sich mit der Thematik auseinander, ob und wie der Nationalsozialismus und der Holocaust bereits in der Grundschule im Fach Sachunterricht behandelt werden können.
Die Arbeit beleuchtet die historische Einordnung, internationale Erziehungsansätze, methodische Einsatzmöglichkeiten, curriculare Rahmenbedingungen sowie das Spannungsfeld zwischen kindlicher Lebenswelt und geschichtlicher Vermittlung.
Ziel ist es, die Chancen sowie Herausforderungen und Grenzen einer thematischen Einbindung im Sachunterricht anhand ausgewählter fachwissenschaftlicher Literatur kritisch gegenüberzustellen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse von erziehungswissenschaftlicher Literatur, empirischen Studien und curricularen Vorgaben basiert.
Im Hauptteil werden nationale und internationale Ansätze, methodische Möglichkeiten wie die Arbeit mit Biografien, der Einsatz von Materialien und außerschulischen Lernorten sowie die kontroverse Diskussion über den pädagogischen Prozess analysiert.
Die zentralen Begriffe sind Sachunterricht, Nationalsozialismus, Holocaust, Grundschule, Erinnerungskultur, Holocaust Education und Didaktik.
Unter Rückgriff auf die Studie von Alexandra Flügel wird dargelegt, dass Kinder über Kompetenzen verfügen, um intuitiv geeignete Wege zum Umgang mit komplexen Themen zu finden.
Die Haltung der Lehrkraft wird als eine maßgebliche Variable identifiziert, da Unsicherheiten oder Ängste der Lehrpersonen oft der Hauptgrund für eine Nicht-Thematisierung im Unterricht sind.
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