Bachelorarbeit, 2020
34 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Grundlagen der Anerkennung und des Bösen
2.1 Anerkennungsmodelle
2.1.1 Honneth
2.1.2 Charles Taylor
2.2 Das Böse im philosophischen Diskurs
2.2.1 Rousseau
2.2.2 Susan Neiman
3 Anerkennungsmodelle in den Werken
3.1 Anerkennung als Teil der Identitätsgewähr
3.2 Anerkennung durch Gleichheit vor dem Gesetz
3.3 Anerkennung durch Liebesbeziehungen
3.4 Anerkennung durch Solidarität
4 Das Böse in den Werken
4.1 Formen des Bösen in den Charakteren
4.1.1 Franz und Spiegelberg
4.1.2 Christian und Karl
4.1.3 Franz und Christian
4.1.4 Karl und Franz
4.2 Das Böse als Resultat fehlender Anerkennung
4.3 Das Böse im Kampf um Anerkennung
5 Resultat
Die Arbeit untersucht, inwiefern fehlende Anerkennung als Einflussfaktor für die Entstehung bösartiger Handlungen bei literarischen Figuren in Schillers Werken „Die Räuber“ und „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ fungiert. Das primäre Ziel ist es, durch eine Motivanalyse aufzuzeigen, dass bösartiges Verhalten nicht angeboren ist, sondern häufig als Reaktion auf gesellschaftliche Isolationserfahrungen und verwehrtes Bedürfnis nach Wertschätzung resultiert.
Anerkennung als Teil der Identitätsgewähr
Charles Taylor, als auch Axel Honneth vertreten die Auffassung, dass Anerkennung und Verkennung die Identität formen.30 Nach Honneth führt das Ausbleiben der Anerkennung anderer zum Verlust des subjektiven Selbstverständnisses.31 Sowohl Christian Wolf als auch Franz Moor wurde ab ihrer Geburt ein herabwürdigendes Bild ihrer selbst zurückgespiegelt. Durch die Verkennung ihrer inneren Werte erlitten beide Charaktere eine Deformation, die sie im Laufe des Werks mit verschiedenen Taten zu kompensieren versuchen. Da die Entwicklung der Identität laut Taylor sowohl von anderen, als auch von der Person selbst abhängig ist, kompensieren sowohl Christian Wolf als auch Franz Moor und Spiegelberg die fehlende Anerkennung von außen mit einem unrealistisch positiven Selbstbild.32 Da der Mensch jedoch nicht dazu in der Lage ist, sein Selbst vollständig aus eigenen Mitteln zu entwickeln, kämpfen alle behandelten Figuren bis zum Schluss um die Anerkennung ihres Umfelds und um die Bestätigung ihres Selbstbilds.33
Christian versucht zunächst, durch ehrliche Taten die Achtung seiner Mitmenschen zu erlangen und ein Teil der Gemeinschaft zu werden. Durch sein positives Selbstbild kann er sich zu Beginn keineswegs mit den Verbrechern im Gefängnis identifizieren und hält auch nach zwei harten Gefängnisstrafen an seinen Werten fest.34 Auf seine Bemühungen folgt jedoch nur die Distanz und die Abscheu seiner Mitmenschen. Diese Verkennung treibt ihn zunächst noch dazu an, die Bürger von sich zu überzeugen und von ihnen als der Mann anerkannt zu werden, den er selbst in sich sieht. „Er wollte ertrotzen, was ihm verweigert war; weil er mißfiel, setzte er sich vor, zu gefallen.“35 Als er in diesem Versuch jedoch immer wieder scheitert, handelt er schließlich gegen seine inneren Wertvorstellungen und verliert dadurch, ebenso wie Karl Moor, seine Selbstachtung.
1 Einleitung: Beschreibt die Zielsetzung der Arbeit, die Auswirkungen fehlender Anerkennung auf das menschliche Handeln in Schillers Werken zu untersuchen.
2 Grundlagen der Anerkennung und des Bösen: Erläutert theoretische Modelle von Honneth und Taylor sowie philosophische Sichtweisen auf das Böse von Rousseau und Neiman.
3 Anerkennungsmodelle in den Werken: Verschränkt die theoretischen Modelle mit den literarischen Handlungen der Figuren im Hinblick auf Identität, Recht, Liebe und Solidarität.
4 Das Böse in den Werken: Analysiert detailliert die verschiedenen Formen des Bösen und die Ursachen fehlender Anerkennung als Treiber für unmoralisches Handeln der Charaktere.
5 Resultat: Führt die Analyseergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass fehlende Anerkennung signifikante Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden und die Charakterbildung hat.
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Die Arbeit untersucht, wie fehlende Anerkennung die Persönlichkeitsentwicklung und das Verhalten von Protagonisten in Schillers Werken beeinflusst und ob dies zu unmoralischem Handeln führen kann.
Die Arbeit fokussiert sich auf anerkennungstheoretische Modelle, die philosophische Dimension des Bösen sowie die psychologische Analyse von Identität und Selbstwertgefühl.
Es soll nachgewiesen werden, dass der Mensch nicht von Natur aus böse ist, sondern dass soziale Ausgrenzung und die Verweigerung von Anerkennung wesentliche Faktoren für die Entstehung von negativen Taten sind.
Es wird eine Motivanalyse unter anerkennungstheoretischen Gesichtspunkten durchgeführt, welche die literarischen Vorgänge mit philosophischen Konzepten in Beziehung setzt.
Der Hauptteil analysiert die spezifischen Lebensumstände der Figuren Karl Moor, Franz Moor und Christian Wolf und vergleicht diese mit den Theorien von Autoren wie Honneth, Taylor, Rousseau und Neiman.
Zu den zentralen Begriffen zählen Anerkennung, Identitätsentwicklung, das Böse, Motivforschung, moralisches Handeln und gesellschaftliche Ausgrenzung.
Die fehlende Anerkennung durch den Vater wird bei den Moor-Brüdern und Christian Wolf als zentraler Auslöser für eine Deformation des Selbstbildes und die spätere Flucht in Rachegedanken oder Kriminalität identifiziert.
Dies resultiert aus der Internalisierung der gesellschaftlichen oder familiären Ablehnung; durch das Fehlen positiver Spiegelung entwickeln die Figuren ein negatives Selbstbild, das sie durch kriminelles Handeln zu kompensieren versuchen.
Der Selbstmord wird als Konsequenz der Erkenntnis gedeutet, dass die Figuren ihre moralischen Grundsätze zugunsten ihrer Taten verloren haben, was zu einem unlösbaren Identitätskonflikt führt.
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