Bachelorarbeit, 2020
32 Seiten, Note: 1
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1 Einleitung
2 Moralischer und rechtlicher Status von Tieren
2.1 Haben Tiere einen Rechtsanspruch?
2.1.1 Befürwortung nach Tom Regan
2.1.2 Gegenspruch nach Carl Cohan
2.2 Das österreichische Tierschutzrecht
2.2.1 Auswirkungen der Rechtsvorschriften auf die Massentierhaltung
3 Massentierhaltung in Europa und Österreich
3.1.1 Gründe für die Massentierhaltung
3.2 Charakteristika und Probleme der Massentierhaltung in Österreich
3.2.1 Schweine in der Massentierhaltung
3.2.2 Hühner in der Massentierhaltung
3.2.3 Rinder in der Massentierhaltung
3.3 Tierschutzforderungen
3.3.1 Tierschutz und Menschenwürde nach Robert Spaemann
4 Die Massentierhaltung aus philosophisch-ethischer Sicht
4.1 Normative Betrachtung: Immanuel Kant
4.1.1 Gegenargumente
4.2 Utilitarismus: Jeremy Bentham und Peter Singer
4.2.1 Gegenargument
4.3 Mitleidsethik: Arthur Schopenhauer und Ursula Wolf
4.3.1 Gegenargumente
5 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht kritisch die ethische und rechtliche Vertretbarkeit der Massentierhaltung in Österreich. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die industrielle Tiernutzung nicht nur für Tiere, Menschen und Umwelt schädlich ist, sondern aus Sicht bedeutender philosophischer Strömungen ethisch nicht gerechtfertigt werden kann und gesetzlich stärker reguliert bzw. verboten werden sollte.
3.2.1.1 Probleme bei der Schweinehaltung
In Österreich sind die Tierhaltungsstandards für 95 % der Schweine aus Sicht einer tiergerechten Haltung nicht ausreichend und in Hinblick auf das Tierwohl nicht zufriedenstellend, da sie lediglich den EU-Richtlinien entsprechen. Schweine sind grundsätzlich neugierige und verspielte Tiere, deren Intelligenz jener von Hunden gleicht. In der Massentierhaltung stehen oft 5000 Schweine, dicht aneinandergereiht auf vollperforierten Betonspaltenböden. Einem etwa 110 kg schweren Schwein stehen lediglich 0,7m² zur Verfügung, was bedeutend zu wenig ist. In der minimalistischen Stallausstattung sind weder Einstreu noch Beschäftigungsmöglichkeiten vorhanden. Es gibt keine Auslaufsysteme und auch eigene Liegeflächen fehlen. Die Tiere stehen oft so nah aneinandergedrängt, dass nicht einmal minimalste Bewegungen möglich sind. Dadurch entwickeln die Tiere oft Verhaltensstörungen, Lungenentzündungen und Aggressionen. Ein Beispiel hierfür ist, dass junge Mastschweine, durch die fehlenden Beschäftigungsmöglichkeiten, zum Kannibalismus neigen. Sobald sich einer ihrer Artgenossen verletzt, kommt es häufig vor, dass das verwundete Tier aufgefressen wird. In Zusammenhang mit dem ungeeigneten Boden, der Besatzdichte und dem geringen Beschäftigungsangebot steht auch das Kopieren der Schwänze. Darunter versteht man eine Verhaltensstörung des Schweins, durch welche es seinen Artgenossen die Schwänze abbeißt. Um dem entgegenzuwirken, wird den Ferkeln kurz nach der Geburt meist ohne Betäubung der Schwanz bis auf einen Stummel abgeschnitten.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Massentierhaltung ein, hinterfragt die ethische Vertretbarkeit und leitet daraus die Forschungsfrage sowie die Zielsetzung der Arbeit her.
2 Moralischer und rechtlicher Status von Tieren: Dieses Kapitel erörtert die theoretische Basis zu Tierrechten und prüft den rechtlichen Rahmen des Tierschutzes in Österreich auf seine Angemessenheit.
3 Massentierhaltung in Europa und Österreich: In diesem Kapitel werden die wirtschaftlichen Gründe für die Massentierhaltung sowie die spezifischen, problematischen Haltungsbedingungen für Schweine, Hühner und Rinder in Österreich detailliert analysiert.
4 Die Massentierhaltung aus philosophisch-ethischer Sicht: Dieses Kapitel kontrastiert drei wesentliche philosophische Ansätze – Kants Pflichtethik, Benthams und Singers Utilitarismus sowie die Mitleidsethik von Schopenhauer und Wolf – bezüglich der moralischen Beurteilung tierischer Nutzung.
5 Fazit: Das Fazit fasst die ethischen und rechtlichen Argumente zusammen und fordert ein dringendes Umdenken sowie gezieltere gesetzliche Maßnahmen für ein würdevolles Leben der Tiere.
Massentierhaltung, Tierrechte, Ethik, Tierwohl, Tierschutzgesetz, Schweinehaltung, Hühnerhaltung, Rinderhaltung, Speziezismus, Utilitarismus, Mitleidsethik, Immanuel Kant, Peter Singer, Arthur Schopenhauer, Industrielle Tiernutzung.
Die Arbeit befasst sich mit der ethischen und rechtlichen Rechtfertigung der Massentierhaltung. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass diese Haltungsform angesichts des Leids, das Tieren bewusst zugefügt wird, moralisch nicht vertretbar ist.
Die Arbeit behandelt den rechtlichen Status von Tieren, die aktuelle Situation der Massentierhaltung in Österreich sowie die philosophische Reflexion durch klassische und moderne Ansätze der Tierethik.
Die Arbeit geht der zentralen Frage nach, ob der Mensch das Wohl und das Leben empfindungsfähiger Tiere seinen ökonomischen Zwecken unterordnen darf oder ob Tiere moralisch gleichwertig wie der Mensch zu berücksichtigen sind.
Es wird auf die Methode der philosophischen Ethik zurückgegriffen, um die Problematik der Tiernutzung, insbesondere der Intensivhaltung, einer kritischen Prüfung durch die Auseinandersetzung mit literarischen Werken anerkannter Philosophen zu unterziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des rechtlichen Status von Tieren, eine detaillierte Analyse der Haltungsprobleme in Österreich bei verschiedenen Nutztierarten sowie einer kritischen Gegenüberstellung philosophischer Positionen zur Tierethik.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Massentierhaltung, Tierrechte, Tierwohl, ethische Vertretbarkeit und philosophische Tierethik charakterisieren.
Die Autorin kritisiert, dass das österreichische Tierschutzgesetz oft vage formuliert ist, lediglich Minimalstandards festlegt und den Tieren keine echte Rechtsstellung einräumt, die eine Massentierhaltung verhindern würde.
Der Konsument trägt durch sein Kaufverhalten bei Discountern und die Gier nach billigen Tierprodukten eine Mitschuld. Ein notwendiger Bewusstseinswandel und die Bereitschaft, höhere Preise für artgerechte Haltung zu zahlen, werden als essenziell erachtet.
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