Masterarbeit, 2009
49 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Wie ist Gott? – Von der Schwierigkeit, eine Frage zu beantworten
2.1 Gotteserkenntnis und Erkenntnistheorie
2.1.1 Der hermeneutische Zirkel menschlicher Erkenntnis
2.1.2 Der Begriff der Gotteserkenntnis
2.1.2.1 Gotteserkenntnis als contradictio in adiecto
2.1.2.2 Gotteserkenntnis in theologischer Perspektive
2.2 Gebet als erkannter Ort erkennender Gotteserkenntnis
2.2.1 Allgemeines
2.2.2 Subjektives
2.2.2.1 Vorverständnis: Gott beim Gebet
2.2.2.2 Vorverständnis: Mensch beim Gebet
2.2.2.3 Fazit zum Vorverständnis
2.3 Gebet als hermeneutischer Schlüssel zur Gotteserkenntnis
2.4 Gebetsexegese als Mittel zum Zweck
Ein Exkurs: Kommunikationsanalyse
3. Das Gebet im Alten Testament
3.1 Exodus – Das Mirjamlied (Ex 15,20f.)
3.1.1 Exegetische Grundbetrachtungen
3.1.2 Zur psychologischen Kommunikationsstruktur
3.1.3 Gott, der Parteiische
3.2 Vorexilisch – Das Gebet Hiskias (2Kön 19,14-19 par.)
3.2.1 Exegetische Grundbetrachtungen
3.2.2 Zur psychologischen Kommunikationsstruktur
3.2.3 Gott, der Einzige
3.3 Nachexilisch – Das Gebet Nehemias (Neh 1,4-11)
3.3.1 Exegetische Grundbetrachtungen
3.3.2 Zur psychologischen Kommunikationsstruktur
3.3.3 Gott der gebundene Unverfügbare
4. Das Gebet im Neuen Testament
4.1 Menschgott – Das Gebet Jesu in Gethsemane (Mt 26,39-44 par.)
4.1.1 Exegetische Grundbetrachtungen
4.1.2 Zur psychologischen Kommunikationsstruktur
4.1.3 Gott der Vater
4.2 Urgemeinde – Loswurf der Apostel (Apg 1,23-26)
4.2.1 Exegetische Grundbetrachtungen
4.2.2 Zur psychologischen Kommunikationsstruktur
4.2.3 Gott der Weltenlenker
5. Alles ist eitel! – Vom Nutzen einer gebetsorientierten Rede von Gott – Ein Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern biblische Gebete als hermeneutischer Schlüssel dienen können, um Erkenntnisse über das Sein Gottes aus der Perspektive des Beters zu gewinnen und eine verständliche Rede von Gott zu ermöglichen.
3.1 Exodus – Das Mirjamlied (Ex 15,20f.)
Mirjam singt einem Gott, den sie verantwortlich sieht für die erfahrene Rettung am Schilfmeer. Das Verb „loben“ wäre insofern hier nicht zutreffend, als die Protagonistin ein konkretes Handeln Gottes in den Fokus rückt. Sofern „Loben“ im Sinne Schultz/ Schimanowskis als „volle Anerkennung und rühmliche Erwähnung der ganzen Persönlichkeit, nicht nur ihrer Taten“ verstanden wird, liegt in diesen Worten Mirjams eben keine solche umfassende Darstellung Gottes vor. Ihr Anlass, diese Worte zu sprechen ist konkret und unmittelbar.
zur Situation: Die Israeliten sind eigentlich schon frei. Der Pharao hat sie ziehen lassen, damit sie ihrem Gott JHWH dienen können (vgl. Ex 12,31). Dennoch geraten sie trotz des sichtbaren Schutzes durch ihren Gott aufs Neue durch den Pharao und sein Heer in Bedrängnis. Im Angesicht des ägyptischen Heeres verlieren die Israeliten alles Zutrauen in die Führung JHWHs und ihr Murren gilt über Mose als Sprachrohr Gottes diesem Gott selbst. Mose hingegen macht ihnen Mut, dass gerade in ihrer Not und Ohnmacht, ihr Gott wirksam werden wird (vgl. Ex 14,14).
Israels Gott siegt über den Pharao und alles, wofür er steht. Nicht auf einem Schlachtfeld Mann gegen Mann wird dieser Sieg errungen, sondern im Stellvertreterkampf Gott gegen Gottkönig. Die Israeliten schauen nur zu, sind lediglich Zeugen dieses Handelns ihres Gottes. Dies erklärt auch die zu erkennende Rollenverteilung in Mirjams wenigen Jubelworten. Ihr Herr ist Subjekt, Täter, einzige Triebkraft des Erlebten. Wer dergleichen ausspricht, erwähnt nicht nur einfach, sondern bekennt. Wer beim sonntäglichen Glaubensbekenntnis die Hände faltet, weiß, dass der, der bekennt, auch betet. Mirjams Worte gelten zwar den Männern und Frauen ihres Volkes und doch wird ihr jubelndes Bekenntnis in der Hinwendung zu Gott vermittels der Anerkennung Gottes als Subjekt des errungenen Sieges zu einem Gebet – auch ohne explizit angesprochenes göttliches Du.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten theologischer Sprachfindung und definiert das Gebet als zentralen Ort der Kommunikation, der als Grundlage für die Untersuchung von Gottesbildern dient.
2 Wie ist Gott? – Von der Schwierigkeit, eine Frage zu beantworten: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen der Gotteserkenntnis, die Rolle des Gebets als hermeneutischer Schlüssel und führt die psychologische Kommunikationsanalyse als methodisches Instrument ein.
3 Das Gebet im Alten Testament: Anhand ausgewählter biblischer Texte wie dem Mirjamlied, dem Gebet Hiskias und Nehemias werden spezifische alttestamentliche Gottesbilder analysiert, die von Parteinahme bis hin zur Einzigartigkeit Gottes reichen.
4 Das Gebet im Neuen Testament: Das Kapitel untersucht das Gebet Jesu in Gethsemane und den Loswurf der Apostel, wobei Aspekte wie die Vaterbeziehung Jesu und das göttliche Handeln in der Urgemeinde im Zentrum stehen.
5 Alles ist eitel! – Vom Nutzen einer gebetsorientierten Rede von Gott – Ein Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Gebet stets Selbsterkenntnis im Angesicht Gottes ist und individuelle Gottesbilder ermöglicht, statt eine dogmatische „So ist Gott“-Antwort zu erzwingen.
Gebetstheologie, Gotteserkenntnis, Gottesbilder, biblische Exegese, Kommunikationsanalyse, Schulz von Thun, Hermeneutik, Religion, Altes Testament, Neues Testament, Beter, Gottesbeziehung, Selbstverständnis, Offenbarung, Gebetsanalyse.
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen des Gebets und der Frage, wie Gebetstexte der Bibel Rückschlüsse auf die Gottesvorstellungen der jeweiligen Beter zulassen.
Zentrale Themen sind die Gotteserkenntnis, die Bedeutung des Gebets als Ort menschlicher Identitätsbildung und die Analyse von Gottesbildern in narrativen Gebetstexten.
Das Ziel ist es, den Nutzen einer gebetsorientierten Rede von Gott aufzuzeigen und zu verstehen, wie unterschiedliche Gottesbilder entstehen, statt nach einem allgemein gültigen dogmatischen Gottesbild zu suchen.
Die Autorin nutzt eine Synthese aus biblischer Exegese und psychologischer Kommunikationsanalyse (unter Verwendung des Kommunikationsquadrats von Schulz von Thun).
Der Hauptteil analysiert fünf spezifische biblische Gebete aus dem Alten und Neuen Testament, darunter das Mirjamlied, das Gebet Hiskias, das Gebet Nehemias, das Gebet Jesu in Gethsemane und den Loswurf der Apostel.
Wichtige Begriffe sind Gottesbilder, Kommunikationsanalyse, Gebetstheologie, Hermeneutik, Gottesbeziehung und individuelle Relationalität.
Während das alttestamentliche Gebet primär als situative Lebensäußerung bei gegebenem Anlass verstanden wird, betont das Neue Testament den Aspekt des Gebets als unaufhörlichen, ganzheitlichen Ausdruck der menschlichen Existenz im Angesicht Gottes.
Das Modell dient dazu, die psychologische Dimension des Betens zu erfassen und zu verdeutlichen, dass jeder Beter durch sein Gebet nicht nur eine Nachricht an Gott sendet, sondern implizit Aussagen über sich selbst und seine Beziehung zum Adressaten trifft.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

