Masterarbeit, 2022
119 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Einführung
1.2. Problemstellung
1.3. Aufbau und Zielsetzung
1.3.1. Aufbau
1.3.2. Ziel der Arbeit
1.3.3. Praxisbezug
2. Stand der Technik
2.1. Shopfloor Management
2.1.1. Begriffsbestimmung Lean Management
2.1.2. Begriffsbestimmung SFM
2.1.3. Prinzipien SFM
2.1.4. Probleme nachhaltig lösen
2.1.5. Führung vor Ort
2.1.6. Abweichungen erkennen
2.1.7. Optimierung Ressourceneinsatz
2.2. Industrie 4.0
2.2.1. Business Analytics
2.2.2. Digital Leadership
2.3. Kennzahlen und Echtzeitdaten in der Produktion
2.3.1. Echtzeitdaten im Unternehmenskontext
2.3.2. Business Analytics SFM
3. Methodik
3.1. Forschungsdesign
3.2. Primärmethodik: Konzeptionell-deduktive Analyse
3.3. Sekundärmethodik
3.3.1. Feldexperiment
3.3.2. Prototyping
3.4. Methoden zur Datenerhebung
3.4.1. Ist-Analyse
3.4.2. Expert:innen-Interviews
3.4.3. Fragebogen
3.4.4. Dokumentenanalyse und -auswertung
3.4.5. Messungen
4. Optimierung SFM
4.1. Identifikation der Kennzahlen SFM
4.1.1. Vorgehen
4.1.2. Aktueller Stand SFM im Unternehmen
4.1.3. Bewertung SFM-Kennzahlen
4.2. Bewertung Shopfloor Management
4.3. Potentiale & Entwicklungsmöglichkeiten
4.3.1. Potentiale
4.3.2. Weiterentwicklungsmöglichkeiten
4.4. Handlungsempfehlungen SFM
4.4.1. Anforderungen
4.4.2. Gestaltungsprinzipien
4.5. Einfluss Echtzeit-Analyse
4.5.1. Ziel des Experiments
4.5.2. Experimentdesign
4.5.3. Unterstützung durch Echtzeitdaten
4.5.4. Ermittlung der Kennzahlen
4.5.5. Auswertung
4.5.6. Berechnung der Teststatistik
4.5.7. Interpretation
4.6. Validierung des Vorgehens
4.6.1. Validierung des Ist-Zustands
4.6.2. Validierung des Experiments
4.7. Grenzen des Experiments
5. Umsetzung Prototyp digitales SFM
5.1. Vorgehen
5.2. Anforderungsanalyse
5.2.1. Funktionale Anforderungen
5.2.2. Nicht funktionale Anforderungen
5.2.3. User:innenspezifische Anforderungen
5.2.4. Technische Anforderungen
5.2.5. Organisatorische Anforderungen
5.3. Prototyping: digitales SFM
5.3.1. Design Thinking
5.3.2. UX-Workshop
5.3.3. Ergebnisse
5.4. Validierung des Prototyps
6. Abschließende Betrachtung
6.1. Zusammenfassung der Ergebnisse
6.2. Diskussion
6.2.1. Interpretation der Ergebnisse
6.2.2. Grenzen der Untersuchung
6.3. Ausblick
Die vorliegende Masterarbeit verfolgt das Ziel, das klassische, analoge Shopfloor Management (SFM) durch den zielgerichteten Einsatz von Big Data Analytics und Digital Leadership im Rahmen der Industrie 4.0 zu optimieren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie produzierende Unternehmen durch Echtzeitdaten und digitalisierte Prozesse Verbesserungspotentiale realisieren können, um so ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem immer dynamischeren Umfeld zu stärken.
1.2. Problemstellung
Eines der bekanntesten Führungs- und Steuerungskonzepte in der Industrie ist das Shopfloor Management Konzept, welches seinen Ursprung in Japan hat. Entwickelt wurde das Shopfloor Management (SFM) in den 50er-Jahren vom Automobilhersteller Toyota, wobei das SFM-Konzept nur ein Teilaspekt der unternehmensweiten Lean Management Strategie darstellte. [Br17, S. 62] Das Lean Management wurde konzipiert, um hohen Wettbewerbsdruck und häufig wechselnden Anforderungen stand zu halten. [Ha14, S. 89] Der Einsatz erfolgte zunächst in der Großserienfertigung in der Automobilindustrie, später erfolgte die Adaption auf andere Branchen und Industriesektoren. Mittlerweile ist das Lean Management weltweit anerkannt und verbreitet, auch außerhalb der Automobilindustrie. [AM06, S. 9 ff.]
Durch kontinuierliche Weiterentwicklung entwickelte sich das Lean Management hin zu einer allumfassenden Methode, welche die Unternehmenskultur und -philosophie mit einbezieht. Mittlerweile gilt Lean Management als zeitgemäßes Managementsystem und wird in vielen Unternehmen als Grundlage für ganzheitliche Produktionssysteme und zur Entwicklung von Unternehmensstrukturen verwendet. [Ro10, SSS15, S. 1; S. 527] Der Begriff Ganzheitlichkeit meint hier die Verknüpfung von elementaristischen und holistischen Elementen. [Eg94, S. 77] Elementaristische Vorgehensweisen zielen darauf ab, einzelne Elemente zu analysieren, dabei aber den Gesamtzusammenhang zu vernachlässigen. Dahingegen sehen holistische Ansätze das Ganze, vernachlässigen aber die Wechselbeziehung der Einzelelemente. [St15, S. 20 f.]
Seit dieser Entwicklung in den 50er-Jahren gab es keine grundlegenden Veränderungen an dem SFM-Prinzip, eher geringfügige Anpassungen, die das SFM-Konzept nicht veränderten. Konzeptänderungen waren bislang auch nicht notwendig, da sich die Rahmenbedingungen der Produktion nicht signifikant geändert haben. [JHQ16, S. 493 f.] Die Rahmenbedingungen der klassischen Produktion haben sich durch digitale Transformationsprozesse im Zuge der Industrie 4.0 signifikant verändert. Aus diesem Grund muss überprüft werden, ob sich das SFM-Konzept an diese Entwicklung anpassen muss.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Herausforderungen der digitalen Transformation in Produktionsprozessen ein und erläutert die Problemstellung im Kontext des Shopfloor Managements.
2. Stand der Technik: Hier werden die theoretischen Grundlagen zu den Themen Shopfloor Management, Industrie 4.0 sowie Kennzahlen und Echtzeitdaten in der Produktion dargelegt.
3. Methodik: Dieses Kapitel erläutert den wissenschaftlichen Rahmen, insbesondere die Anwendung der "Mixed Methods" Methodik und der konzeptionell-deduktiven Analyse für diese Arbeit.
4. Optimierung SFM: Es wird ein Verfahren zur Bewertung des Shopfloor Managements entwickelt, ein Feldexperiment zur Nutzung von Echtzeitdaten durchgeführt und Optimierungspotentiale abgeleitet.
5. Umsetzung Prototyp digitales SFM: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung und Validierung eines Demonstrationsprototypen für digitales Shopfloor Management basierend auf einer Anforderungsanalyse.
6. Abschließende Betrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einer kritischen Diskussion und einem Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
Industrie 4.0, Shopfloor Management, Big Data Analytics, Digitaler Zwilling, Digital Leadership, Echtzeitdaten, Lean Management, Prozessoptimierung, Unternehmenssteuerung, Kennzahlensysteme, Change Management, Automatisierung.
Die Arbeit untersucht, wie das klassische Shopfloor Management (SFM) durch moderne technologische Ansätze der Industrie 4.0, insbesondere durch Big Data Analytics, digitalisiert und hinsichtlich seiner Effizienz gesteigert werden kann.
Die Schwerpunkte liegen auf der Integration von Echtzeitdaten, der Optimierung von Führungsprozessen durch "Digital Leadership" und der methodischen Einbettung in ein Industrie 4.0 Reifegradmodell.
Das primäre Ziel ist zu erforschen, wie produzierende Unternehmen mittels Big Data Analytics im Bereich des Shopfloor Managements messbare Verbesserungspotentiale erzielen können.
Es wird eine "Mixed Methods" Methodik angewandt, die eine konzeptionell-deduktive Analyse mit einem praktischen Feldexperiment kombiniert, um sowohl theoretische Fundierung als auch empirische Validität zu gewährleisten.
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse des Ist-Zustands, der Entwicklung eines Frameworks zur Reifegradeinstufung, der Durchführung eines Feldexperiments zur Wirksamkeitsprüfung von Echtzeitdaten sowie der Konzeption eines digitalen Prototyps.
Zentrale Begriffe sind Industrie 4.0, Shopfloor Management, Big Data Analytics, Digitaler Zwilling, Digital Leadership und Echtzeitdaten.
Das Experiment bestätigte, dass der Einsatz von Echtzeitdaten zu signifikanten Verbesserungen in den Bereichen Durchlaufzeit, Stressreduktion, Arbeitseinteilung und Mitarbeitermotivation führt.
Die Arbeit zeigt, dass digitale Transformation nicht nur ein technisches, sondern vor allem ein menschliches Change-Management-Thema ist; eine hohe Akzeptanz und Eigenverantwortung der Mitarbeiter sind entscheidende Erfolgsfaktoren für das digitale SFM.
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