Examensarbeit, 2002
66 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 ZUR ROLLENDEFINITION DER RÖMISCHEN KAISERFRAUEN
2.1 ‚FRAUENMACHT ’ IN DER RÖMISCHEN KAISERZEIT ?
2.2 DIE EHRUNGEN DER KAISERGATTINNEN
2.3 ZUSAMMENFASSUNG
3 DIE ENTWICKLUNG DES EHRENMÜNZRECHTS DER WEIBLICHEN ANGEHÖRIGEN DER DOMUS AUGUSTA
3.1 UMSICHTIGE MÜNZPOLITIK IN DER FRÜHEN KAISERZEIT
3.2 KONTINUITÄT UND WANDEL WÄHREND DER HERRSCHAFT DER FLAVISCHEN DYNASTIE
3.3 WEITERENTWICKLUNG DER NORMEN WÄHREND DER HERRSCHAFT DER ADOPTIVKAISER
3.4 DIE FAMILIE DER SEVERER
3.5 ZUSAMMENFASSUNG
4 ZUM BILDPROGRAMM DER RÖMISCHEN KAISERFRAUEN UND ZU IHREM VERSTÄNDNIS
4.1 DIE ENTWICKLUNG DER BILDMOTIVE
4.2 EHESCHLIEßUNG UND MUTTERROLLE ALS THEMA DER KAISERLICHEN BILDERSPRACHE
4.2.1 Die Darstellung des kaiserlichen Paares unter besonderer Berücksichtigung der Concordia-Bilder
4.2.2 Die Kaiserfrauen als mater Caesaris und mater Augusti
4.2.3 Die kaiserlichen Damen in ihrer erweiterten Funktion als mater castrorum und mater patriae
4.3 KONSEKRATION UND POST HUMER TRIUMPH – DIE MÜNZBILDER VERSTORBENER KAISERFRAUEN
4.3.1 Die Bedeutung verstorbener Mitglieder der Kaiserfamilie für die Legitimation der Herrschaft
4.3.2 Legenden und Symbolik der Konsekrationsmünzen
4.3.3 Ausnahmen und Besonderheiten
5 SCHLUSSBEMERKUNG
6 ANHANG
6.1 STAMMBAUM DER IULISCH-CLAUDISCHEN FAMILIE – VEREINFACHTE DARSTELLUNG
6.2 STAMMBAUM DER FLAVISCHEN FAMILIE – VEREINFACHTE DARSTELLUNG
6.3 DIE ADOPTIVKAISER: TRAIAN BIS ANTONINUS PIUS – VEREINFACHTE DARSTELLUNG
6.4 DIE ADOPTIVKAISER: ANTONINUS PIUS BIS COMMODUS – VEREINFACHTE DARSTELLUNG
6.5 DIE SEVERISCHE FAMILIE – VEREINFACHTE DARSTELLUNG
Die Arbeit untersucht das Ehrenmünzrecht der weiblichen Angehörigen der römischen Kaiserfamilie (domus Augusta) vom Prinzipat bis zum Ende des fünften Jahrhunderts. Das zentrale Ziel ist es zu ergründen, ob das Bildnisrecht der Frauen ein tatsächlicher Ausdruck politischer Macht und Emanzipation war oder ob es primär als Instrument kaiserlicher Selbstdarstellung und Dynastiesicherung diente.
Die Bedeutung verstorbener Mitglieder der Kaiserfamilie für die Legitimation der Herrschaft
In welch starkem Maße die Konsekration und die damit verbundenen Ehrungen spätestens seit dem zweiten Jahrhundert zu einem Eckpfeiler der weiblichen Rollendefinition wurde, ist bereits angesprochen worden. Darüber hinaus waren die posthumen Ehrungen verstorbener Familienmitglieder für den nachfolgenden Regenten, vor allem, wenn es sich bei diesem um den leiblichen oder adoptierten Sohn handelte, stets von großer Bedeutung. Sofern sie nicht der damnatio memoriae verfallen waren, wurde den verstorbenen Kaisern regelmäßig der Status eines Gottes verliehen, wobei dieser Rang nach dem Tod auch auf die unmittelbare Verwandtschaft ausgedehnt werden konnte.
Durch die Divinisierung des Vorgängers wurde der Thronfolger automatisch zum Divi filius. Auch die Aufnahme der verdienten Kaisergattin unter die Götter war für die nachfolgenden Kaiser von besonderer Wichtigkeit, um die Kontinuität im Prinzipat real dynastisch oder ideell durch die Berufung auf vergöttlichte Vorgänger zu gewährleisten. So bezeichnen sich Kaiser nicht nur immer wieder als Sohn, Enkel oder Urenkel von Divi, sondern übertragen diesen Brauch mit Einschränkungen auch auf kaiserliche Frauen, so dass nach Livia auch Poppaea Sabina und ihre Tochter Claudia, dann die ältere und die jüngere Flavia Domitilla, Iulia Titi und von Plotina und Marciana bis zu Faustina minor alle Kaiserfrauen, ferner bei den severischen Frauen Iulia Domna und Iulia Maesa als Divae auf Münzen bezeugt sind.
1 EINLEITUNG: Die Arbeit legt dar, dass die Münzprägung im Prinzipat ein zentrales Medium der kaiserlichen Selbstdarstellung war und untersucht, unter welchen Bedingungen weibliche Angehörige des Kaiserhauses dieses Medium nutzen konnten.
2 ZUR ROLLENDEFINITION DER RÖMISCHEN KAISERFRAUEN: Dieses Kapitel verneint die Existenz einer direkten politischen "Frauenmacht" und ordnet die Rolle der Kaiserfrauen als dynastische Stütze und Mutterfigur ein, deren Wirken stark vom Kaiser kontrolliert wurde.
3 DIE ENTWICKLUNG DES EHRENMÜNZRECHTS DER WEIBLICHEN ANGEHÖRIGEN DER DOMUS AUGUSTA: Es wird die historische Entwicklung des Bildnisrechts chronologisch nachgezeichnet, von der Zurückhaltung unter Augustus bis zur umfassenden Präsenz unter den Severern.
4 ZUM BILDPROGRAMM DER RÖMISCHEN KAISERFRAUEN UND ZU IHREM VERSTÄNDNIS: Die Analyse konzentriert sich auf die Ikonographie der Münzen, insbesondere auf Attribute von Göttinnen, Personifikationen von Tugenden und die Darstellung familiärer Bindungen.
5 SCHLUSSBEMERKUNG: Das Fazit fasst zusammen, dass das Ehrenmünzrecht primär der Machtkonsolidierung diente und die Münzbilder als unpersönliche, traditionelle Programme zu verstehen sind, die die Rolle der Frau in der Dynastie und dem Reich symbolisierten.
6 ANHANG: Dieser Teil bietet eine grafische Übersicht der dynastischen Beziehungen der iulisch-claudischen, flavischen, adoptiven und severischen Familien.
Kaiserfrauen, Prinzipat, Münzprägung, Ehrenmünzrecht, domus Augusta, Augusta, Konsekration, Bildnisrecht, Propaganda, Dynastie, Ikonographie, Concordia, Pietas, Mater castrorum, Numismatik.
Die Arbeit analysiert das Ehrenmünzrecht römischer Kaiserfrauen, also das Recht, als weibliches Familienmitglied des Kaisers auf Münzen abgebildet zu werden, und dessen propagandistische Funktion.
Im Fokus stehen die Rollendefinition der Kaiserfrauen, die historische Entwicklung der Münzprägungen über verschiedene Dynastien hinweg sowie eine detaillierte ikonographische Analyse der Bildmotive.
Die Autorin untersucht, ob das Münzrecht der Frauen ein Indiz für reale politische Mitsprache war oder ob es lediglich als propagandistisches Werkzeug der Kaiser diente, um die Dynastie zu stabilisieren.
Es handelt sich um eine historisch-numismatische Untersuchung, die das Münzmaterial unter Einbeziehung von epigraphischen Zeugnissen und zeitgenössischen Quellen analysiert und mit der modernen althistorischen Forschung abgleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Analyse der Münzrechte von der frühen Kaiserzeit bis zu den Severern sowie eine thematische Auswertung der Bildsprache, wie z.B. Tugenden (Pudicitia, Pietas) und Göttinnen-Attribute.
Zu den Kernbegriffen gehören Kaiserfrauen, Münzprägung, Ehrenmünzrecht, domus Augusta, Konsekration, Dynastiesicherung und kaiserliche Selbstdarstellung.
Die "domus Augusta" beschreibt den kaiserlichen Familienverband, dessen weibliche Mitglieder die zentralen Untersuchungsobjekte der Arbeit bilden, da deren Ehrungen Aufschluss über das dynastische Selbstverständnis des Kaisers geben.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es keine direkte "Frauenmacht" im modernen Sinne gab; vielmehr fungierten Frauen als physische und psychische Bindeglieder zur Legitimation der Herrschaft und zur Repräsentation kaiserlicher Ideale.
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