Diplomarbeit, 2006
122 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung und Fragestellung
2 Begriffsbestimmung, Untersuchungsgegenstand und zentrale rundfunkpolitische Herausforderungen
2.1 Medien- und Rundfunkpolitik: Definition und thematische Abgrenzung
2.2 Das duale Rundfunksystem
2.2.1 Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
2.2.2 Privater Rundfunk
2.3 Aktuelle Prämissen der Rundfunkpolitik
2.3.1 Digitalisierung und Konvergenz der Medien
2.3.2 Ökonomisierung
3 Theoretische Zugänge zur Medien- und Rundfunkpolitik
3.1 Historisches Denkmuster
3.2 Juristisches Denkmuster
3.3 Ökonomisches Denkmuster
3.4 Sozialwissenschaftliches Denkmuster: Theoretische Zugänge zur Medienpolitik
3.4.1 Medien als soziales System
3.4.2 Medienpolitik als staatlich-hierarchische Maßnahme
3.4.3 Medienpolitik als Policy-Netzwerk
3.5 Zwischenfazit
4 Theoretischer Ansatz: Rundfunkpolitik aus akteursorientierter und institutioneller Sicht
4.1 Neo-Institutionalismus
4.2 Der Ansatz des akteurszentrierten Institutionalismus
4.2.1 Allgemeine Annahmen und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit anderen neo-institutionalistischen Ansätzen
4.2.2 Institutioneller Kontext
4.2.3 Akteure und Handlungsorientierungen
4.2.4 Akteurskonstellationen und Interaktionsformen
4.2.5 Das Problem der Komplexität
4.3 Rundfunkpolitisches Analysemodell
5 Institutioneller Kontext der Rundfunkpolitik in Deutschland und Europa
5.1 Das duale Rundfunksystem: Rundfunkregulierung auf nationaler Ebene
5.1.1 Schlaglichter der Rundfunkgeschichte in Deutschland: Pfadabhängigkeit und Dynamik
5.1.2 Normativ-kognitive Grundlagen: Wertorientierung und Medienbild
5.1.3 Politisch-institutioneller Rahmen deutscher Rundfunkpolitik
5.1.3.1 Verfassungsrechtliche Prinzipien und Kommunikationsfreiheiten
5.1.3.2 Föderalismus als prägendes Prinzip
5.1.3.3 Rundfunkregulierung: Organisationssteuerung mittels rechtlicher Instrumente
5.2 Rundfunkpolitik auf europäischer Ebene
5.2.1 Die Entwicklung europäischer Rundfunkpolitik
5.2.2 Normativ-kognitive Grundlagen
5.2.3 Politisch-institutioneller Rahmen europäischer Rundfunkpolitik
5.2.3.1 Primärrechtliche Grundlagen
5.2.3.2 Ordnungsrahmen/ Institutionengefüge europäischer Rundfunkpolitik
5.2.3.3 Rundfunkregulierung auf europäischer Ebene
6 Rundfunkpolitik im europäischen Mehrebenensystem
6.1 Europäisches Mehrebenensystem bzw. Multi-Level-Governance
6.2 Akteure, Ressourcen und Handlungsorientierungen
6.2.1 Politisch-administrative Akteure
6.2.1.1 Länderebene
6.2.1.1.1 Landesregierungen und Landesparlamente
6.2.1.1.2 Rundfunkaufsicht und Regulierungsbehörden
6.2.1.2 Bundesebene
6.2.1.2.1 Bundesregierung und Bundestag
6.2.1.2.2 Das Bundesverfassungsgericht
6.2.1.3 Gemeinschaftliche Ebene
6.2.1.3.1 Europäische Kommission
6.2.1.3.2 Europäisches Parlament
6.2.1.3.3 Europäischer Gerichtshof
6.2.1.4 Aufgabenspezifische Akteure
6.2.2 Intermediäre und gesellschaftliche Akteure
6.2.2.1 Parteien
6.2.2.2 Gesellschaftliche Akteure
6.2.3 Ökonomische bzw. unmittelbar interessierte Akteure
6.2.3.1 Öffentlich-rechtliche Rundfunkanbieter
6.2.3.2 Privat-kommerzielle Rundfunkanbieter
6.2.3.3 Neue Akteure
6.3 Interaktionsformen und Akteurskonstellationen in der Rundfunkpolitik
6.3.1 Hierarchische Steuerung und negative Integration
6.3.2 Verhandlungen und Politikverflechtung
6.3.2.1 Formen der Politikverflechtung auf intra-nationaler Ebene
6.3.2.2 Formen der Politikverflechtung auf supranationaler Ebene
6.3.3 Rundfunkpolitik in der Politikverflechtungsfalle?
7 Perspektiven des dualen Rundfunksystems im Kontext einer europäisierten Rundfunkpolitik
7.1 Europäisierung – Rückwirkungen auf die nationalen Ebenen und Arenen
7.2 Anpassungsdruck und Wandel im dualen Rundfunksystem
7.3 Fallbeispiel: Rundfunkgebühren
8 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht aus einer politikwissenschaftlichen Perspektive, wie das duale Rundfunksystem in Deutschland auf die Herausforderungen des medialen Strukturwandels, wie Digitalisierung und Ökonomisierung, reagiert hat und unter welchen Bedingungen im Kontext einer europäischen Rundfunkpolitik Anpassungen bei Akteuren und Institutionen erfolgen können.
2.3.1 Digitalisierung und Konvergenz der Medien
Die Diskussion über die Digitalisierung der Medien und die Folgen der so genannten Konvergenz beeinflusst die medienpolitische Debatte etwa seit Mitte der 1990er Jahre, als die technischen Möglichkeiten erstmals für ein breiteres Publikum erfahrbar und ihre Entwicklungschancen absehbar wurden. Mit Digitalisierung ist die Kodierung binärer Zeichen gemeint, die technisch zu einer Erweiterung der Übertragungskapazitäten führt. Vorhandene Übertragungswege und Frequenzen können im Vergleich zur analogen Form dank den Möglichkeiten der Datenkompression für eine vielfache Anzahl von digitalen Programmen genutzt werden. Vor allem aber führt die digitale Übertragung dazu, dass unterschiedliche Inhalte und Dienste aufgrund ihrer einheitlichen – digitalen – Form über mehrere Vermittlungswege dargeboten werden können, die vorher voneinander getrennt waren. Bilder, Töne, Texte und ihre Kombinationen, also alle Formen medialer Daten können unabhängig vom Übertragungsweg (z.B. Satellit, Kabel, Terrestrik, aber auch Telefon- und Breitbandnetze) auf verschiedenen Endgeräten wie Fernseher, Computer, Mobiltelefon etc. genutzt werden. Darüber hinaus ist damit ein immenser Kostenvorteil gegenüber analoger Produktion verbunden, d.h. mediale Informationen können für einen Bruchteil der Kosten verarbeitet und verbreitet werden.
Diese Entwicklungen und ihre medienpolitischen Folgen wurden erstmals von der EU-Kommission im „Grünbuch zur Konvergenz der Branchen Telekommunikation, Medien und Informationstechnologie“ in der politischen Debatte thematisiert. Den seither gebräuchlichen Begriff Konvergenz definierte das Grünbuch als „Fähigkeit verschiedener Netzplattformen, ähnliche Arten von Diensten zu übermitteln, oder die Verschmelzung von Endgeräten wie Telefon, Fernseher und PC“. Verbunden mit der Frage nach der Notwendigkeit einer Konvergenz der Regulierung lassen sich drei Ebenen der Konvergenz unterscheiden, die technische Konvergenz, die Konvergenz der Angebote und die Konvergenz im Nutzungsverhalten.
1 Einleitung und Fragestellung: Die Arbeit thematisiert den Umbruch der Rundfunklandschaft durch Digitalisierung und Ökonomisierung und formuliert die forschungsleitende Frage nach der Reaktionsform und den Bedingungen für institutionelle Anpassungen im dualen System.
2 Begriffsbestimmung, Untersuchungsgegenstand und zentrale rundfunkpolitische Herausforderungen: Es erfolgt eine definitorische Abgrenzung von Medien- und Rundfunkpolitik sowie eine Analyse der aktuellen Herausforderungen durch Digitalisierung, Konvergenz und Ökonomisierung.
3 Theoretische Zugänge zur Medien- und Rundfunkpolitik: Dieses Kapitel erörtert verschiedene theoretische Denkmuster (historisch, juristisch, ökonomisch, sozialwissenschaftlich) zur Analyse medienpolitischer Fragestellungen.
4 Theoretischer Ansatz: Rundfunkpolitik aus akteursorientierter und institutioneller Sicht: Unter Rückgriff auf den akteurszentrierten Institutionalismus wird ein forschungsleitendes Analysemodell für die Betrachtung der institutionellen Strukturen und Akteure entwickelt.
5 Institutioneller Kontext der Rundfunkpolitik in Deutschland und Europa: Das Kapitel beschreibt die institutionellen Rahmenbedingungen auf nationaler und europäischer Ebene, inklusive der historischen Pfadabhängigkeiten und der normativ-kognitiven Grundlagen.
6 Rundfunkpolitik im europäischen Mehrebenensystem: Die Analyse der Akteure, Ressourcen und Interaktionsformen zeigt die Verflechtung der verschiedenen Ebenen auf und diskutiert das Handeln innerhalb von Policy-Netzwerken.
7 Perspektiven des dualen Rundfunksystems im Kontext einer europäisierten Rundfunkpolitik: Hier werden die Formen von Anpassungsdruck und institutionellem Wandel im dualen System infolge der Europäisierung sowie anhand eines Fallbeispiels zu Rundfunkgebühren diskutiert.
8 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit resümiert die Dynamik der Herausforderungen und reflektiert über zukünftige Möglichkeiten einer integrierten Rundfunkregulierung in Europa.
Rundfunkpolitik, Duales Rundfunksystem, Digitalisierung, Konvergenz, Ökonomisierung, Europäisierung, Institutioneller Wandel, Policy-Netzwerk, Mehrebenensystem, Rundfunkgebühren, Medienkonzentration, Regulierungsstaat, Akteurszentrierter Institutionalismus, Medienordnung, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk.
Die Diplomarbeit untersucht die medienpolitischen Perspektiven des dualen Rundfunksystems in Deutschland unter dem Einfluss von Strukturwandel und zunehmender Europäisierung.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Digitalisierung, Medienkonvergenz und Ökonomisierung sowie die Funktionsweise des deutschen Rundfunksystems innerhalb des europäischen Mehrebenensystems.
Das Ziel ist es, aus einer politikwissenschaftlichen Perspektive zu analysieren, wie das duale System auf den medialen Strukturwandel reagiert und unter welchen Bedingungen Anpassungen bei Akteuren und Institutionen stattfinden können.
Der Autor nutzt Ansätze des Neo-Institutionalismus, insbesondere den akteurszentrierten Institutionalismus von Fritz W. Scharpf, um ein forschungsleitendes Analysemodell zu entwickeln.
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Fundierung, der Beschreibung des institutionellen Kontexts auf nationaler und europäischer Ebene sowie der detaillierten Analyse von Akteuren und Interaktionsformen im europäischen Mehrebenensystem.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Rundfunkpolitik, duales Rundfunksystem, Konvergenz, Ökonomisierung, Politikverflechtung und Mehrebenensystem charakterisieren.
Das Bundesverfassungsgericht wird als zentraler Akteur und "Vetospieler" identifiziert, dessen Rechtsprechung die medienpolitischen Strukturen stark prägt, aber gleichzeitig durch die europäische Integration unter Druck gerät.
Die Europäisierung führt zu einer zunehmenden Verflechtung und schränkt die Handlungsautonomie des Nationalstaats ein, was insbesondere in Bezug auf wettbewerbsrechtliche Eingriffe der EU-Kommission deutlich wird.
Das Fallbeispiel verdeutlicht die Interdependenzen zwischen nationaler und europäischer Politik sowie die Schwierigkeiten einer grundlegenden Strukturreform innerhalb eines durch Konsenszwänge geprägten Föderalismus.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

