Bachelorarbeit, 2020
43 Seiten, Note: 1,7
1. Forschungsdesign
1.1 Qualitative Sozialforschung
1.2 Das Gruppengespräch
1.3 Auswertung
2. Falldarstellung
2.1 Fallbeschreibung
2.1.1 Beginn der Gruppendiskussion
2.1.2 Eingangserzählung Frau Blade
2.1.3 Eingangserzählung Frau Hermy
2.1.4 Eingangserzählung Frau Lomer
2.1.5 Nachfragen an Frau Blade
2.1.6 Nachfragen an Frau Hermy
2.1.7 Nachfragen an Frau Lomer
2.1.8 Abschluss der Gruppendiskussion
2.2 Ergebnisse der Analyse
3. Einbindung in den aktuellen Genderdiskurs
3.1 Aktuelles zum Genderdiskurs
3.2 Gruppentypik und Gender
3.3 Gender und Bildung
Die vorliegende Arbeit untersucht mittels einer Gruppendiskussion mit drei geflüchteten Frauen, wie diese ihr Leben und ihr Ankommen in Deutschland konstruieren und welche Rolle dabei geschlechtsspezifische Themen sowie bildungsorientierte Selbstpräsentationen spielen.
1.1 Qualitative Sozialforschung
Ab 1900 ist in der deutschen Soziologie ein Zwiespalt darüber entstanden, ob eine induktive am Einzelfall orientierte oder eine statistisch empirische Vorgehensweise benutzt werden sollte (vgl. Boneß, W. 1982 Die Einübung des Tatsachenblicks, zit. n. Flick 2009: 30). In der amerikanischen Soziologie wurde bis in die 1940er Jahre der Fokus auf biographische Methoden, beschreibende Verfahren und Fallanalysen gelegt. Nachdem sich die Soziologie mehr etabliert hatte, wurden vermehrt standardisierte und quantitative Methoden verwendet (vgl. Flick 2009: 30f.). Bei der quantitativen Sozialforschung soll soziales Handeln basierend auf Statistiken erklärt werden. Dafür wird mit großen Stichproben gearbeitet. Die Methoden der Erhebung sind standardisierte Methoden wie ein festgelegter Fragenkatalog. Dabei dienen die Untersuchungsfragen der Testung von vorgefertigten Hypothesen (vgl. Schaffer 2014: 64).
1970 wurde die kritische Arbeit von Cicourel gegenüber quantitativen Methoden aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Durch den Import von Sammelbänden zu den amerikanischen Diskussionen in Bezug auf die soziologischen Forschungsmethoden, in den deutschsprachigen Raum, wurden diese zugänglich gemacht. Gegenstand der Diskussion ist dabei die genauere Erhebung des Forschungsinteresses, als es mit quantitativen Methoden möglich ist. Ende der 1970er Jahre etabliert sich im deutschsprachigen Raum eine eigenständige Diskussion zu qualitativen Methoden und zur Anwendung und Auswertung von Interviews sowie zu methodischen Fragen. Zu Beginn der 1980er Jahre haben sich zwei eigenständige Forschungsmethoden etabliert. Zum einen das narrative Interview nach Schütze (1977) und zum anderen die objektive Hermeneutik nach Oevermann (1979), die auf eine ausführliche Forschungspraxis zurückgehen. Mitte der 1980er Jahre kamen verstärkt Fragen zu der Gültigkeit und der Verallgemeinerung der Ergebnisse sowie zu deren Überprüfbarkeit auf. Ende der 1980er Jahre wurden die ersten Lehrbücher zu den Methoden, deren Auswertung und Gültigkeit herausgebracht. Daraufhin hat sich eine Vielzahl von Schulen und Forschungsansätzen der qualitativen Sozialforschung etabliert (vgl. Flick 2009: 31ff.).
1. Forschungsdesign: Dieses Kapitel führt in die Grundlagen der qualitativen Sozialforschung, die Methode des Gruppengesprächs und die spezifischen Auswertungsschritte für diese Untersuchung ein.
2. Falldarstellung: Hier wird der Verlauf der Gruppendiskussion detailliert rekonstruiert und die aus dem Gespräch hervorgehenden Ergebnisse und Fallstrukturen analysiert.
3. Einbindung in den aktuellen Genderdiskurs: Das Kapitel verknüpft die erarbeiteten Ergebnisse mit theoretischen Ansätzen zu Gender, Gruppentypik und der Bedeutung von Bildung für Emanzipation.
Qualitative Sozialforschung, Gruppendiskussion, Fluchterfahrung, Geschlechterrollen, Bildung, Emanzipation, Integration, Empowerment, Genderdiskurs, Identitätskonstruktion, Alltagsbewältigung, Migration, Autonomie, Sozialarbeit, Gruppendynamik
Die Arbeit befasst sich mit den Lebenswelten und dem Ankommen von geflüchteten Frauen in Deutschland, analysiert durch eine Gruppendiskussion.
Im Zentrum stehen die Bewältigung des Alltags, die Bedeutung von Bildung, der Umgang mit der Fluchterfahrung und die Konstruktion von Geschlechterrollen.
Ziel ist es zu verstehen, wie geflüchtete Frauen ihr Leben konstruieren, welche Strategien sie zur Etablierung von Stärke und Autonomie nutzen und wie sie sich in der neuen Umgebung positionieren.
Es wurde eine Gruppendiskussion durchgeführt und nach den Prinzipien der interpretativen Sozialforschung, inklusive einer sequenziellen Textanalyse nach Rosenthal, ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in das Forschungsdesign, die detaillierte Falldarstellung des Gruppengesprächs und die theoretische Einbettung der Ergebnisse in den Genderdiskurs.
Wichtige Begriffe sind qualitative Sozialforschung, Fluchterfahrung, Bildung, Emanzipation, Empowerment und Gruppendynamik.
Die Teilnehmerinnen nutzen Bildung als zentrale Ressource, um sich als intellektuell, engagiert und unabhängig zu präsentieren und dem Stigma des "Wirtschaftsflüchtlings" entgegenzuwirken.
Die Teilnehmerinnen neigen dazu, Deutschland und die Unterstützungsangebote positiv darzustellen, um die Interviewerin nicht mit Kritik zu belasten, während unterschwellige Probleme eher indirekt thematisiert werden.
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